Wie ich mal eine Schule besucht habe

Nach 2 sehr entspannten Tagen wird es Zeit mal wieder etwas zu unternehmen.
Möglichkeit gibt es in Luang Prabang genug und Argentur die Ausflüge aller Art anbieten gibt es auch mehr als genug.
Auf TripAdvisor finde ich die Argentur „White Elephant Adventures „, weil diese nur gute Bewertungen hat buche ich spontan eine 2 Tagestour zu den entlegenen Dörfern der Hmong und Khmu.
Pro Tag kostet mich der Spaß 400.000 Kip (ca 45€) wirklich günstig finde ich das zwar nicht aber ich muss etwas unternehmen, schon allein weil ich die letzten Tage so faul war.

Um 7 Uhr morgens stehe ich also bei der Argentur und warte, das es los geht.
Ich bin nicht allein, außer mir möchten noch 3 Mädels aus England und eine Familie aus Amerika auf diese kleine Wanderung gehen.

Zu erst geht es mit dem Auto raus aus der Stadt und nach nicht ganz einer Stunde Fahrt erreichen wir ein kleines Dorf.
Unterwegs gab es schon Frühstück, so daß wir jetzt frisch gestärkt los wandern können.

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Weit laufen wir nicht, weil es nach etwa 300 Metern nicht mehr weiter geht…..Ein Fluß an dem gerade Wäsche gewaschen wird versperrt uns den Weg.
Natürlich haben unsere 2 Tourguides die passende Lösung parat und wir werden von einem Einheimischen mit seinem wackeligen kleinen Boot sicher ans andere Fluß Ufer gebracht.

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Jetzt geht die Wanderung richtig los, erst vorbei an Reis- und Gemüsefeldern, dann weiter durch den Dschungel bis wir nach etwa 2 Stunden das erste Dorf erreichen.
In diesem Dörfchen leben die Khmu und laut Aussage unseres Guides etwa 60 Familien.
Nach einer sehr kurzen Rast gehen wir weiter,  schließlich wollen wir zum Mittagessen in einem kleinen Hmong Dorf Pause machen.

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Jetzt hier von mir ein wertvoller Tipp für den Fall das jemand eine Wanderung im bergigen Dschungel plant.
Du brauchst ordentliche Schuhe!!!
Eins der Mädels aus England ist in Sneakers und eins in Sandalen unterwegs.
Ich hab das zwar schon ganz am Anfang bemerkt, weil die Drei aber riesige Rucksäcke mit schleppen war ich mir sicher, daß sie noch ein paar vernünftige Schuhe mit im Gepäck haben.
Haben sie aber nicht!
Der Pfad den wir gehen wird immer matschiger und auch immer steiler.
Als die erste der Mädels sich der Länge nach hin legt.
Zum Glück nimmt sie das ganze mit Humor und auch das sie sich ziemlich eingesaut hat ist nur halb so wild.
Nur kurze Zeit später legt sich ihre Freundin auf die Nase und auch wenn unsere Guides mittlerweile für jeden von uns einen Wanderstock gebastelt haben stürzen die Mädels ab jetzt abwechselnd im 5 Minuten Takt.
Was die Wanderung natürlich erheblich verlangsamt.

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Irgendwann erreichen wir dann einen See um den herrum ein paar kleine Hütten stehen.
Win paar Bänke und Tische sind auch aufgebaut.
Hier in dem kleinen Hmong Dorf gibt es also Mittagessen.
Ein paar Frauen haben Stände aufgebaut an denen sie selbsgemachte Taschen und Armbänder verkaufen und unsere Guide erklärt uns, daß die Familien so versuchen noch ein paar Kip zu verdienen und so auf jeden Fall das Geld hier den Einwohnern des Dorfes zu gute kommt.
Weil es wirklich nicht teuer ist und ich die Leute einfach nur nett finde kaufe ich 2 kleine Armbänder und spiele noch ein wenig mit den Kindern, bevor unsere Wanderung weiter geht.

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Anstrengend ist die Tour auf den schlammigen steilen Pfaden auf jeden Fall  (besonders für die Engländerinen).
Dafür werden wir wenn sich der Dschungel etwas lichtet mit einer großartigen Aussicht belohnt.

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Viel später als geplant erreichen wir das Dorf in dem wir die Nacht verbringen werden.
Es ist spanned, das leben hier im Dorf, zu beobachten.
Ich komme gerade vom Waschraum, der ein paar Meter außerhalb unserer Unterkunft ist als ich nen einheimischen mit einem Luftgewehr treffe.
Anscheinend wollte der Typ gerade zu unseren Gastgebern, weil er etwas das er  aus seiner Jackentasche zieht hier abgeben will…..ein ziemlich kleines noch lebendes Huhn.
Die ältere Frau von der Familie bei der wir hier leben nimmt das Tier freudig an sich und verschwindet damit in die Hütte die auch als Küche genutzt wird.
Ich nutze die Zeit die wir noch haben um ein wenig durch das Dorf zu streifen und beobachte das Leben hier im Dschungel, bevor ich zurück zur Unterkunft gehe.
Zum Abendessen gibt es Hühnchen und ich habe das Gefühl, daß unser Essen verdammt frisch zubereitet wurde.

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Die Mädels gehen schon recht früh ins Bett. Nur ich, der Amerikaner und unsere Guides bleiben etwas länger sitzen um ein wenig „Laos Whisky“ zu trinken.
Der Whisky ist gar nicht so schlecht, hat allerdings wenig mit der aus Schottland stammenden Spirituose gemeinsam.
Es handelt sich wie beim „Happy Water“ in Vietnam um selbst gebrannten Reiswein.
Auf jeden Fall sorgt er dafür,  daß ich wirklich gut in meiner kleinen Hütte schlafe.

Am nächsten Morgen geht es recht früh weiter.
Heute steht aber nur eine kurze Wanderung auf dem Programm.
Nach dem Frühstück gegen halb 9 ist unsere kleine Gruppe startklar und wir laufen los.
Bevor wir das Dorf aber endgültig verlassen besuchen wir noch kurz die Schule hier im Ort. 
In der Schule gibt es 4 Klassen und 2 Lehrer, so daß jeder Lehrer 2 Klassen gleichzeitig unterrichten muss.
Eine ziemliche Herausforderung wie ich finde.

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Wir laufen etwa 2 Stunden und die Mädels haben Glück weil wir fast nur auf guten und trockenen Wegen unterwegs sind.
Unfallfrei erreichen wir einen Fluss, den es mal wieder per Boot zu überqueren gilt weil auf der anderen Seite schon unsere Kajaks auf uns warten.

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Nach einer kurzen Einweisung und nachdem unsere Sachen wasserdicht verpackt sind paddeln wir los.
Eine gute Stunde sind wir auf dem Fluss unterwegs bis es zum geplanten langen Stop kommt.
Natürlich halten wir nicht irgend wo, sondern an einem wunderschönen Wasserfall.
Für meinen Geschmack sind etwas zu viele Menschen hier aber ich schaffe es trotzdem eine relativ ruhige Ecke für mich zu finden.
Mittagessen bekommen wir hier auch und nach Guten 2 Stunden heißt es dann für uns weil wir noch einige Kilometer vor uns haben, weiter paddeln.

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Noch gute 2 Stunden sind wir auf dem Fluß unterwegs und ich muss zugeben, daß meine Arme langsam schwer werden.
Aber wir schaffen es ohne echte Verluste  (die beiden Töchter der Amerikanischen Familie und ein Guide sind ins Wasser gefallen ) unser Ziel zu erreichen.

Was für eine Tour!
Hat echt Spaß gemacht aber jetzt freue ich mich um so mehr darauf wieder ins Hostel zu kommen, wo eine heiße Dusche und WLAN schon auf mich warten.

Natürlich mache ich auch schon Pläne was ich als nächstes Unternehmen kann und weil mir in Chiang Mai die kurze Zeit mit den Elefanten so gut gefallen hat entscheide ich mich dafür ein 4 tägiges Mahout Training zu machen.
Auch wenn der Spaß mit 370$ nicht gerade günstig ist gefällt mir die Idee 4 Tage mit meinem eigenen Elefanten zu verbringen.

Da wir ja immernoch fast täglich in Kontakt sind hab ich auch eine Nachricht von Bonny bekommen.
Ihr geht es im Moment nicht so gut weil einige Dinge bei ihr schief laufen.
Ich möchte ihr helfen, weiß aber nicht ganz wie….Wobei eigentlich weiß ich wie ich sie auf andere Gedanken bringen könnte.
Ich schreibe ihr, das sie wenn sie Lust hat mit mir durch Laos reisen kann.
Das bringt sie mit Sicherheit auf andere Gedanken und weil ich wenn ich die Wahl hab ob ich mit einem riesigen grauen Dickhäuter oder mit meiner lieblings Reiseleiterin unterwegs bin mich ganz klar für Sie entscheiden würde.

Sie ist über mein Angebot sehr überrascht und nach dem ich ihr mehrere Male versichert habe, das ich es wirklich ernst meine, schreibt sie, das sie noch eine Nacht darüber schlafen möchte.

Morgen früh entscheidet sich dann also, ob ich Silvester mit Elefanten oder mit Bonny feiern werde.


5 Gedanken zu “Wie ich mal eine Schule besucht habe

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