Wie ich mal vom beliebtesten Sport im Jemen gehört habe

Gerade hab ich meinen Aufenthalt also um 5 Nächte verlängert, weil ich es wirklich geniße den Dorm für mich allein zu haben und wirklich mal abschalten zu können, da kommt doch ernsthaft ein neuer Gast!
Und das ausgerechnet in mein Zimmer!
Jetzt ist es also mit der Ruhe vorbei.

image

image
Mein Kumpel hat mich jeden abend besucht.

image

Andy ist ein Kanadier und schon seit 2008 unterwegs.
Ich bin echt beeindruckt und frage wie er es finanziert über 8 Jahre zu reisen.
Billig reisen ist das Stichwort.
Er hat vorher in Kanada in der Armee gedient und musste nach einem Unfall ausscheiden.
Anscheinend waren seine Ersparnisse und die Abfindung so gut, das er davon ohne weiteres bis jetzt reisen konnte.
Er meint, das sein Polster wenigstens noch 2 Jahre reicht, er dann aber absolut nicht weiß was er tun soll um wieder Geld zu verdienen.
Wir verstehen uns auf Anhieb ziemlich gut, weshalb es auch kein Problem für mich ist, nicht mehr allein im Dorm zu sein.

Mittlerweile sind meine Recherchen was eine neue Kamera angeht auch schon etwas weiter.
Zum einen hab ich dank Bonny die aktuellen Preise in Bangkok und weil Cindy gerade in Georgetown ist hat auch sie für mich geschaut, was ich hier in Malaysia für eine neue Kamera bezahle.

Fest steht, das ich mir meine Neue in diesem Land kaufe, weil es hier doch etwas günstiger ist.
Allerdings weiß ich noch nicht welches Modell ich möchte.
Ich glaube das entscheidende ich dann spontan.

Langsam wird es voll im Dorm.
Am nächsten Tag erreicht uns ein neuer Gast, mit dem wir das Zimmer teilen.
Leo kommt aus Korea und auf seine tapsige Art ist er schon ein ganz spezieller Fall.
Man weiß nie ob er gerade betrunken oder nüchtern ist, weil das was er erzählt gerne etwas wirr ist.😁
In einem sind sich aber der Kanadier und ich einig: Leo fetzt!

Am Nachmittag gehen Andy und ich erst einkaufen ( in dem muslimischen Land ist es gar nicht so leicht Bier zu bekommen) und danach an den Strand.
Hier lernen wir dann auch 2 Französinnen kennen, die Beiden Krankenschwestern machen 3 Wochen Urlaub in Malaysia und warten hier auf der Insel auf ihre Freunde, die sie in Kuala Lumpur kennengelernt haben.
Die Namen der beiden Mädels vergesse ich schon Sekunden nach dem sich die Zwei vorgestellt haben.
Viel zu kompliziert.😂
Aber nett sind sie auf jeden Fall und wir verabreden uns heute abend etwas gemeinsam zu unternehmen.

Nach dem wir Vier gemeinsam essen waren geht es mit ein paar Bierchen an den Strand.
Die Mädels sind echt nett aber auch etwas durchgeknallt.
Als sie am Strand anfangen einen Bauchtanz hinzulegen sieht das bei einer von den Beiden recht professionell aus, was warscheinlich an ihren marokkanischen Wurzeln liegt, die der Anderen sieht es dafür um so alberner wirkt es dafür um so alberner.
Spontan gesellt sich noch ein anderer „Tänzer“ dazu.
Ich für meinen Teil bin aber noch viel zu nüchtern um mich hier zum Klops zu machen.;)
Ich verspreche hoch und heilig beim nächsten mal zu tanzen, hoffe aber insgeheim, das es kein nächstes mal gibt.
Auch der Kanadier hat eigentlich keine Lust zu tanzen, versucht es aber irgend wann wenigstens.
Wobei mich sein gewackel in meiner Entscheidung sitzen zu bleiben nur noch bestärkt.

Ein merkwürdiger Abend aber gut, was solls.

Am nächsten Tag wird auch das letzte freie Bett im Dorm von Timo besetzt.
Endlich wieder ein Deutscher.:mrgreen:
Auch hier passt alles ganz gut, Timo Plan nach Australien zu gehen und dort per „Work & Travel“ zu reisen.
Im Prinzip sind wir ne echt klasse Truppe.
Tagsüber bleibe ich aber beim nichts tun, dafür gehen wir alle Vier abends an den Strand und machen es uns an einer Strandbar gemütlich.

image

image

Wobei wir wenn man es genau nimmt zu fünft sind, weil Andy eine Griechin, die wenigsten 15 Jahre älter ist als er angequatscht und mitgebracht hat.
Ich weiß echt nicht was er an ihr findet aber gut, ist ja nicht mein Problem und solange ich hier keinen Bauchtanz machen muss, bin ich glücklich. 🙂
Spannend ist, daß die Frau schon ein paar Jahre hier auf der Insel lebt und wie sie dieses finanziert.
Sie mietet hier nämlich regelmäßig über einen längeren Zeitraum ein Haus oder Apartment und in die Zimmer die sie nicht braucht quartiert sie Reisende ein und lebt von der Miete.
Auch wenn die Griechin für meinen Geschmack etwas zu viele redet ist es im großen und ganzen ein entspannter Abend.

Am nächsten Tag melden sich die Französinen wieder.
Die Beiden haben doch tatsächlich in einem Restaurant mit live Musik gefragt ob sie dort vor Publikum tanzen können und laden uns zu ihrem großen Auftritt um 20 Uhr ein.

Ganz ehrlich? !
Ich will nicht!
Auch die Begeisterung von Andy hält sich in Grenzen.
Aber weil es ja echt ungezogen wäre nicht hin zu gehen nehmen wir uns fest vor dem Restaurant einen Besuch abzustatten.
Kurz vor 8 liegen wir im Zimmer wobei ich es wenigstens schaffe aufzustehen.
Andy meint, das er einfach zu müde ist und bleibt liegen.
Auch wenn ich es mit Sicherheit eh nicht schaffe pünktlich da zu sein und ich auch nicht weiß ob ich wirklich in das Restaurant gehen möchte, laufe ich los.
Als ich zum Restaurant komme (15 Minuten zu spät ) ist von dem „Tanz Duo“ nichts zu sehen.
Auch nicht schlimm, geh ich erst mal was essen.

Gerade als ich wieder zurück ins Guesthouse gehe, läuft mit Timo über den Weg.
Der Bayer möchte noch irgendwo ein Bierchen trinken und weil ich ja gerade eh keine Termine hab, gehen wir zusammen.

Auf dem weg kommen wir an ein paar Straßen Musikern vorbei, und genau auf dem Gehweg vor den Musikern tanzen 2 Mädels.
Ich bemerke sie erst gar nicht bis Timo fragt ob das die Französinen sind.
Sie sind es!
Ich würde jetzt am liebsten schnell weiter gehen aber meine Begleitung bleibt stehen und schaut den Tänzerinnen zu.
Bleibt mir also nix anderes übrig als auch zu bleiben.
Als der Tanz zuende ist werde ich freudig begrüßt.
Ich entschuldige mich, natürlich als erstes dafür, daß ich den großen Auftritt verpasst habe.

Welcher wie ich jetzt erfahre gar nicht stattgefunden hat, weil ein Adapter für die Musikanlage gefehlt hat.
Muss ich also nur noch ein halb so schlechtes Gewissen haben.
Wir fragen die Beiden ob sie nicht Lust haben mit uns in eine Bar zu gehen aber die Mädels haben schon etwas anderes vor.
Wenn wir möchten können wir uns später gern wieder am Strand treffen.
Wenn es passt kommen wir auf jeden Fall vorbei versprechen wir und verabschieden uns.

Minuten später sitze ich mit Timo am Strand an einer Bar, wir trinken uns gemütlich ein Bierchen, quatschen und genießen unseren Urlaub.

Als es Zeit wird zu gehen, entscheiden wir am Strand entlang zu laufen um eventuell die Tanzmäuse wieder zu treffen.

Und tatsächlich finden wir die Mädels, die gerade nach einem ihrer 2 Freunde suchten.Als dieser endlich auftaucht werden wir von ihm wirklich freudig begrüßt.
Wie immer wenn ein Name für mich nicht so einfach zu merken ist und ich ihn warscheinlich auch in den nächsten Tagen nicht mehr brauche, vergesse ich wie der Kerl heißt.
Freuen tut er sich auf jeden Fall über unsere Gesellschaft.

Dann gehen wir zu seinem Kumpel, der schon am Strand wartet.
Ich glaube dieser ist nicht so ganz erfreut uns zu sehen.
Schließlich hat er alles Schön vorbereitet, etwas zu trinken hingestellt und mit Kerzen ein Herz in den Sand gebastelt.
Timo fragt als erstes, ob er das Herzchen für uns gemacht hat😂.
Klasse Einstieg und beste Vorraussetzungen für eine lange Freundschaft.

Egal, wir wollen ja nicht lange stören.
Die beiden studieren übrigens in Kuala Lumpur und kommen ursprünglich aus dem Jemen.
Ich gebe zu, ich weiß gar nichts über dieses Land.
Das einzige was ich damit in Verbindung bringe ist ein Werbespruch aus den Känguru Chroniken von der „Initiative für mehr Arbeit“.

„Ich lauf bis in den Jemen – für mein Unternehmen. Ich schwimm bis nach Birma – für meine Firma.“

Ich gebe ja zu, das ist nicht viel und über das Land an sich sagt es auch nicht viel aus aber ich mache diese Reise ja auch um etwas über andere Länder und Kulturen zu lernen.:)

Das was ich heute abend über den Jemen lerne ist auch etwas, was kaum jemand weiß und auch ich dachte erst die Beiden veräppeln mich aber anscheinend stimmt es.

Der populärste Sport nach Fußball in diesem Land ist das springen über Kamele. :mrgreen:
Wer es nicht glaubt kann gerne „Yemen camel jumping“ bei YouTube eingeben und sich ein paar Sprünge ansehen.
Ich jedenfalls finde es super und bin auch recht froh, daß wir uns nur über so nette Sachen unterhalten und nicht über die aktuelle Politische Lage im Heimatland der Beiden.

Nach etwa 2 Stunden entscheiden Timo und ich die Vier alleine zu lassen.
Schließlich ist es schon spät und ich muss noch alles für meine morgige Abreise vorbereiten.

Auch wenn ich einen kleinen Fehler gemacht habe und ich immernoch etwas reisemüde bin steht fest, daß ich morgen wieder nach Georgetown fahre.
Schließlich muss ich ja eine neue Kamera kaufen.

Was ich nur etwas unterschätzt hab ist Chinesisch Neujahr.
Ich war ganz fest der Meinung dieser Feiertag wird nur am 7.2. zelebriert.
Allerdings gehen die Haupt Feierlichkeiten vom 7. bis 9. in dieser Zeit ist es in Georgetown zum einen schwer ein günstiges Zimmer zu bekommen und zum anderen sind die meisten Geschäfte geschlossen.

Auch für die Fähre bekomme ich nur noch ein Ticket für den späten Nachmittag.
Aber gut, ich muss hier weg um mir endlich nen neuen Fotoapparat zu kaufen.

Wenigstens konnte ich mit Jon’s Hilfe noch ein Bett im 80’s Guesthouse in Georgetown ergattern.
So daß ich wenigstens einen Schlafplatz habe bis ich endlich meine neue Kamera kaufen kann.

Am Tag meiner Abreise gehe ich nochmal mit den Jungs essen, wobei Leo auch schon nicht mehr bei uns ist, weil er Gesten nach Kuala Lumpur geflogen ist.
Und wen treffen wir in dem Restaurant? !

Klar, die Tanzmädels.
Da kann ich mich wenigstens noch ein mal von den Mädels und ihren 2 Freunden ordentlich verabschieden, bevor ich Langkawi entgültig verlasse.

Da ich nur noch ein Fährticket für den späten Nachmittag bekommen habe heißt es jetzt warten.

image

image

Hier jetzt ein paar Bilder, die ich in der Zeit hier auf der Insel mit dem Handy geknipst habe.

image

image

image
Die Polizei hat hier Ninjas

image

image

image

image

image

image

image

image

image

image
Mein Dad war so net mir seine Flop Flops zu überlassen. Jetzt laufe ich Werbung am Strand
image
Hässlicher Vogel...Aber vermutlich ein guter Charakter
image
Hübscher Vogel ....ziemlich eingebildet

 


Ein Gedanke zu “Wie ich mal vom beliebtesten Sport im Jemen gehört habe

  1. Wie ich mir mal vorgestellt hab, ob du ein Namensverzeichnis deiner Reisebekanntschaften angelegt hast… kein Wunder, dass du nicht alle behalten kannst/willst/musst. Aber dies war wieder ein klasse Bericht. Wie kann man soviel Dinge mit Nichtstun erleben? Weiter so…;-)

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s