Wie ich mal fast zu Ochlophobiker wurde

Ich erwarte viel von Siem Reap, schließlich ist es angeblich der Ort in Kambodscha den jeder mal besucht haben muss.
Natürlich nicht wegen der Stadt selbst sonder wegen den nahe gelegenen Tempelanlagen ist diese Gegend weltberühmt.
Die Tempel von Angkor Wat stehen auf Platz 1 der Lonley Planet Liste der 500 besten Orte auf diesem Planeten.
Ich bin gespannt ob Angkor wirklich hält was es verspricht.

Der Tuktuk Fahrer der mich zum Hostel gefahren hat, hat mir angeboten ne Tour nach Angkor mit mir zu machen und mir seine Visitenkarte gegeben.
Und ich denke es ist eine gute Idee mit dem Tuktuk die Tempel zu besuchen.
Ich rufe also bei der Nummer die auf der Karte steht an.
Die Ansage, die ich jetzt höre ist frei übersetzt das beliebte „Diese Nummer ist leider nicht vergeben.“
Also muss Plan B her.
Ich gehe zur Rezeption und buche die kleine ganztägig Angkor Tour für 20$.

Früh um 7 Uhr werde ich vom Hostel abgeholt und zu einem Reisebüro gebracht wo schon ein paar andere Leute warten.
Dann werde ich in mit 6 anderen in einen Kleinbus verfrachtet, ein Kambodschaner der sich mit dem Namen Chanthy vorstellt ist unser Reiseleiter und schon geht es los.
Erster Stop ist das Kassenhäuschen hier hat man dann die Qual der Wahl.
Entweder man kauft für 20$ ein Tagesticket oder für 40$ ein 3 Tagesticket.
Ich entscheide mich für das 3 Tagesticket weil ich denke (hoffe) es gibt hier genug für 3 Tage zu sehen.
Das coole an den Tickets ist, daß am Schalter ein Passbild gemacht wird, welches dann die Eintrittskarten ziert.
(Hätte ich das früher gewusst wäre ich sicher noch mal zu Friseure gegangen).

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Das erste Ziel ist dann natürlich der berühmte Angkor Wat Tempel.
Noch an der Straße versucht und unser Guide ein paar Informationen über die Geschichte zu erzählen allerdings ist direkt neben uns eine Gruppe Jugendlicher die lautstark irgend welche Spiele spielen.
Wir gehen ein paar Meter zur Seite um etwas mehr Ruhe zu haben.
Allerdings ist es alles andere als ruhig als ein LKW mit laut Musik und ein ganzer Tross musizierender Einheimischer vorbei kommt.
Sichtlich genervt von dem Lärm führt uns unser Guide über die Brücke zum Eingang des Tempels.
Ein paar Meter rechts neben diesem finden wir endlich ein stilles Plätzchen und der Kambodschaner fängt wieder an zu erzählen.
Allerdings scheint heute nicht sein Tag zu sein, weil nur kurz nach dem er mit seinen Erklärungen begonnen hat ein Angestellter beginnt den Rasen zu mähen. ……ich finde es lustig, unser Guide nicht so wirklich.😂

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Einige Stunden verbringen wir in der recht beeindruckenden Anlage und unser Guide macht wirklich einen tollen Job und liefert Unmengen an interessanten und spannenden Informationen.
Was mich nur wirklich nervt sind die Unmengen an Touristen die hier über das Gelände latschen.
Klar, ich bin auch einer von denen und es ist keine Überraschung, daß jeder diesen Ort besuchen will aber genervt bin ich trotzdem ein wenig.

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Gegen Mittag verlassen wir die Anlage und werden draußen gleich von Kindern umringt, die und Postkarten und anderen Nippes verkaufen wollen.
An dieser Stelle etwas, das ich vorher schon gelesen habe und was man vielleicht immer bedenken sollte: Wenn Kinder durch betteln oder verkaufen von Souvenirs für die Familie gutes Geld verdienen werden diese von den Eltern nicht in die Schule geschickt, weil man kurzfristig an Schulbildung nix verdient.
Deshalb auch wenn es manchmal schwer fällt, Kindern kein Geld geben.

In Sihanoukvill hab ich gesehen wie einer der deutschen Auswanderer die Sache geregelt hat.
Als ein bettelndes kleines Mädchen zu ihm kam gab er ihr kein Geld sondern eine Büchse Sprit.
Bevor er ihr die Limo in die Hand gedrückt hat, öffnete er die Büchse und erklärte mir, wenn die Dose verschlossen bleibt bringt die Kleine sie zu ihrer Mutter, die die Sprite dann weiter verkauft.
Soweit hätte ich naiver kleiner Typ glaube ich nicht gedacht.

Aber gut, ob das die optimale Lösung ist weiß ich nicht und ich will ja jetzt nicht weiter über bettelnde Kinder schreiben sondern über meinen Tag in Angkor.

Beim Mittagessen hat unsere kleine Gruppe dann auch etwas Zeit sich besser kennen zu lernen und schnell steht fest, daß ich der einzige Europäer hier bin.
Ich die anderen kommen aus China, Argentinien, Indien, den Philippinen und Neuseeland ich bin also fast ein kleiner Exot :).
Übrigens traue ich mich auch nicht eines unserer Gruppenfotos hier zu posten, weil der Inder berufliche viel mit Internet Sicherheit zu tun hat und es wie ich vermute nicht so lustig findet ein Bild von sich hier zu finden.

Der nächste berühmte Tempel den wir besuchen hat den tollen Namen Ta Prohm, den einige vielleicht aus dem Fernsehen kennen, weil dieser als Kulisse für den Tomb Raider Film herhalten musste.

Wirklich beeindruckend wie riesige Bäume zum Teil die ganze Gebäude verschlingen.
Allerdings werden auch hier meine Nerven mehr als nur ein wenig strapaziert, weil sich gefüllt noch mehr Menschen durch die Anlage drängen und natürlich gerade an den Stellen an denen man eventuell ein schönes Foto machen kann ins Bild latschen.

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Gerade als ich eine halbwegs ruhige Sekunde anpasse um ein Bild von einem tollen Baum im Tempel machen möchte latscht schon wieder so ein Typ ins Bild.
Geduldig warte ich, das er endlich abhaut aber der Kerl macht keine Anstalten.
Ja manchmal lasse ich mich doch ein wenig aus der Ruhe bringen und weil ich in deutsch am besten schimpfen kann sage ich (mehr zu mir selbst und recht leise): „Geh endlich aus dem Bild du Affe!!!“
Keine 2 Sekunden später höre ich dann wie eine Frau die neben mir steht, „Herbert geh mal bitte zur Seite.“ sagt.🙈
Oh Mist, da hab ich mich wohl gerade nicht von meiner besten Seite gezeigt.

Der nächste Tempel auf unsere Liste heißt „Bayon“ und wird auch Tempel der 1000 Gesichter genannt.
Laut unserem Guide hatte der Tempel ursprünglich 54 Türme auf denen je 4 große Buddha Gesichter zu sehen waren.
Die Zahl 9 erklärt er uns weiter ist im Buddhismus eine Glückszahl.
Hier also die Rechnung warum es ausgerechnet diese Anzahl an Türmen sein soll: 54 Türme = Quersumme 5+4=9
4 Gesichter pro Turm 54×4=216 Gesichter
216 Quersumme 2+1+6=9

Klingt logisch, ob es stimmt weiß ich nicht.

Der Tempel an sich ist ziemlich beeindruckend und wenn da nicht 2 Busladungen Chinesen ständig durchs Bild laufen würden wäre ich auch echt entspannt aber es hat halt nicht sollten sein.
Wenigstens verstehen die nicht wenn ich sie leise und lächelnd verfluche.

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Letztes Ziel der Tages ist Phnom Bakheng, ein Tempel der auf einem Berg liegt und von dem aus man angeblich einen unvergesslichen Blick auf den Sonnenuntergang hat.
Es ist mitlerweile 16.30 Uhr und die berechtigte Frage lautet: „Warum sollten wir 1,5 Stunden vorher schon oben auf dem Berg sein?“
Ganz einfach, auf den Tempel von dem man die beste Aussicht hat dürfen nur 300 Personen, da muss man halt früh oben sein um noch einen der begehrten Plätze abzusahnen.
Wir sind auch nicht die einzigen, die auf diese clevere Idee gekommen sind, so sitzen wir also über eine Stunde hier oben in der Hitze und warten darauf, daß die olle Sonne endlich nen Abgang macht.
Weil mir das stehen in erster Reihe irgendwann auf den Senkel geht geschließe ich irgendwann nicht mehr einfach nur zu warten sondern mir wenigstens ein bisschen den Tempel anzuschauen.
Als die Sonne dann wirklich irgendwann am untergehen ist hab ich zwar nicht mehr den besten Platz aber egal, so spektakulär ist das Schauspiel nun auch nicht gerade.

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Weil ich schon wieder leichte Anflüge von Unzufriedenheit wegen der anderen 299 Menschen, die alle wie blöd nach Westen glotzen spüre entscheide ich mich wieder zurück zu gehen.
Die Anderen meiner Gruppe wollen noch ein wenig bleiben also stiefel ich alleine wieder der Berg runter.

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Gerade als ich unten an der Masse von Menschen vorbei gehe, bemerke ich bei den Leuten eine Unruhe.
Was haben die denn alle???
Ich schaue auch und was soll ich sagen ein großartiger Sonnenuntergang mit Blut roter Sonne.
Leider kann ich von hier unten wo all die Bäume stehen kaum etwas sehen.
Egal! Die olle Murmel geht jeden Tag unter, da gibt es jetzt keinen Grund sich zu ärgern!!!

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Wieder im Hostel beschließe ich den morgigen Tag zu nutzen und mir ein Fahrrad zu leihen um die restlichen Tempel auf eigene Faust zu erkunden.
Den Abend verbringe ich dann mit 2 Holländern und einem Paar aus der Schweiz auf dem Night Market.
Bevor ich viel zu spät ist Bett gehe.

Leider Wie so oft sollte alles anders kommen.
1. Schlafe ich zu lange und hänge dann zu lange auf der Dachterrasse des Hostels rum.
2. Fängt es am Nachmittag an wie aus Eimern zu regnen.

Also mache ich einen meiner geliebten Faulen Tage.
Abends gehe ich dann mit den Schweizern in die Pub-Street und versacken dort in einer Bar mit großartiger Live Musik.

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Außerdem mache ich heute abend etwas, das ich schon seit ich in Kambodscha bin ausprobieren möchte.
Ein ziemlich bekanntes Armeleute-Essen sind nämlich Vogelspinnen und genau so ein Tierchen probiere ich heute und weil ich gerade dabei bin kaufe ich mir auch gleich eine gebratene Schlange dazu.
Mein Urteil : Bei der Spinne schmecken die Beine am besten, der Rest ist nicht so meins, deshalb hab ich auch nicht aufgegessen.

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Schlange riecht wie gegrillt Putenbrust und schmeckt auch so. Ist nur leider ein wenig hart.

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Morgen geht es wieder zu den Tempeln hab schließlich für bezahlt. Vielleicht finde ich ja ein paar nicht so überlaufene Plätze.


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