Wie ich mal durch Georgetown getiegert bin

Der Tag beginnt mit einem ordentlichen Frühstück und einer Nachricht aus der Heimat.
Zuhause ist es anscheinend bitterkalt und Opa macht sich Sorgen um die Heizung in der Gaststätte.
Eigentlich schreibe ich das mit der Nachricht und der Heizung hier jetzt nur aus 2 Gründen.
1.  Weiß ich, das der Opa hier regelmäßig liest und ich ihn mal schnell  grüßen möchte.
2. Ist der Weg über den er mir die Nachricht zukommen läßt wie ich finde eine ziemlich coole und etwas ungewöhnliche Art mit seinen Großeltern in Kontakt zu bleiben.
Mein Opa hat nämlich mit fast 85 einen Instagram Account. 🙂
Wer kann das schon behaupten?!
Ich kenne auf jeden Fall nur 3 andere dessen Großvater auf Instagram ist und alle Drei heißen auch Jobst mit Nachnamen. ☺

Der Plan Roller zu mieten und auf diesen Weg die Insel zu erkunden wird gleich nach dem Frühstück in die Tat umgesetzt.
Zum Glück stellt sich das Vorhaben als ziemlich unkompliziert herraus.
Der Man, von dem wir die Roller bekommen verlangt nur eine kleine Kaution als Sicherheit.
Führerschein ist ihm eh egal und auch wie viele andere möchte er auch keinen unserer Reisepässe als Pfand einbehalten.

Malaysia hat Linksverkehr!
Aber weil die Straßen hier auf  Pulau Pangkor kaum befahren sind wird schon alles gut gehen.
Meine Eltern sind schon unterwegs und auch ich fahre vorsichtig los, bis zur Hauptstraße, dann nach links,  schön aufpassen, daß ich weit auf der linken Straßenseite bleibe und KLATSCH….. krache ich in ein Bambus-Rollo, das gerade von einer Windböhe auf die Straße geweht wurde.
Überall fliegen jetzt kleine Holzsplitter und ich glaube ich hab den Scooter ein wenig zerkratzt.:?
Keiner hat etwas gesehen, also fahre ich noch ein paar Meter weiter bis an die Stelle an der meine Eltern auf mich warten, und entferne erstmal die Bambusstückchen aus der Verkleidung.
Nix passiert! :mrgreen:

Eigentlich hat die Pulau Pangkor nur eine Hauptstraße, diese ist etwa 17 km lang und geht ein mal rund um die Insel.
Die Anzahl der Touristen ist überschaubar und unsere Chancen sind nicht schlecht einen ruhigen Strand zu finden.
Insgesamt schaffen wir 3 Runden um die Insel, wir kennen jetzt jedem Aussichtspunkt und natürlich haben wir auch eine Badepause an einem einsamen Strand eingelegt.

Schön ist es auf jeden Fall!
Man hört das Meer rauschen, die Vögel singen und die Mutti, die uns ständig ermahnt vorsichtig zu fahren.:)

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Abends geht es wie immer an unseren Essensstand an der Straße und wie immer lassen wir den Tag auf der Terrasse ausklingen.

Cindy hat mir auch eine Nachricht geschickt, die Französin ist im Moment auf den Philippinen.
Als ich ihr schreibe, das ich gerade in einem Hotel mit Pool bin, meint sie nur, daß ich bloß weil ich mit meinen Eltern unterwegs wie ein Nobel Urlauber wohne. 😂

Das kann ich so natürlich nicht auf mir sitzen lassen.
Als nächstes übernachten wir wieder im Hostel. 😂

Weil wir eh weiter nach Georgetown möchten und Cindy mir dort das „80’s Hostel“ empfohlen hat buche ich dieses als Unterkunft für die nächsten 2 Nächte.

Natürlich müssen wir da erst einmal hin kommen.
Mit dem Taxi fahren wir vom Hotel erstmal zum Hafen.
Hier dauert es keine 5 Minuten bis unsere Fähre abfährt.
Langsam wird es unheimlich, so reibungslos wie alles läuft. 🙂

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Die Serie setzt sich dann auch ohne irgendwelche Zwischenfälle fort.
Keine 15 Minuten nach dem wir das Festland erreichen sitzen wir nämlich im Bus nach Butterworth.

Ja ich weiß, langsam wird es langweilig aber der Busbahnhof ist direkt beim Fährhafen und wir brauchen nur ein paar Minuten warten, bis die Fähre die uns auf die Insel Penang bringt ablegt.

Wenigstens müssen wir in Georgetown ne Weile laufen um unser Hostel zu erreichen.
Verfolgt von dem ständigen Klappern des Rollrucksacks meiner Mutter wandern wir durch die stark befahrenen Straßen von Georgetown.
Bis wir die „Love Lane“ erreichen welche ganz klar der Backpacker Hotspot in Georgetown ist.

Im Hostel hab ich für die Eltern ein Doppelzimmer und für mich ein Bett im Dorm gebucht.
Und auch wenn alles ziemlich einfach eingerichtet ist finde ich es super.
Für die Eltern ist es etwas gewöhnungsbedürftig aber im großen und ganzen geht es für die Beiden auch in Ordnung.  Schließlich wollten sie ja so reisen wie ich es schon die letzten 7 Monate unterwegs bin.

Mein Vater ist mittlerweile richtiger Profi im Reiseführer lesen und in diesem entdeckt er auch ein Restaurant, welches schon vom Namen her für mich interessant klingt.
Schließlich habe ich mittlerweile recht selten die Gelegenheit Köstlichkeiten aus der Heimat zu futtern und weil „Ingolf’s Kneipe“ ja nun wirklich nicht nach Reis und Nudeln klingt haben wir unser Ziel für heute Abend schon festgellegt.:)

Mein Dad findet auch einen guten Weg um unser nächstes Ziel nach Georgetown anzusteuern.
Da wir ja bis jetzt mit Bahn und Bus unterwegs waren hält er es für eine spitzen Idee die Insel Langkawi mit dem Boot anzusteuern.
Weil meine Mutter und ich der gleichen Meinung sind marschieren wir also gleich zum Hafen um ein Ticket für die Fähre zu besorgen.
70 Ringgit  (ca 18€) kostet eine Fahrkarte für die 3 stündige Überfahrt.
Wie ich finde Ost der Preis ok und wir holen uns 3 Karten.

Danach erkunden wir die nähere Umgebung.
In Georgetown gibt es einiges zu entdecken, wir schauen uns in Little India um, erkunden die Straßen und Gassen und als es Zeit wird etwas zu essen, laufen wir in die Richtung in der Ingolf’s Kneipe sein müsste.
Nach 2 Kilometern erreichen wir den Ort auch aber irgendwie ist hier nichts wie im Reiseführer beschrieben und von einem deutschen Restaurant ist weit und breit nix zu sehen.
Nach einiger Suche im Internet steht fest, wir sind Falsch, gaaanz falsch.
Gerne würde ich jetzt auch dem Reiseführer die Schuld in die Schuhe schieben aber wie wir feststellen müssen war es unser Fehler.

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Suchen wir und also ein anderes Restaurant und wir haben echt Glück, weil wir ein Café finden in dem richtig gut aufgetafelt wird.
Auf jeden Fall eine gute Alternative zum Schnitzel und super lieber Service.

Im Hostel dann entdecke ich ein bekanntes Gesicht, ist in meinem Zimmer doch tatsächlich ein junger Stuttgarter mit dem ich mir auch schon in Bangkok das Zimmer geteilt habe.
Er ist schon ein paar Tage länger hier in Georgetown allerdings kann er uns wenig gute Tips für den morgigen Tag geben, weil er eigentlich nur hier im Hostel ist.
Endlich mal jemand, der noch ein wenig fauler ist als ich.😂
Immerhin kennt er einen Laden in der Nähe in dem es günstiges Bier zu kaufen gibt.
In Malaysia ist die Steuer auf Alkohol nämlich extrem hoch und da ist man natürlich über solch wertvolle Tips immer dankbar.
Dankbar wäre ich auch wenn meine Kamera wieder vernünftig funktionieren würde aber das dumme Ding macht immer mehr Mucken und ich kann von Glück reden wenn mir mal ein halbwegs vernünftiges Bild gelingt. 😯

Die Eltern gehen relativ früh schlafen aber weil ich noch nicht müde bin setze ich mich zu Jon (er arbeitet hier im Hostel) quatsche noch ein wenig mit ihm und beobachte das Treiben hier auf der Straße. Bevor es irgendwann auch für mich Zeit wird an der Matratze zu horchen.

Nach dem Frühstück laufen wir erstmal gemütlich Richtung Meer.
Nen echten Plan haben wir für unseren einzigen vollen Tag in Georgetown nicht.
Aber zur Sicherheit haben wir auf jeden Fall unsere Badesachen mitgenommen.
Schließlich sind wir ja auf einer Insel!
Nach dem wir gute 1,5 Stunden durch die Gegend gelatscht sind ist klar, daß es vielleicht doch besser gewesen wäre wenn wir uns vorher überlegt hätten wo mit wir den heutigen Tag verbringen wollen.
Klar gibt es hier ein paar schöne Prachtbauten aus der Zeit als die Insel unter englischer Herrschaft stand aber nur Häuser angucken und durch die Straßen laufen ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.
Auch schwimmen kann man hier in der Küste der Stadt knipsen, weil das Wasser aussieht als hätte sich gerade eine Horde Wasserbüffel im Schlamm gesuhlt.
Wobei Büffel-Wasser sicher noch sauberer und auf jeden Fall gesünder wäre als die Brühe die wir hier zu Gesicht bekommen.

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Irgendwann errichten wir eine Haltestelle von einem „Stadtrundfahrt Bus“.
Bevor wir noch weiter planlos durch die Stadt eiern, ist eine Fahrt mit dem Bus ja eine nette Alternative.
Wir kaufen also ein Tagesticket und starten mit der sogenannten Strand- Rundfahrt, die raus aus der Stadt und immer an der Küste lang geht.
Trotz unglaublicher Hitze setzen wir uns natürlich in den offenen oberen Bereich.
Auch wenn es überall die Möglichkeit gibt auszusteigen uns später den nächsten Bus zu nehmen fehlt uns irgendwie die Lust dazu und wir bleiben lieber sitzen, machen ein paar Fotos und schauen uns die Gegend an.

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Als wir wieder an der ersten Haltestelle sind, wechseln wir den Bus und machen die Stadt Rundfahrt.
Allerdings machen wir hier nur die halbe Strecke,  weil wir endlich etwas finden, das ziemlich interessant aussieht.
Wir sind am Fuß des 833 Meter hohen Penang Hill genau an der Talstation der „Penang Hill Railway“ eine Bahn die seit 1923 den steilen Berg rauf fährt und das nicht einfach wir eine normale Eisenbahn…..nein, die Schienen gehen steil nach oben, dem entsprechend schief ist die Bahn gebaut.

Nach der etwa 6 minütigen Fahrt können wir dann die grandiose Aussicht auf die Stadt genießen.
War ne gute Idee hier rauf zu fahren.:)
Ein paar Meter laufen wir und erreichen erst einen Hindu Tempel und gleich daneben eine Moschee.
Spannend, wie dicht neben einander hier diese völlig verschiedenen Gotteshäuser stehen.
Nach einer guten Stunde wird es Zeit wieder zurück zu fahren.

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Im Tal steigen wir wieder in den nächsten Bus und fahren so lange, bis es nicht mehr ganz so weit bis zum Hostel ist.

Hier heißt es dann die Rucksäcke packen und alles für die morgige Weiterreise vorbereiten.
Abendessen müssen wir natürlich auch und wir finden ganz in der Nähe den „Red Garden“ mit live Musik, haufenweise recht günstigen Essensständen und erschwinglichen Bier Preisen.
Blöd nur, daß wir vorher schon in einem anderen etwas zu teureren Restaurant gegessen haben.😯
Schon aus Prinzip esse ich hier trotzdem noch etwas.:mrgreen:

Ab morgen ist dann Strand Urlaub geplant.


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