Wie ich mal Loy Krathong gefeiert habe

Bevor ich hier schreibe wie mein erster ganzer Tag in Bangkok ist, ein kurzer Nachtrag zur letzten Geschichte.
Florin hat mir gestern nämlich nicht nur alles über das Technik Museum in Speyer erzählt, er hat mir auch die wichtigsten Ausstellungsstücke aufgemalt und mir auch einen Lageplan gezeichnet, den ich hier natürlich Keinem vorenthalten möchte:

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Also, wer vor hat in nächster Zeit nach Speyer zu fahren, das sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. 🙂

Mein erster ganzer Tag in Bangkok und ich bin doch etwas nervös.
Ich bin nämlich schon seit ein paar Wochen mit Bonny, die hier lebt in Kontakt und heute wollen wir uns treffen.
Außerdem ist in Thailand heute Ausnahmezustand, weil hier heute das Loy Krathong Festival zelebriert wird.
Treffen wollen wir uns an der Sky Train Station „Sapan Taaksin“.
Joy meint, das es besser ist wenn wir und dort in der Nähe beim Robinson Kaufhaus vor dem Mac Donalds treffen, weil die Sky Train Station 4 Ausgänge hat und doch ziemlich groß ist also schreibe ich Bonny das ich dort auf sie warte.
Da wir uns für 15 Uhr verabredet haben bleibt noch genug Zeit für mich einen Kaffee zu trinken und mir die Geschichten von dem 6 Jährigen Backpacker Florin anzuhören.
Kurz bevor ich los gehe (Joy meint, das ich die 2 km auch laufen kann) bekomme ich noch eine Nachricht.
Wir treffen uns um 16 Uhr, weil sie es nicht pünktlich schafft.
Der Kommentar von Joy dazu: „Wenn Thai sagen sie kommen um 16 Uhr sind sie um 16.30Uhr da.“
Auch nicht schlimm, ich hab ja Zeit.

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Gegen 14 Uhr laufe ich dann los, zischendurch lege ich noch einen Stop in einem kleinen Restaurant ein, weil ich wirklich sehr gut in der Zeit liege.

15.30 Uhr bin ich dann am Ziel und warte.

16.00 Uhr: Langsam bin ich ein wenig nervös, aber bis jetzt ist noch nichts von Bonny zu sehen.

16.30 Uhr: So nun sollte sie aber langsam kommen. Da ich kein WLAN habe kann ich ihr auch keinen Nachrichte schreiben.

16.45 Uhr: Ich brauche WLAN! Also gehe ich in den Mac Donalds und kaufe mir einen Eiskaffee, wobei mir das Getränk ziemlich schnuppe ist, wichtig ist die Rechnung auf der der WLAN Code steht.

16.46 Uhr: Die wollen doch ernsthaft meine Reisepass Nummer um mich ins WLAN zu lassen! Mist!!!

17.00 Uhr: Auch wenn ich nicht weiß ob es die beste Idee ist zu gehen, kann ich hier nicht länger warten.
Ich suche ein Restaurant in der Nähe, bestelle man mir eine Kleinigkeit und frage nach dem WLAN Passwort.
Endlich online!
Bonny hat mir schon um kurz nach 4 ein paar Nachrichten geschrieben, das sie in der Nähe der Sky Train Station auf mich wartet.
Hoffentlich ist sie noch da!
Bonny antwortete auch sofort und schickt mir Bilder von der Stelle an der sie warte.
Ich kenne den Ort auf den Bildern, da bin ich auf dem Weg hierher vorbei gelaufen.
Blöd nur, daß ich das Sandwich das ich hier bestellt hab um ins WLAN zu kommen noch essen muss.
Ich schreibe, das ich in 10 Minuten da bin, verschlinge meinen Snack in Rekord Zeit und laufe los.

Als ich die Stelle an der ich Sie vermute erreiche muß ich doch etwas suchen.
Etwas versteckt auf einer Bank entdecke ich dann eine Thailänderin.
Das muss sie sein!
Ich gehe auf sie zu und ja, es ist Bonny.
Die Begrüßung ist sehr verhalten und weil ich von Joy erklärt bekommen hab, das es in Thailand nicht üblich ist sich die Hand zu geben halte ich mich sehr zurück.
Ein komisches Gefühl aber gut, ich will ja nix falsch machen.
Weil heute ja wie schon gesagt Loy Krathong ist, sind die Boote, die einen zu den verschiedenen netten Plätzen am Ufer des Flusses bringen kostenlos. (Ich meine die Fahrt mit den Booten, nicht das Boot an sich )

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Allein wäre das warscheinlich alles viel zu verwirrend für mich aber ich habe ja zum Glück meinen eigenen Guide.
Nach einer etwa 15 minütige wechseln wir das Boot und erreichen dann einen Tempel ( ich hab im Nachhinein extra noch mal gefragt welche Tempel wir besucht haben um hier jetzt schreiben zu konnen, das wir am „Wat Arun“ waren.)

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Vor der Anlage ist richtig was los und es gibt ne menge Stände an denen es allen möglichen Krempel kaufen kann.
Weil ich Durst habe kaufe ich irgend ein Getränk.
Bonny meint, das es eine Art Kokosnuss ist……es schmeckt mir nicht.
Wir bleiben noch ein wenig hier, beobachten die vielen Menschen und bestaunen das Feuerwerk.
Dann geht es wieder zurück aufs Boot.

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Unser nächstes Ziel ist der Tempel „Wat Prayurawong“ dessen beindruckende weise Stupa man schon vom weiten sehen kann.

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Ganz kurz noch mal zu Bonny, die Thailänderin ist auch wenn sie viel jünger aussieht 29 Jahre alt, wie ich jetzt hier am Tempel feststelle sehr religiös und hat sich fest vorgenommen mir alle Vorzüge von Thailand zu zeigen.
Wobei es ihr in erster Linie darum geht mir so viel wie möglich Thai food zum probieren zu geben,mir so viele interessante Orte wie möglich zu zeigen und vorallem mir zu zeigen und zu erklären worauf es im Buddhismus ankommt.

Gerade in dem letzten Punkt bekomme ich jetzt hier die erste Lektion.
Worauf dem Tempel heißt es also erstmal Schuhe ausziehen und ich schäme mich schon ein bisschen, weil aus irgend einem Grund in letzter Zeit  meine Füße immer wenn ich meine sonst sau guten Teva Sandalen anhabe ein „wenig“ müffeln.
I’m Tempel selbst geht Bonny ohne viel federlesen vor der großen Buddha Statue auf die Knie.
Jetzt bin ich verunsichert.
Sollte ich das jetzt auch tun?!
Ach warum nicht, hier kennt mich ja keiner!
Nach kurzen Zögern geselle ich mich also zu ihr.
Und nun?
„Wenn du möchtest, kannst du beten. “
Sagt die kleine Thailänderin zu mir.
Klasse Idee. Ich hab absolut keine Ahnung wie das geht.
Ganz plump ausgedrückt ist der „Wai“ schon mal die Geste mit der man nicht viel falsch machen kann.
Dabei werden die Handflächen aneinander gelegt und vor das Gesicht gehalten.
Das kann ich aber wie soll ich denn jetzt beten frage ich, gibt es irgend eine standard Anreden oder wie jetze.
„Einfach beten.“ Meint Bonny.
Gut wenn das so leicht ist, bete ich einfach….
So knien wir also hier vor Buddha und auch wenn ich wirklich keine Ahnung habe ob ich alles richtig mache bete ich.
Dann muss man sich noch 3 mal kniend verbeugen und jedes mal mit den Handflächen den Boden berühren.
Ich komme mir komisch vor aber was macht man nicht alles…….
Nach dem das erledigt ist, kommt der Teil den ich am meisten geniße.
Wir knien einfach da und schauen uns den goldenen Buddha an.
Ich mag die Atmosphäre und genieße einfach den Augenblick.

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Nach einer Weile wird es dann Zeit die Stupa zu besuchen und natürlich komme ich auch hier nicht um das passende Ritual herrum.
Anscheinend macht man alles drei mal im Buddhismus auf jeden Fall laufen wir 3 mal in der Stupa betend im Kreis.
Dann bleibt noch genug Zeit um alles genau anzuschauen und ein paar Fotos zu knipsen.

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Bis es weiter geht im Programm jetzt geht es darum ein paar Thailändische Spezialitäten zu probieren.
Stände an denen Essen verkauft wird gibt es genug und Bonny versorgt mich mit allerlei Futter. Dummerweise kann ich mir nicht Einen Namen der vielen Köstlichkeiten merken.
Geschmeckt hat es auf jeden Fall. 🙂

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Wir genießen noch ein wenig den Trubel bevor wir wieder zurück zum Fluss gehen.
Schließlich haben wir ja noch was Großes vor.

Bonny war so lieb und hat extra für mich ein Krathong gebastelt.

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Loi bedeutet schwimmen oder schweben, Krathong ist ein kleines Floß, das typischerweise aus einem Teil des Strunks derBananenstaude gemacht wird. Das Floß wird mit den Bananenblättern, Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen geschmückt.
Die schwimmenden Flöße haben die Bedeutung, allen Ärger, Groll und Verunreinigungen der Seele loszulassen, so dass das Leben neu von einer besseren Warte aus begonnen werden kann.
Immer beim ersten Vollmond im 12. Monat ist dieses Festival, das für Thai etwas ganz besonderes ist.

Dank Bonny bin ich dieses mal nicht nur ein unbeteiligter Zuschauer sonder kann selbst an der ganzen Geschichte teilhaben.
Jetzt bleibt nur die Frage, was ich genau machen muss.

Zu erst zünden wir Kerze und Räucherstäbchen an.
Bonny erklärt mir, das ich jetzt mein Krathong mit beiden Händen haltend dicht an meiner Stirn halten muss.
Zu erst Entschldigt man sich bei der Wassergeistern und dann wird gebet.
Ich darf beten was ich möchte sag sie und macht es mir kurz vor.
Ok. Das bekomme ich hin.

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So stehen wir also nebeneinander mit unseren Krathongs an der Promenade des Flusses sind ganz still und beten.
Anscheinend sieht das ziemlich gut aus, anders kann ich mir nicht erklären was ich sehe als ich kurz die Augen auf mache.
Da steht doch echt ein Einheimischer mit seinem Handy und macht ein Foto von uns.
Als wir fertig sind werden unser kleine Boote zu Wasser gelassen.

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Ich bin ziemlich stolz auf unsere Krathongs weil trotz des nicht gerade optimalen Wetters bei beiden die Kerzen leuchten.
Wir beachten wie die kleinen Boote langsam den Fluß runter treiben.
Bonny erklärt mir das es bei Paaren sehr beliebt ist an Loy Krathong die Bötchen gemeinsam zu Wasser zu lassen und wenn die beiden zusammen bleiben hält die Beziehung lange.
Unsere Krathongs treiben gemeinsam den Fluß runter, beste Voraussetzunge also für eine lange Freundschaft. 🙂

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Langsam wird es Zeit, das wir weiter ziehen wobei unser nächstes Ziel nicht zu übersehen ist……

Am „Asia Tique“ schauen wir uns ein wenig die verschiedenen Verkaufsstände an und als es anfängt zu regenen flüchten wir in ein Restaurant.
Ausgerechnet ein Italiener!
Auch gut, dann gibt es in Thailand eben heute Pizza zu essen.;)
Es ist schon verdammt spät als es Zeit wird nach hause zu fahren.

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Bonny meint, das sie auf den Bus wartet und ich ruhig schon mit nem Tuktuk fahren kann.
Sie kommt schon klar.
Weil es weit Bus zum Hostel ist und es am heutigen Tag nicht einfach ist ein Taxi ohne Tuktuk zu bekommen fahre ich wärend Bonny noch auf den Bus wartet nachhause.
Ein wenig habe ich schon ein schlechtes Gewissen sie hier einfach so allein zu lassen aber es wird schon alles gut gehen.
Um halb 3 komme ich im Guesthouse an.
Hunde müde bin ich, also schleiche ich in mein Zimmer und nach dem ich der Thailänderin geschrieben hab, das sie sich melden soll wenn sie sicher Zuhause angekommen ist,  schlafe ich auch schon ein.


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