Wie ich mal bis 10 gezählt habe

Für die nächsten 2 Tage hat sich meine Reiseleiterin ein Mammut Programm ausgedacht.
Wichtig ist das wir auch alles schaffen, das wir spätestens um halb 10 starten.
Fast pünktlich um 9.05 Uhr bin ich an der Minibus Station.
Bonny ist natürlich schon da.
Karten für den Minibus hat sie in Null Komma nix besorgt und wir düsen los.
Es wird nicht das letzte mal sein das ich frage wie die Stadt heißt die wir besuchen wollen und wie jedes mal wenn ich die Frage stelle bekomme ich  Kanchanaburi als Antwort.
Eigentlich wollte ich ja wärend der Fahrt ein wenig am Blog schreiben.
Da habe ich aber die Rechnung ohne unseren Busfahrer gemacht.
Zum einen ist es sowieso nicht einfach, mich an den Linksverkehr zu gewöhnen zum anderen rast der Typ als gab es kein Morgen mehr, das dichte Auffahren und die wilden Überholmanöver runden die Sache noch komplett ab.
Unmöglich sich da auf das Handy zu konzentrieren!
Viel wichtiger ist es da zu schauen wo wir hin fahren um sich eventuell auf den Unfall zu konzentrieren.
„He is crazy!“ flüsterte ich Bonny zu.
„Yeah, crazy driver.“ Bekomme ich als Antwort.
Auch spannend ist das Telefonat, welches eine ältere Thailänderin vor uns führt.
Natürlich verstehe ich kein Wort aber mein Reiseleiter kann zufällig Thai und übersetzt für mich.
Die Omi erzählt von der Fahrt.
Normalerweise schläft sie immer im Bus aber hier kann sie nicht schlafen, weil der Fahrer wie ein Verrückter fährt.
Anscheinend versteht unser Crazy Driver kein Thai, weil er ob wohl er mit Sicherheit das Telefonat mit bekommen hat keine Anstalten macht seine Fahrweise zu ändern.

Immer hin kommen wir so schneller als erwartet in Kana… Krambimbu..Rabba…
Frage an die Reiseleitung: „What is the name of this city?“
Kanchanaburi an.

Bonny organisiert uns einen Fahrer, der uns mit seinem umgebauten Picup Truck den ganzen Tag durch die Gegend kutschen soll.

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Erstes Ziel ist der sogenannte Tiger Tempel.
Der Eintritt ist mit 600 Baht  (15€) für mich ziemlich happig. Für Bonny ist es dafür um einiges günstiger, weil sie nur 300 Baht zahlen muß.
Ja die Farang wie wir „Weißen“ hier liebevoll genannt werden zahlen grundsätzlich mehr als die Einheimischen….schließlich sind wir ja alle reich.;)
Das Gelände ist riesig und ständig begegnet man Pferde, Kühe und Wassrebuffel aber von Tigern ist nichts zu sehen.

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Auch nach einem Tempel hält man hier vergeblich Ausschau.
Immerhin finden wir irgendwann die Tiere, die dem anscheinend nicht vorhandenen Tempel ihren Namen geben.
Von oben kann man in die Gehäge der Tiger schauen.
Auch gibt es ein großes Areal in dem man für 1000 Baht mit den Tieren spielen kann.
Weil das wirklich unser Budget sprengen würde belassen wir es beim zusehen.
Auch kommen wir an einem Abschnitt vorbei in dem man den Tieren verdammt nah kommen kann um sich mit den Tigern fotografieren zu lassen.
Da man dafür nicht extra zahlen muss lassen wir uns auf dieses Wagnis ein.*

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Nach etwa mehr als einer Stunde geht die Fahrt dann weiter.
Diesesmal steht Elefanten reiten auf dem Programm.
Wie immer bezahle ich für mich den Farang Preis wärend Bonny um Längen günstiger weg kommt.
Es ist das erste mal, daß ich auf einem Elefanten sitze und ich finde es ist eine ganzschön wackelige Angelegenheit.
Wärend der graue Riese also gemütlich mit uns durch die Landschaft stapft unterhält sich der Elefantenführer (die korrekte Berufsbezeichnung ist übrigens Mahout) angeregt mit meiner Reiseleiterin.
Wie nicht anders zu erwarten verstehe ich nicht ein Wort.
Zum Glück fasst sich Bonny gelegentlich ein Herz, es wäre ja ein Unding mich dumm sterben zu lassen.
Im wesentlichen erklärt der Man, wie sensible Elefanten doch sind und das es nicht einfach ist Einen solchen zu führen.
Ohne angeben zu wollen würde ich mal kackfrech behaupten, daß ich es drauf hätte.  Schließlich bin ich ja ein gaaannnzzz Lieber und wenn die Tiere so etwas spüren hab ich ganz gute Karten.
Nach einem kleinen Futter-Stop und einem kurzen Marsch durch den nahegelegenen Fluss.
Ist der Ausflug auf dem Dickhäuter auch schon zuende.
Wir bekommen noch etwas zu trinken und frisches Obst bevor wir uns wieder auf dem Weg zum Auto begeben.

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Unser nächstes Ziel ist schnell erreicht, eine Eisenbahnstrecke.
Oh toll! Wir guckenuns Schienen an, wie spannend!

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Und ja, dieses Gleis ist zumindest auf Grund seiner traurigen Geschichte ziemlich interessant.
Die 415 Kilometer lange Strecke wurde im 2 Weltkrieg von den Japanern in nur 17 Monaten mit Hilfe Tausender Kriegsgefangener und Zangsarbeitern genaut.
Beim Bau dieser Strecke kamen etwa 92000 Menschen auf Grund von Unfällen und Unterernährung ums Leben. Weshalb die Strecke bis heute den passenden Namen „Death Railway“ trägt.

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Wir befinden uns im Moment ein einem der spektakulärsten Abschnitt dieser Strecke und laufen einen guten Kilometer die Schienen entlang.
Angeblich bringt es Glück an einer bestimmten Stelle den Fels an dem die Trasse entlang führt mit der Stirn zu berühren und weil Glück immer gut ist, machen wir das auch.

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Später kommen wir an einer Höhle in der eine Buddha Figur steht und natürlich kommen wir hier um ein Gebet nicht herrum.
Ich mag die Buddha Höhle, weil sie kaum Besucht ist und wir bald alleine hier sind.
Unbeobachtet fällt dem Farang das Beten um einiges leichter.

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Am nächsten Bahnhof werden wir schon von unserem Fahrer erwartet und weil die Sonne langsam untergeht bittet Bonny ihn und zu einem günstigen Hotel zu bringen.
An dieser Stelle ein wichtiger Tipp für alle Reisenden: Meist ist es eine sau dumme Idee nen Taxifahrer zu fragen ob er einen in ein günstiges Hotel bringt.
Ich bin mir ziemlich sicher, daß das Haus in dem wir abgesetzt werden nich das billigste im Ort ist und das der Fahrer nur eine Provision vom Hotel einstreichen will.
Auf jeden Fall bin ich ziemlich baff als ich höre, das uns die Nacht in dem Hotel an dessen Rezeption wir gerade stehen 1400 Baht (35€) kostet.
Zum Vergleich, in Bangkok zahle ich 250 Baht pro Nacht.
Aber ok.
Weil ich auch keine Lust habe in der Stadt mit dem schwierigen Namen nach einer anderen Unterkunft zu suchen und Bonny ja auch einen Teil dazu gibt bleiben wir hier.
Und ja, das Zimmer ist das Geld auf jeden Fall wert.
So schön das Zimmer auch ist, wir haben trotzdem etwas viel Besseres vor als hier im Hotel zu bleiben.
In Kanchanaburi ist nämlich gerade heute Ausnahmezustand.
Die Stadt liegt an einem Fluss und hat eine Eisenbahnbrücke von der sicher schon jeder gehört hat, die „Brücke am Kwai“ und ausgerichtet heute ist hier ein großes Fest mit Feuerwerk und Show Programm.
Um die Show zu sehen sollen wir 300 Baht pro Nase zahlen. (Wobei es dieses mal ausnahmsweise keine Rolle spielt ob es eine kapitale Farang Nase oder eine thailändische Stupsnase ist)
Ich finde es ehrlich gesagt etwas teuer und Bonny auch deshalb begeben wir uns auf die Suche nach einer günstigen Alternative.
Wieder mal beweist sich, das ich mir nen super Guide angelacht hab, weil es keine 5 Minuten dauert bis Bonny jemanden dindet, der uns für 100 Baht eine tolle Sicht auf die Show verspricht.
Wir werden im Dunkeln auf das Dach eines Hauses geführt von wo man eine klasse sich auf Fluß und Brücke hat.
Dann beginnt die Vorstellung und sie ist ganz ok.

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Es wird im Prinzip die ganze Geschichte der Brücke von einer ganzen Menge Schauspielern nach gestellt, es gibt viele Licht und Sound Efekte und ordentlich Pyrotechnic wird auch verballert.
Natürlich sind sämtliche Dinge die der Erzähler erklärt auf Thai so daß ich für die Story ein wenig Fantasie brauche.

Nach der Show geht es dann auf den Markt und dem Rummelplatz hier entdecke ich übrigens die erste Schießbude an der man auch mit MG’s schießen kann.

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Ein gemütlicher Abend an dem wir uns von einem Fressbude zur nächsten durch futtern.
Dann kommen wir an einen großen Platz auf dem es verdammt laut ist.
Ganz vorne ist eine große Bühne aufbaut und ein DJ gibt sein bestes.
Allerdings ist es hier nicht so spektakulär was auf der Bühne passiert sondern davor.
Die Musik kommt nämlich nicht wie sonst üblich aus Boxen die irgendwo vorne aufgebaut sind sondern aus den wenigsten 100 Autos die auf dem Platz parken.
Anscheinend gibt es in Thailand keinen TÜV weil die Wagen die hier stehen alle eine Straßenzulassung haben und so spektakulär umgebaut sind, das man gar nicht weiß wo man zuerst hin schauen soll.
2 Dinge haben hier auf jeden Fall alle Autos gemeinsam.
1. Eine Unmenge an blinkenden bunten LED Lichtern und 2. Sound Anlagen die einem die Ohren flattern lassen.
Ich poste hier mal um ein wenig zu zeigen was sich hier abspielt 1-2 verwackelte Handy Videos.

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Es ist schon fast Mitternacht als wir uns langsam auf den Weg zurück zum Hotel machen.
Weit kommen wir allerdings nicht, weil die Verlockung ein mal auf der dunklen und fast menschenleer Brücke am Kwai zu sitzen einfach zu groß ist.

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Wir besorgen uns noch schnell etwas zu trinken und machen es uns dann irgendwo etwa in der Mitte der Brücke gemütlich.
Lange sitzen wir hier und wie ich finde handelt es sich mal wieder einer der perfekten Momente auf meiner Reise.

Wer kann schon von sich behaupten nachts auf der Brücke am Kwai zu sitzen,  über sich die Sterne, unter sich den Fluß und neben siche einen absolut liebenswerten Mensch zu haben?!
Natürlich machen wir das, womit wir uns in den letzten Tagen immer wieder die Zeit vertreiben. ………..

Einer versucht dem Anderen ein wenig von seiner Sprache bei zu bringen.
Im Moment steht zählen auf dem Lehrplan.
Und zwar von eins bis zehn:
nʉ̀ng (nün), sɔ̌ɔng (son), sǎam (sam), sìi (si), hâa (ha), hòk (hock), jèt (jet), bpɛ̀ɛt (bad), gâo (gau),sìp (zip)

*Ein paar Tage nach dem wir den Tiger Tempel besucht haben bekam ich eine Nachricht von Bonny.
Sie fragte mich in dieser, ob ich glaube das die Tiere unter Drogen standen.
Darauf hin habe ich mal Google zu dem Thema befragt und mit Schrecken festgestellt, daß es wirklich eine Menge Berichte gibt in denen geschrieben wird, das die Tiere ruhig gestellt werden.
Schon allein um mich und Bonny zu beruhigen hab ich ihr geantwortet, daß ich das in dem speziellen Fall eigentlich nicht glaube, weil in der Anlage viele Westliche Volunteers gearbeitet haben und ich nicht wirklich glaube das so jemand dort seinen Dienst verrichten würde, wenn die Tiger mit so fragwürdigen Methoden ruhig gestellt werden.
Ich hoffe wirklich, das ich mit meiner Einschätzung da richtig liege aber weil für uns beide die Geschichte einen doch etwas bitteren Nachgeschmack hat steht fest, daß der Besuch in so einer Einrichtung für uns ne einmalige Sache bleibt und ich hier auch kein Foto von uns zusammen mit nem Tiger in meinem Blog hochlade.


Ein Gedanke zu “Wie ich mal bis 10 gezählt habe

  1. die Pünktchen nach „immer wieder die Zeit vertreiben“ laden die Phantasie förmlich ein. Aber dann ging es ja doch nur um Zahlen zählen. Ja. Okay. Macht auch Spaß. 😉

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