Wie ich mal sehr müde war

Was hab ich mir da nur angetan???
Ich kenne mich jetzt schon ein paar Jährchen und wenn ich mal in die Verlegenheit kommen sollte meine Eigenschaften aufschreiben zu müssen würde wohl „Schläft viel zu lange“ unter den Top 10 landen.
Die Frage ist also „Warum?“ „Warum bin ich so dämlich und habe obwohl ich mich kenne für 5 Uhr früh einen Ausflug gebucht?!“
Warscheinlich liegt es daran, daß ein anderer Punkt in der Top 10 Liste „Trifft manchmal spontan unüberlegte Entscheidung“ wäre.
Hilft alles nix, muss ich heute eben pünktlich ins Bett gehen.
Vorher packen ich noch schnell meine Sachen, so daß eigentlich morgen früh wenn ich aufbreche hoffentlich nichts schief gehen kann.
Mitlerweile ist es 20 Uhr und ich verspüre ein leichtes Hüngerchen.
Ok kein Problem, ich hab ja noch ein wenig Zeit bevor ich ins Bett gehe.
Es kann ja nichts schaden, schnell noch ein Stündchen auf den Nachtmarkt zu sausen, ne Kleinigkeit zu futtern und dann schlafen zu gehen.
So spät ist es ja noch nicht und ich denke, das es reicht wenn ich morgen Früh um 4.30 Uhr aufstehe.
Ich zieh mir also fix meine Schuhe an und laufe los.
Weit komme ich nicht, weil ich nach 20 Metern von einem Typen aus einer Bar angesprochen werde.
„Hey come and drink a beer with us!“
Ich bleibe stehen und schau erstmal etwas doof.
Auf der Terrasse der Bar sitzen ein paar Leute, alle schauen mich an aber niemand kommt mir bekannt vor.
„Why?“ Ist denke ich in diesem Moment die richtige Frage die ich stellen sollte und das tuh ich dann auch.
„Why not?!“ Ist die passende Antwort die mir der Typ, der auf jeden Fall kein Einheimischer ist gibt.
Jetzt ist es an mir die nächste Frage zu stellen also frage ich „Were you from?“
Antwort: „Germany.“
Ich: „Why not! One beer please.“

Ich setzt mich also an einen Tisch zu einem älteren deutschen Herren mit seiner Khmer Frau und stelle mich mit „Ich bin übrigens auch aus Deutschland vor. “
Die Freude ist groß und wir kommen schnell ins Gespräch.
Wieder lerne ich Viel über die Vor- und Nachteile wenn man aus Deutschland auswandert.
Der Typ der mich angesprochen hat ist übrigens der Besitzer der Bar.
Es ist gemütlich, ich bekomme neben bei noch etwas zu essen ausgegeben und dann passiert das, was heute auf keinen Fall passieren durfte.
Ich hab einfach keine Lust ins Hostel zurück zu gehen und versacke in der Bar.
(Noch ein Punkt den ich auf meine Eigenschafts-Top10-Liste schreiben könnte: „Findet kein Ende“)

Es ist halb 4 als ich es endlich schaffe leicht angetrunken und noch gar nicht müde zurück ins Hostel zu gehen.
Ich schleiche so leise es geht in mein Zimmer um die 11 anderen mit denen ich mir den Dorm teile nicht zu wecken und schaffe es rauf in mein Bett zu klettern.
In 1,5 Stunden kommt der Tuktuk Fahrer um mich abzuholen.
Eigentlich hab ich so gar keine Lust aber jetzt ist es wohl zu spät abzusagen.
Dazu kommt noch, das ich wenn ich jetzt einschlafe garantiert nicht rechtzeitig aufwache.
Bleibt mir also nichts anderes übrig als die Nacht durch zu machen.

Pünktlich um 5 Uhr ist der Fahrer am Hostel.
Nach dem ich ihm noch mal kurz erklärt habe das es echt wichtig ist, daß ich in 2 Stunden wieder hier bin geht es ab nach Angkor.

Am Ziel stehe ich dann mit hunderten Anderen die ein „einzigartiges“ Foto vom Sonnenaufgang über Angkor machen wollen.
Immerhin schaffe ich es mit noch einen Kaffee zu organisieren bevor das Spektakel los geht.
20 Minuten bleibe ich und versuche ein paar halbwegs vernünftige Bilder zu machen bis ich entscheide mich wieder zurück fahren zu lassen.

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Halb 7 bin ich am Hostel.
Ich bedanke mich bei meinem Fahrer, packe meine restlichen Sachen und stehe pünktlich um 7 Uhr an der Rezeption.
Nach 20 Minuten warten werde ich dann abgeholt und zur Bushaltestelle gebracht.
Natürlich bin ich nicht der einzige, der mit dem Bus nach Thailand möchte und ganz besonders eine Frau fällt mir auf.
Weil sie mit einem voll bepackt Fahrrad angeradelt kommt.
Sie wird doch wohl nicht nur mit dem Rad unterwegs sein?!
Im Bus bleibt mir dann nichts anderes übrig als sie anzusprechen.
Tyra kommt aus England und ist wirklich schön über ein Jahr mit dem Fahrrad unterwegs.
Respekt!
Jetzt nimmt sie ausnahmsweise und zum ersten mal nen Bus, weil sie von Bangkok zum arbeiten nach Tokio fliegen möchte.
Ich bin schwer beeindruckt!
Nach ein paar Stunden heißt es aussteigen weil wir die Grenze erreicht haben.
Zu erst heißt es also die Passkontrolle von Kambodscha passieren.
Das ganze geht recht schnell über die Bühne so daß wir nach etwa 10 Minuten zufuß die etwa 500 Meter bis zur Thailand Kontrolle zurück legen können.

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Tyra konnte zwar ihr Fahrrad im Bus lassen aber die insgesamt 4 Fahrradtaschen muss sie selber schleppen.
Weil ich ja ein guter bin, nehme ich Ihr 2 der Taschen ab.
Im Gebäude für die nächste Passkontrolle ist es stoppen voll und trotz Klimaanlage herschen eine Bullen Hitze.
Wir füllen nach besten Gewissen unsere Emigration Karten aus und stellen uns in die ellenlange Schlange.
In den fast 3 Stunden die wir hier anstehen und warten bemerkte ich 2 junge Mädels, mit denen ich mich schon in irgend einem Hostel (ich kann mich nicht mehr errinnern welches es war ) gequatscht hab.
Die Beiden erkennen mich auch wieder und klagen mir gleich ihr Leid.
Ihnen wurde nämlich erzählt, das sie für 10$ schneller durch die Grenzkontrollen kommen.
Natürlich haben die beiden bezahlt und haben tatsächlich für die Kambodscha Kontrolle nur 5 Minuten gebraucht  (wie schon gesagt bei mir waren es etwa 10 Minuten) aber hier stehen sie genau wie alle anderen Stunden lang und nix passiert.
Wieder was gelernt! Zum Glück hat mich niemand gefragt, ich hätte sicher auch die 10 Schleifen bezahlt.
Ein paar nette ältere Deutsche sind auch in der Schlange und diese versorgen mich freundlicherweise mit Knabberkram und Bananen. :mrgreen:
Als wir endlich an der Reihe sind geht es ganz schnell, Pass und Imigrations Karte checken, ein Foto von mir knipsen.
Danke schön aufwiedersehen.

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Verpflegung

Dann geht es wieder in den Bus, der auf der anderen Seite auf uns wartet.
Jetzt ist der Herr Jobst also in Thailand!
Erstes Ziel Bangkok.

Was ich nicht erwartet hätte ist das Thailand und vor allem Bangkok so westlich und Modern ist.
Im Gegensatz zu Vietnam und Kambodscha sieht man hier relativ wenig Motorroller dafür um so mehr meist recht neue Autos.
Es ist 20 Uhr als wir den Busbahnhof erreichen.
Nur noch mal kurz zur Erinnerung, ich hab die letzte Nacht durch gemacht und heute im Prinzip den ganzen Tag im Bus oder in langen Schlangen bei Passkontrollen verbracht.
Jetzt kommt die nächste Herausforderung.
Mein Hostel ist verdammt weit weg und ich habe nur Dollar und keine Thailändischen Baht in der Tasche.
3 Andere die auch im Bus mit saßen fragen ob ich mit ihnen gemeinsam die nächste U-Bahn Station suchen möchte und ich bin ziemlich dankbar nicht allein durch die nächtlichen Straßen laufen zu müssen.
Einen ATM zum Geld abheben finde ich auch, allerdings steht der Automat in einer so dunklen Ecke, das ich warscheinlich unter anderen Umständen nie im Leben an dieser Kiste Geld abgehoben hätte.
Nach einem 20 minütigen Fußmarsch erreichen wir endlich eine Metro Station.
Das erste Stück fahren wir zusammen aber weil mein Hostel nicht direkt im Zentrum Bangkoks liegt muss ich alleine weiter fahren.
Gegen 21 Uhr erreiche ich dann endlich meine Unterkunft.
Im U-Baan Guesthouse werde ich von der Chefin Joy mit einem freundlichen „You are to late!“ Begrüßt.
Recht hat sie, bei der Reservierung hab ich 18 Uhr angegeben.
„Sorry!“
Joy lacht, zeigt mir mein Zimmer und gibt mir erste gute Tips für Bangkok.
Außer mir sind noch 3 andere Deutsche hier im Hostel, Viktoria, Henne (der im übrigen ein Hostel in Dresden hat) und ihr 6 jähriger Sohn Florin.
Wer jetzt glaubt, daß ich nun endlich auch mal schlafen kann ist aber sowas von auf dem Holzweg.
Schließlich hat Florin jetzt mit mir einen neuen Kumpel gefunden, dem er all seine Geschichten erzählen kann.
Die 3 sind übrigens mit dem Fahrrad unterwegs  ( was ich ziemlich cool finde).
Und Dan Florin weiß ich jetzt auch, daß ich wenn ich wieder in Deutschland bin unbedingt das Technik Museum in Speyer besuchen muss.
Irgendwann ziemlich spät schaffe ich es dann doch ins Bett zu komnen.

Morgen hab ich nämlich etwas vor, auf das ich mich schon seit Wochen freue.


2 Gedanken zu “Wie ich mal sehr müde war

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