Wie ich mal die glücklichsten Tiere der Welt besucht habe

Gleich mal vorweg, das hier wird wohl mein aller letzter Blog-Beitrag.
Warscheinlich werde ich es nicht einmal– *hatschi* entschuldigung – schaffen diesen zu beenden.
Ich hab ja bis jetzt schon viele großartige Ding gemeister -*hatschi* *schnief*- ,
bin auf Vulkane gekletter, hab Nächte im Dschungel verbracht, hab im Outback geschlafen und Quallen stiche überlebt.
Aber jetzt geht es mit mir zuende. Der australische Winter hat es geschafft einen harten Knochen wie ich einer bin in die Knie zu zwingen.
Ich gebe es ja unger zu aber sie hat mich erwischt.
Ich hab mir einer ganz besonders agressive, ziemlich seltene und vermutlich unheilbare  spezial Form der „Männer Grippe“ eingefangen. 😦

Ade du schöne Welt, danke für die vielen tollen Erlebnisse!
Die Bilder sind etwas verschwommen aber ich glaube wenn ich die Augen schließe kann ich schon mein Leben an mir vorbei ziehen sehen.
Nicht mehr lange!
Ich hab auch schon vorsichtshalber das Zimmer abgedunkelt um das Licht nicht zu verpassen, in das ich bald hinein gehen werde.
Wenigstens hat mein Leiden dann ein Ende!

Schade eigentlich, ich hatte noch so viel vor.
Ich bin ja aus einem ganz bestimmten Grund hier her nach Perth geflogen.
Von Perth aus kann man nämlich mit der Fähre nach Rottnest Island fahren.

Die kleine Insel hat eine ziemlich interressante, wenn auch nicht schöne Geschicht.
Als im 17. Jahrhundert die ersten westlichen Seefahrer die Insel betrat, fanden sie eine Insel voller riesiger Ratten vor.
Daher kommt dann auch der Name für dieses „Ratten Nest“ Rottnest Island.
Lustig ist nur, das es auf der Insel bis heute keine Ratten gibt.
Die Seefahrer hatten es nämlich nicht mit Ratten sondern mit Quokkas zu tun, was ein Himmel weiter unterschied ist……aber dazu später. -*hust*- (Obwohl ich bezweifle, das es für mich ein später gibt mit meinen gefühlten 42Grad Fieber.)

Ab 1838 wurde die Insel der britischen Krone unterstellt, worauf hin die Errichtung einer Sträflingskolonie für Aborigines eingerichtet wurde.
Im 1. Weltkrieg wurde dort ein Konzentrationslager für Staatsgehörige des Dreibundes eingerichtet.Im September befanden sich im Lager 989 Gefangene, davon 848 Zivilisten und 148 Kriegsgefangene. Im November 1915 wurden die ca 1000 Insassen, die miserabel verpflegt meist in Zelten hausten, in das Lager Holdsworthy bei Sydney überführt.

Danach wurde die Insel weiter vom Militär genutzt.

Im 2. Weltkrieg zwischen Januar und September 1940 wurden italienische Zivilgefangene interniert, die im ganzen Staat nach dem Kriegseintritt Italiens verhaftet worden waren. Wiederum waren die Unterkünfte schlecht vorbereitet und das Leben der Häftlinge muss Menschen unwürdig gewesen sein.

Jetzt wird die Insel vor allem für Tagesausflüge benutzt und ist vor allem wegen ihrer flauschiegen Bewohner bekannt……Die Quokkas.

Zu ersten mal hat mir von Stephan mit dem ich ja im Kakadu Nationalpark war von den Quokkas erzählt und das es ganz oben auf seiner ToDo-Liste steht, diese Tierchen zu besuchen.
Nach dem ich mir ein paar Fotos der kleinen Nager angeschauet hab, stand auch für mich fest, die muss ich sehen!

Ich hab vor Jahren schon mal Fotos von Quokkas auf Facebook gesehen, damals mit der Überschrift, „die glücklichsten Tiere der Welt“.
Hab aber wie es so oft der Fall ist, vollkommen vergessen, wie die Viecher heißen.

Als ich mit dem Flugzeug vor ein paar Tagen her gekommen bin, hatte ich noch eine ganze Woche Zeit um Perth und Rottnest Island zu erkunden.
Auch wenn die Übernachtungen auf der Insel verdammt teuer sind, wollte ich mir für eine Nacht ein Zimmer nehmen und auf der Insel Übernachten um auch wirklich die Gelegenheit zu haben ein perfektes Foto von einem dieser Kleinen zu schießen.

Jetzt sieht alles ganz anders aus.
Schon im Flieger hab ich mich nicht so 100% gefühlt.
Kopfschmerzen, ein Kratzen im Hals und ständige Müdigkeit.

Meinen ersten Tag in Perth hab ich dann genutzt, mir wenigstens ein bisschen die Stadt anzusehen aber jetzt geht gar nichts mehr.

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Ich habe das Glück, das ich ein 4 Bett Zimmer für mich alleine hab und weil es mir so elend geht und ich die ganze Nacht und den ganzen Tag nur am husten bin, hat mit der Owner des Hostels gesagt, das es auch die nächsten Tage so bleiben wird.

So vegetiere ich also hier in meinem Bett, schlafe, huste, niese und warte eigentlich nur auf mein Ableben.
Wenn ich nicht so schwach wäre, könnte ich jetzt googlen, vie viele Menschen in Australien auf Grund der Kälte ums Leben komme.
Die Zahl muss astronomisch sein und balt ist es Einer mehr.
Was ich wirklich unterschätzt hab ist einfach der Winter in diesem Land.
Wobei die Kälte draußen ja im Grunde wie Zuhause ist und ich hab schon einige deutsche Winter überlebt.
Der ünterschied ist, das die Häuser hier nicht isoliert sind und es meißt auch keine richtige Heizung gibt.
So ist es im Haus genau so eiskalt wie draußen……total dämlich!

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Seit 6 Tagen liege ich jetzt schon Flach und ich hab das Gefühl, das es einfach nicht besser wird.
Deshalb habe ich mich auch schon  von dem Plan eine Nacht auf Rottnest zu verbringen verabschiedet.
Morgen ist mein letzter ganzer Tag hier in Perth bevor ich Übermorgen das Land verlasse.
Ich mobiliesiere noch ein mal alle meine Kräfte, schleppe mich zur Rezeption und buche für den morgigen Tag die Fähre nach Rottnest Island.
Wenn schon sterben, dann doch bitte auf einer Insel, umgeben von glücklich lachenden Tierchen!

Früh um 5 Uhr stehe ich vor dem Hostel und warte auf den Bus, der mich hier abholen soll.
Wirklich fit fühle ich mich zwar noch lange nicht aber was muss, das muss.
Anscheinend habe ich aber ein neues beängstigendes Stadium der Männer Grippe erreicht….
Ich kann zwar noch laufen und huste auch etwas weniger und das Fieber, das ich vermutlich habe ist bis auf vermutlich 41,5 Grad runter gegangen, dafür werde ich jetzt aber von Hallozihnationen heimgesucht.
Genau in diesem Moment sehen meine müden Augen nämlich die Straße entlang fahren.
Allerdings sieht der Bus aus wie ein verdammt kleines Auto.
Aus dem Auto, das mit der Aufschrift „Rottnest Fast Ferries“ steigt nämlich ein Mann aus und stellt sich als Busfahrer vor.

Zu meiner Erleichterung stellt sich schnell raus, daß ich doch keine Hallos hab, ich bin schlicht und ergreifend der einzige, der heute die frühe Fähre gebucht hat. 🙂

Nach ner etwa einstündigen Fahrt, erreichen wir den Hafe, ich bekomme mein Ticket und ein Fahrrad, welches im Preis mit inbegriffen ist und kann so zur Anlegestelle rollen.
Eigentlich ist im Preis auch eine Schnorchel Ausrüstung inklusive aber bei der Kälte und in meinem Zustand werde ich mit Sicherheit NICHT ins Wasser gehen.

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Eine gute Stunde später bin ich dann wirklich auf der Insel.
Ich schwinge mich auf mein Rad und strampel los schließlich habe ich ja eine Mission.
Ich will Quokkas sehen.
Übrigens gibt es von den putzigen Tierchen zwar auch auf dem Festland aber dort ist die Chance einem Quokka zu begegnen relativ gering.
Ich habe gelesen, daß es Schätzungen zufolge insgesammt nur noch 8 bis 17 Tausend dieser Tierchen gibt, wo von etwa die Hälfte hier auf Rottnest Island leben.
Durch eingeschleppte Füchse, Katzen und Ratten ist das Leben der kleinen Wuschel auf dem Festland auch nicht so einfach.
Hier auf der Insel sind die kleinen Scheißer dafür sicher. 🙂

Ich hab mir vorgenommen mit dem Rad die komplette Insel zu erkunden, alleedings geht mir schon nach ein paar Kilometern die Puste aus.
Verdammte Männer Grippe!!!

Immer hin treffe ich gleich am Anfang meiner Tour ein paar Quokkas.
Allerdings muß ich zugeben, daß ich mir die Tiere etwas putziger vorgestellt habe.
Fast kann ich verstehen, das die kleinen Hüpfer für Ratten gehalten wurden.
Diese buckeligen Dinger sollen also so niedlich sein?!

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Personen auf dem Foto von links nach rechts….Ente, Quokka

Mal sehen, vielleicht muss man sich erst mehr mit den Viechern beschäftigen….wer weiß, vielleicht beende ich diesen Blog ja mit einem völlig unmännlichen „Sind die nicht süß?!“

Etwa 4 Stunden erkunde ich die schöne Insel auf der Autos übrigens verboten sind mit meinem Drahtesel und ich muss sagen, Rottnest Island ist echt schön und mit Sicherheit im Sommer zum baden und schnorcheln ein absolutes Paradies.

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Komischer weise bin ich aber keinem Quokka mehr begegnet.

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Ich beschliße wieder zurück in den Ort (Namen vergessen, weil ich so krank bin) zu radeln und mir etwas zu essen zu besorgen.

Was soll ich sagen?!
Anscheinend gibt es in dem kleinen Dorf mehr Quokkas als Einheimische. 🙂
Überall wo es die Möglichkeit gibt etwas Essbares abzustauben trifft man auf die kleinen Tierchen.
Und ich muss zugeben, das diese lustigen kleinen Gesellen möglicherweise wirklich die glücklichsten Tiere der Welt sind.
Schade, das ich nicht übernacht bleiben kann, weil ich mit Sicherheit viel bessere Fotos hätte machen können.
Hier jetzt also der lang ersehnte Beweis, das es den Quokkas wirklich gut geht.

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Sind die nicht süß?!

SIND DIE NICHT SÜÜÜÜß?!


6 Gedanken zu “Wie ich mal die glücklichsten Tiere der Welt besucht habe

  1. Wie ich mal begonnen habe am Nachruf für Jobsti zu schreiben: Einem Alpinisten, einem Extremradler, einem Polarkreisquerer, einem Nichts-als-Steine-Bezwinger, einem Weltenbummler, einem Schelm, einem Postkartenschreiber, ja einem Erzähler vor dem Herrn, der nun leider wird von uns gehen müssen. Dahingeschieden an einem grippalen Infekt, ja was sage ich einer AUSGEWACHSENEN Männergrippe (die Spanische Grippe muß DAGEGEN das Minimum aus Kindergeburtstag, Ponyhof und Wunschkonzert gewesen sein).
    So wird es wohl nun leider doch nix mit einer Reise in den (deutschen) Harz zum fantastischen Jobsti, faszinierenden Bildern und fesselnden Geschichten. Schade. Es wäre bestimmt einfach wieder TOLL geworden.

    R.I.P.
    DerPate.

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  2. Die sind aber echt süüüüß!
    Das darf Mann sogar sagen wenn man(n) die Todegrippe überstanden hat, damit hast du deine Männlichkeit genug unter Beweis gestellt!

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