Wie ich mal nach Kambodscha gefahren bin

Meine neue Unterkunft in Distrikt 1 ist …….interessant.
Schon allein das Treppenhaus ist ein kleines Abenteuer für sich.
Nach dem ich mich also mit meinem ganzen Geraffel die steile schmale Treppe rauf gekämpft habe kann ich endlich mein Zimmer bestaunen.
Es ist ein wenig dunkel, weil für Fenster anscheinend nicht genug Platz war.
Dafür habe ich den Luxus, das ich mir das 3 Bett Zimmer nur mit einem anderen Teilen muss. (Ein Philpine der ziemlich gut drauf ist.)
Das Zimmer hat sogar ein eigenes Bad, wobei ich hier sagen muss, das Pilzmuster nicht gerade zu meiner lieblings Badezimmer Dekoration gehören.

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Viel mache ich dann auch nicht mehr, ich setze mich noch ein Stündchen unten an die Straße und beobachte den Trubel, bevor ich wieder nach oben gehe.
Mein Zimmergenosse fragt zwar ob ich noch Lust habe mit ihm um die Häuser zu ziehen aber weil ich mich kenne und morgen früh raus muss bleibe ich doch lieber im Zimmer und gehe pünktlich schlafen.

Viel zu früh klingelt der blöde Wecker und auch die kalte Dusche und der Kaffee schaffen es nich wirklich meine Müdigkeit zu vertreiben aber was muss, das muss.
Der Bus mit dem es heute nach Kambodscha gehen soll ist pünktlich und ich trotz meiner Morgenmuffeligkeit auch.

Nach etwa 4 Stunden erreichen wir die Grenze.
Wie immer vor einem Grenzübertritt bin ich etwas nervös.  Hoffentlich läuft alles reibungslos ab.
Im Bus werden die Reisepässe eingesammelt und weil ich ja auch noch ein Visum brauche gebe ich dem Typen von dem Bus Unternehmen zusätzlich 30$.
Ich frage auch ob er ein Passbild von mir benötigt, weil ich irgendwo gelesen hab, das dieses hier notwendig ist.
Er brauch aber keins.
An der Grenze heißt es dann aussteigen.
Ich bekomme vorher Pass und Unterlagen zurück und passiere die Vietnamesische Kontrolle.
Niemand check mein Gepäck, einfach an den Schalter gehen, Stempel abholen und auf der anderen Seite wieder ab in den Bus.
Das war ja einfach!
Nach 3 Minute stehe ich vor dem Gebäude in dem die ich dann mein kambotschanischen Stempel und das Visum bekommen soll.
Der Kerl vom Bus Unternehmen hat meinen Pass und ist damit verschwunden.
Ich nutze die Zeit um schnell mein letztes Vietnamesisches Geld in Kambodschanische Riel zu tauschen.
Ich bekomme meinen Reisepass wieder und stelle mich in der kurzen Schlange bei der Passkontrolle ab.
Hier werden unter anderem die Fingerabdrücke gescannt wo bei ich mich ziemlich doof anstelle und der Beamte echt böse wird, als es auch beim 2. Versuch nicht funktioniert.
In einem verdammt rüden Ton befiehlt er mir noch mal von vorne anzufangen, Gott sei dank funktioniert es dieses mal.
Auf der anderen Seite der Kontrolle werde ich schon erwartet.  Mir wird mal wieder mein Pass abgenommen ich verstehe zwar nicht ganz warum aber es wird schon seine Richtigkeit haben.
Ich warte auch keine 5 Minuten bis der Typ mit meinem Reisepass in dem jetzt ein nagelneues Visum für Kambodscha klebt wieder kommt.
Dann geht es zurück in den Bus und ich muss sagen, das war bis jetzt mein schnellster Grenzübertritt.

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Es ist kurz vor 3 als ich Phnom Penh erreiche.
3 km sind es von der Bushaltestelle bis in mein Hostel und ich hab mir fest vorgenommen das Stück zu laufen.
Dabei hab ich natürlich die Rechnung ohne die Tuktuk Fahrer gemacht.
Ein Fahrer ist besonders hartnäckig.
Wo ich hin möchte will er wissen.
Ich erkläre ihm, daß ich laufen möchte.
„Wir heißt die Hotel?“ Fragt er.
Keine Ahnung, irgendwas mit Villa antworte ich. (Wahrheitsgemäß, weil ich wirklich nicht mehr weiß, wie das Hostel heißt, das ich gebucht hab.)
Ich zeige ihm auf der Karte, wo es ungefähr ist.
Oh ja, kennt er, alles super und ich bekomme einen guten Preis.
Irgendwie ist mir der Tuktuk Typ sympathisch, also warum nicht?!
15 Minuten brauchen wir bis der Fahrer vor einem Hostel hält, dummerweise ist das aber nicht meine Unterkunft.
Ich sage ihm, daß das die falsche Villa ist weil ich in der Lovely Jubbly Villa gebucht hab.
Mein Fahrer ist über die Info zwar nicht sehr begeistert aber weil es nur 300 Meter weiter ist, hält sich der Umweg in Grenzen.

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Ich hab mir fest vorgenommen den Rest des Tages absolut nichts zu unternehmen.
Das klappt auch ganz gut, bis ich gegen 18 Uhr Sid kennenlerne.
Sid ist Inder, hat anscheinend nicht wenig Geld  (anders kann ich mir nicht erklären warum er 300$ bezahlt hat um morgen ein mal mit ner Panzerfaust zu schießen) und will unbedingt noch ne kleine Runde durch die Stadt laufen.
Weil ich ja so ein Guter bin, verschiedene ich meine „nix tun Pläne“ also auf morgen und gehe mit.
Im Vorfeld hab ich schon immer gehört,  das Kambodscha etwa 15 Jahre hinter Vietnam hinterher hängt und ich glaube,  es stimmt.
Die Straßen durch die wir laufen sind ziemlich kaputt und auch sonst ist es hier noch ein wenig rustikaler als in Vietnam.
Ziemlich planlos laufen wir durch die Stadt, bestaunen einen Tempel  (ich staune, Sid nicht) und werden irgendwann aufmerksam auf einen Ort an dem sich anscheinend alle Einheimischen treffen.
Beim näher kommen ist klar, daß es sich bei diesem Ort um das Stadion handelt und weil wir ja neugierige Reisende sind schauen wir uns das natürlich an.
Erst dachte ich, das hier gerade ein Fußballspiel statt findet aber dem ist nicht so, viel mehr scheint man sich hier zu treffen um gemeinsam Sport zu treiben.
Frauen tanzen in einer holprigen Choreographie zu quitschiger Musik, überall wir Fußball gespielt oder sich sonnst irgendwie beschäftigt.
Spannend zu zuschauen.
Als wir spät am Abend wieder zurück im Hostel sind genehmigen wir und noch 2, 3 Bierchen und lassen den Tag entspannt ausklingen.

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Nächster Tag:

Heute schaffe ich es, heute mache ich Urlaub und unternehme absolut nichts.
Sind meine ersten Gedanken als ich aufwache.
Schließlich hat das Hostel einen Pool und ich bin eh kein Fan von großen Städten.
Es klappt auch soweit ganz gut, mittags treffe ich Sid, der immernoch versucht mich zu überreden das ich ihn zum Schießstand begleite.
Ich muss ja nicht Panzerfaust schießen, für 50$ bekommt man auch 20 Schuss mit einer AK47.
Ich möchte wirklich nicht mit, weil ich erstens die Preise viel zu hoch finde (bei der Bundeswehr gibt es Geld dafür, da muss man nicht zahlen) und 2. Hängen mir noch ein wenig die Bilder aus dem Museum in Saigon im Kopf und ich finde es einfach uncool jetzt hier irgendwo rumzuballern.
Also lasse ich den Inder alleine los ziehen um sein Geld zu verpulvern und mache es mir am Pool gemütlich.
Lange bleibe ich nicht alleine, weil Cindy anreist.
Die Französin ist mit dem Boot vom Mekong Delta über die Grenze nach Phnom Penh gekommen und möchte jetzt auch hier in der Villa einziehen.
Die Freude ist natürlich groß als sie mich sieht und nach kurzem „Hallo“ klaut sie mir mein Getränk. (Es ist wirklich extrem heiß und Cindy ist im Gegensatz zu mir gestern bis hierher gelaufen).
Jetzt braucht sie nur noch Geld.
Ein ATM ist gleich in der Nähe und ich erkläre ihr kurz, was ich gestern hier über das Geld gelernt hab.
Die einheimische Währung ist der Riel vorbei man hier am Geldautomaten die Wahl hat ob man Riel oder Dollar abheben möchte.
Fast alle Preise hier sind in Dollar angegeben und wenn man in der amerikanischen Währung bezahlt (was wie ich finde einfacher ist) bekommt man einen Mix aus Dollar und Riel zurück. (1$=400 Riel ).

Amsonnsten schaffe ich es wirklich nichts weiter zu machen und wie geplant faul im Hostel zu sitzen.*

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*Wenn man von dem nächtlichen Club Besuch zusammen mit dem Inder, einem Taiwanesen und 2 Deutschen mal ab sieht.
Übrigens das este mal, das ich in Kurzen Hosen und Sandalen einen Club besucht habe.

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3 Gedanken zu “Wie ich mal nach Kambodscha gefahren bin

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