Wie ich mal 7 Mönchen nichts zu essen gegeben habe

Gegen 2 Uhr nachts sind wir wieder im Hostel.
Wobei zumindest Bonny und ich nich viel Zeit zum schlafen haben, weil es für  die Thailänderin unglaublich wichtig ist morgen Früh wenn die Mönche das Kloster verlassen ihnen etwas zu essen zu bringen.

Es ist so, das die Mönche jeden Morgen das Kloster um Lebensmittel Spenden von den Gläubigen zu sammeln und laut Bonny ist es gerade Neujahr eine wichtige Tradition und soll Glück bringen wenn man den Mönchen etwas zu essen bringt.
Blöderweise laufe sie sehr früh am Morgen los und ich frage Bonny ob es reicht, wenn ich um 6 Uhr aufstehe.
„Das sollte reichen ist die Antwort und weil es bis dahin nur noch ein paar Stündchen sind, versuche ich so schnell wie möglich zu schlafen.

Ich mache die Augen auf und nach einem Blick auf den Wecker bin ich doch verdammt stolz auf mich.
Kurz vor 6 und ich bin wach.
Bonny ist auch schon auf den Beinen, ich sage ihr, das ich nur noch 5 Minuten brauche und wir dann los gehen können um die Mönche zu beschenken.
Die Antwort, die ich jetzt von ihr bekomme hab ich allerdings nicht erwartet……ich bin zu spät, sie ist schon wieder zurück von den Mönchen.
Quatsch sage ich aber anscheinend ist es wahr, ich habe verschlafen und sie mit 6 Uhr aufstehen anscheinend missverstanden, weil die Mönche schon früher loslaufen.

Nicht so schlimm denke ich, weil ich von Anfang an nicht sicher war ob ich es schaffe wach zu werden.
Und weil ich schon mal wach bin kann ich noch bis 6 Uhr warten und den Leuten Zuhause auch wenn sie endlich hier in 2016 ankommen ein „Frohes Neues“ wünschen.

Außerdem kann ich mir so die Geschichte anhören wie Bonny am Neujahrs Morgen die erste war, die 7 Mönchen etwas zu essen gegeben hat.
Stolz wie Oscar ist die Thailänderin und ich freue mich natürlich mit ihr.

Dann mache ich das für mich einzig Vernünftige und lege ich mich wieder hin…..is halt zu früh für mich und jetzt wo ich weiß, daß die Mönche schon gut versorgt wurden kann ich auch friedlich noch ein paar Stunden schlafen.

Sehr lange schlafen wir trotzdem nicht, schließlich haben wir noch einiges vor.
Eigentlich ist mir relativ schnuppe was wir machen, weshalb ich kurzerhand meine Reiseleiterin zum Boss für de  heutigen Tag erkläre.
In die engere Auswahl schaffen es dann endweder ein Besuch bei den Kuang Si Wasserfällen oder eine Fahrt zu den Pak Ou Höhlen.
Es wundert mich kaum, daß der Boss sich für die Höhlen entscheidet.
Das es Bonny schon sehr ernst mit dem Buddhismus nimmt hab ich ja gleich am unserem ersten Treffen in Bangkok mitbekommen und als im Zusammenhang mit den Höhlen dies auch ‚Buddha Caves“ genannt wurden stand für den Boss fest, da müssen wir hin.

Um jetzt noch einen Ausflug dorthin vom Hostel aus zu buchen ist es zu spät aber weil wir ums sicher sind, das wir jemanden finden, der uns mit dem Boot (anders sind die Höhlen nicht zu erreichen) dort hin bringt gehen wir erst einmal zu Ufer der Mekong.
Keine 5 Minuten brauchen wir um jemanden zu finden, der uns eine Bootsfahrt zu den Höhlen anbietet.
Was ich bis gestern nicht wusste ist das die thailändische und die laotisch Sprache sehr ähnlich ist, so daß sich Bonny ohne Probleme mit den Einheimischen hier unterhalten kann.
Im Vergleich etwa so wie wenn wir in die Schweiz oder nach Österreich fahren.
Dieser Umstand macht das reisen hier in dem nächsten Tagen für und natürlich um einiges einfacher.

400.000 Kip ( ca 45 € )  soll die Fahrt kosten.
Wir finden das ein wenig zu teuer und Bonny beginnt mit den Verhandlungen wärend ich einfach nur daneben stehe und nix verstehe.

Der Typ erklärt ihr, das wir ein eigenes Boot (inkl. Kapitän) bekommen, die fahrt zu den Höhlen 2 Stunden dauert und er wenigstens 350.000 Kip dafür möchte.
Alternativ können wir ja ein Tuktuk nehmen und uns dann über den Fluß fehlen lassen, das würde höchstens 80.000 pro Person kosten.
Aber diese Variante scheidet für uns aus, weil wir Boot fahren wollen.
Schließlich sagt der Typ 330.000 Kip ich sage Bonny das ich das ok finde, weil es keine 20 € pro Person sind.
Bonny zögert aber immernoch und fragt ob wir nicht woanders noch schauen sollten.
Finde ich nicht, wir haben unser eigenes Boot, der Preis ist für mich OK, ich bezahle.

Der Typ nimmt das Geld, meint das wir kurz warten sollen und läuft zu einem der Boote am Fluß.

Jetzt wo wir kurz allein sind mein Bonny, das wenn wir das nächste mal irgendwo Preise verhandeln wir gehen bevor wir etwas fest ausmachen.
Sie ist sicher, daß wir immer noch zu viel bezahlt haben und der Typ wenigstens noch um 80.000 Kip runtergegangen wäre, wenn ich nicht gesagt hätte, das wir das jetzt machen.

Ok. Meine Schuld aber jetzt ist es auch egal und für die Zukunft weiß ich Bescheid.
Jetzt freuen wir uns erstmal auf die gemütliche 2 stündige Fahrt zu den Hohlen.
Im Gegensatz zu dem großen Boot mit dem ich ja schon 2 Tage auf dem Mekong unterwegs war, habe ich hier das Gefühl viel mehr zu sehen und auch etwas besser fotografieren zu können, weil wir dichter am Ufer unterwegs sind.
So kämpft sich unser Bötchen gegen den Strom des Mekong unserem Ziel entgegen.
Unterwegs fragt der Fahrer ob wir noch einen Stop beim „Whisky Village“ einlegen möchten.
Unter normalen Umständen hätte ich sicher sofort „Ja“ gerufen aber ich hab auf TripAdvisor die Bewertungen zu diesen Ort gelesen und weil die meisten der Besuche geschrieben haben, das es eigentlich nur eine riesige  Verkaufs- Veranstaltung ist und man hier im Prinzip nix über den laotischen Whisky lernt, gebe ich dem Kapitän zu verstehen, das wir an diesem Ort gern vorbei fahren können.
Einmal halten müssen wir bevor wir die Höhlen erreichen trotzdem, weil der Tank unseres Schiffchens fast leer ist.

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Am Ziel dann müssen wir erstmal ein paar Treppen steigen.
Unser Fahrer gibt uns eine Stunde Zeit und ich bin sicher, die Stunde reicht lässig.
Mittlerweile weiß ich auch etwas mehr über den Ort, den wir gerade besuchen und muss mein Wissen an dieser Stelle natürlich gleich niederschreiben.

Die Höhlen die an den Uferklippen des Mekong etwa 25 km von Luang Prabang entfernt liegen sind einer der bedeutendsten buddhistischen Wallfahrtsorte in Laos. Hier wurden während des Indochina-Krieges private Buddhastatuen der Bevölkerung vor Plünderungen in Sicherheit gebracht. Zeitweise sollen in den beiden Höhlentempeln über 5000 Statuen gestanden haben. Hunderte davon, in verschiedensten Größen, sind heute noch in den beiden Höhlen zu besichtigen. Der Sage nach wurden die beiden Höhlen seit 1547 als Tempel genutzt.

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Zuerst gehen wir zur unteren Höhle und ja, hier stehen wirklich ne Menge Buddhas rum.
Die Höhle hat 2 Ebenen und weil man nich sehr tief hinen gehen kann ist es ziemlich hell.
Ich bin überrascht und freue mich, daß  gerade relativ wenig Leute hier sind.
So haben wir viel Zeit uns alles in Ruhe anzuschauen.
Irgendwann sehen wir wie ein recht großes Boot unten am Fluß festmacht und eine Horde Touristen sich auf den Weg hier rauf begeben.
Das ist dann also für uns das Startzeichen weiter zur 2. Höhle zu laufen.
Unterwegs treffen wir dann auf einen  Bekannten freudig begrüßen wir uns und als Bonny mich kurze Zeit später nach seinen Namen fragt antworte ich, das ich ein wenig Bedenkzeit brauche weil ich ihn gerade vergessen hab.
Bonny fällt er auch gerade nicht ein, also grübeln wir gemeinsam.

5 Minuten später erreichen wir die Höhle und ich kann Bonny voller Stolz verkünden, das der Name unseres Freundes Magnus ist.😁

Die 2. Höhle ist tiefer und dunkler.
Am Eingang haben sich auch ein paar Einheimische auf den Verleih von Taschenlampen spezialisiert.
Lampen haben wir dank Handy selbst und so können wir diese doch etwas aufgeräumtere Höhle erkunden, bevor es dann irgendwann mit dem Boot zurück in die Stadt geht.

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Weil wir ja jetzt mit dem Strom schwimmen dauert die Rückfahrt nur etwa eine Stunde.
Jetzt wird es Zeit ein paar Tempel zu besuchen und ein wenig in der Stadt rumzulungern.

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Allerdings ist nach nur einem Tempel erstmal Schluß weil wir eine Bambusbrücke entdecken.
Ich kannte die Brücke schon, hab es aber bis jetzt noch nicht geschafft auf die andere Seite zu gehen.
Außerdem muß man bezahlen um diese zu passieren.
Ein paar Minuten überlegen wir aber nachdem mir ein paar Deutsche erzählen, das sich der Besuch auf der anderen Seite lohnt, bezahlen wir und gehen rüber.

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Besonders spannend finde ich die andere Seite des Flusses nicht aber ein Restaurant in der Nähe der Brücke sieht zwar nicht gerade super billig aber dafür super gut aus.
Da will ich hin und was essen!
Bonny zu überreden fällt mir zum Glück auch nicht schwer.

Die beste Idee des Tages ist es hier her zu kommen, wir haben einen super Platz mit Blick auf den Fluß und genießen ein Laos BBQ oder ist es ein Fondue? Egal! Lecker ist es auf jeden Fall!

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Bevor wir zurück ins Hostel gehen müssen wir natürlich noch auf den Berg um den Sonnenuntergang zu fotografieren.
Und wen treffen wir hier oben?!
Klar Magnus ist schon da, weil er die selbe Idee hatte.:mrgreen:
Magnus kennt zusätzlich auch noch eine Geschichte zu dem Berg auf dem wir gerade sitzen und weil ich diese echt gut finde und Angst habe sie doch wieder zu vergessen schreibe ich sie hier schnell auf.

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Vor langer Zeit wollte der König eine bestimmte Sorte Pilze essen, die es allerding nur auf Srilanka gibt.
Er fragte den Affengott ob dieser ihm die Pilze besorgen kann welcher auch gleich nach Srilanka aufbrach um diese zu besorgen.
Als der Affengott mit den Pilzen zurück kam meinte der König nur, daß es die falschen sind.
Also musste der Gott noch einmal los, die richtigen zu suchen.
Diese Spiele ging so ein paar mal, bis es dem Affengott zu viel wurde.
Wutentbrannt ging er ein letztes mal nach Srilanka, riss einen Berg aus der Insel und brachte diesen nach Luang Prabang.
„Jetzt kannst du deine Pilze selber suchen!“
Waren seine letzten Worte bevor er verschwand.
Seit dem steht also in Luang Prabang der Berg mit dem Namen Pho Si.

Und im Moment steht hier oben nicht nur ein kleiner Tempel sondern neben einigen anderen Besuchern auch Bonny, Magnus und ich und warten auf den Sonnenuntergang.

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Auf dem Rückweg schauen wir noch mal den Mönchen beim beten zu bevor es endgültig zurück ins Hostel geht.

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2 Gedanken zu “Wie ich mal 7 Mönchen nichts zu essen gegeben habe

  1. Wie ich mal wieder von Geschichten (z.B. Affen-Gott und Berg), Geschehnisse (z.B. früher Jobsti-Vogel um 6 Uhr schon zu spät), Fotos (z.B. Sonnenuntergang), Erklärungen (z.B. Sprach-Ähnlichkeit) & Co begeistert war.

    Immer wieder eine große Freude hier aus der Ferne ein ganz klein wenig und mit gebührendem zeitlichem Abstand teilhaben zu dürfen.

    Mach’s gut, Jobsti,
    K2.

    P.S.: Und der neueste Beitrag von Jobsti unserer Challenge ist erst gestern auch hier in Good old Germany im Briefkasten gelandet.

    Vielen, vielen herzlichen Dank !

    Wir liegen quantitativ ja stark zurück, haben ja aber auch noch etwas Zeit unsere Aufholaktion zu starten. „Qualitativ“ werden wir aber vermutlich leider sowieso nicht mit Dir mithalten können 😉

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