Wie ich mal mit dem Busfahrer geredet habe

Ich brauche neue Passbilder weil die letzten 2, die ich mit genommen habe für mein Vietnam Visum drauf gegangen sind und ich mir noch sicher bin ob ich für Kambodscha welche brauche.
Generell wird es langsam Zeit, das ich mir Gedanken über meine Weiterreise mache, weil ich nur noch 5 Tage hier im Land bleiben darf.
Also ist meine wichtigste Aufgabe für heute Passbilder machen und ein Busticket nach Ho Chi Ming City besorgen.
Ich frage an der Rezeption wo ich in dieser Stadt Fotos machen lassen kann und es wird mir erklärt, daß der Fotograf weiter weg ist und warscheinlich kein englisch spricht.
Das Klingt für mich nach einer verdammt schwierigen Mission.
Was ich aber dann als nächstes zu hören bekomme ist noch ein Grund warum sich das „Mojzo Dorm“ Hostel in kürzester Zeit zu meinem absoluten lieblings Hostels gemausert hat.
Wenn ich mag kann würde man mich Ly die Besitzerin des Hostels hin fahren und auch für mich dem Dolmetscher spielen.
Dass nenne ich mal Service!
Keine 10 Minuten später sitze ich hinten auf ihrem Motorroller und werde durch Nha Trang kutschiert.
Bilder machen ging dann auch super schnell und etwa eine halbe Stunde später bin ich wieder im Hostel.
Weil ich gerade so einen guten Lauf habe besorge ich mir auch gleich die Fahrkarte nach Ho Chi Ming City und schreibe  Vu ( der Vietnamese mit dem ich vor 2 Wochen auf Catba ein paar Bierchen getrunken habe) eine Nachricht.
Schließlich hab ich ihm ja versprochen,  daß ich mich melde, wenn ich in seine Stadt komme.
Dann wird es Zeit ein wenig die Stadt zu erkunden.
Anscheinend ist Nha Trang  ein beliebtes Reiseziel für gut betuchte Russen weil viele Schilder und Speisekarten in vietnamesisch und kyrillisch geschrieben sind.
Ich finde ein Restaurant in Strand Nähe und beschließe hier ein paar Stündchen zu bleiben, das Treiben auf der Straße zu beobachten, meine Weiterreise zu planen und ein wenig zu schreiben.
Wärend ich gemütlich hier sitzt kommt eine Nachricht von Vu.
Er freut sich, das ich mich gemeldet habe und fragt welche Unterkunft ich in Ho Chi Ming City gebucht habe.
Um ein Hostel wollte ich mich später kümmern und deshalb schreibe ich ihm auch das ich im Moment noch keinen Schlafplatz gebucht habe.
2 Minuten später stellt er mir die Frage ob ich nicht bei ihm schlafen möchte….
Jetzt bin ich ein wenig in der Zwickmühle.
Ich kenne den Mann nur weil wir ein paar Bierchen zusammen getrunken haben und weiß wirklich nicht ob es eine gute Idee ist in einem Fremden Land bei jemanden den ich kaum kenne zu übernachten.
Wobei ich dank Facebook weiß, daß er eine nette kleine Familie hat und was hätte ich bis jetzt schon alles verpasst wenn ich nicht gelegentlich den Menschen die treffe vertraut hätte.

Ich brauche 5 Minuten bis die Entscheidung gefällt ist.
Dann schreibe ich Vu, daß ich mich sehr freuen würde bei ihm und seiner kleinen Familie übernachten zu können.

Vu freut sich wirklich, das ich als Gast bei ihm übernachte und schreibt, das ich die  „Phuong Trang Bus Company“
nemen soll, weil diese in der Nähe seines Hauses hält und er mich so einfach abholen kann.

Ich hab keine Ahnung bei welchem Bus Unternehmen ich gebucht habe und das schreibe ich ihm auch.
Außerdem frage ich noch nach seiner Adresse, zum einen für den Fall, das wir uns verpassen und ich einen anderen Weg finden muß ihn zu besuchen, zum anderen um diese an meine Familie zu schicken so daß die im Notfall wissen wo ich mich befinde.

Ich verspreche rauszufinden welchen Bus ich gebucht habe und mich dann gleich nochmal zu melden.

Am Nachmittag bin ich zurück im Mojzo Dorm und frage natürlich zu erst welches Bus Unternehmen mich nach Ho Chi Ming City bringt.
Außerdem frage ich wo es die Möglichkeit gibt ein kleines Gastgeschenk für die Familie die ich besuche zu kaufen.

Und schon wieder werde ich von dem unglaublichen Service in diesem Hostel überrascht,  weil die Besitzerin Ly meint, das sie eh ein paar Besorgungen in der Stadt machen muss und mich gerne mit nimmt.
Kurze Zeit später hab ich also zusätzlich noch ein kleines Geschenk für meine Gast Familie und ein paar neue Postkarten im Gepäck.

Meine Sammlung an Karten aus allen Ländern ist langsam schon ziemlich beachtlich und weil die Mädels hier an der Rezeption so nett sind lasse ich auch 2 meiner Postkarten aus China hier( die Chinesische Mauer im Winter weil Schnee hier doch etwas selten ist).
Ganz ehrlich, wenn mein Visum nicht in ein paar Tagen auslaufen würde hätte ich mit Sicherheit noch ein paar Tage länger hier gebucht.

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Ich schreibe Vu mit welchem Bus ich komme und das es für mich kein Problem wäre ein Taxi zu seiner Wohnung zu nehmen.
Als Antwort bekomme ich, das Taxi viel zu teuer ist und ich mit keine Sorgen machen muss, weil er sich um alles kümmert.

Na da bin ich mal gespannt. ….

Ich erzähle auch Ly, das ich in Ho Chi Ming City bei einer Familie schlafen werde.
Wirklich toll findet sie die Idee nicht aber weil ich ja ein Man bin und gut auf mich aufpassen kann, wird es schon in Ordnung sein.

Um 7.30 Uhr morgens geht mein Bus und ich muss mich schweren Herzens hier verabschieden.

Außerdem kann ich weil ich doch ein wenig zu langsam unterwegs war nicht mehr wie geplant nach meinem Besuch in Ho Chi Ming City zum Mekong Delta fahren, weil die Zeit einfach zu knapp ist.
Immerhin hab ich so einem Grund Vietnam noch einmal zu besuchen und wenn es soweit ist werde ich mit Sicherheit auch nochmal im Mojzo Dorm vorbei schauen.

Aber gut, jetzt stehe erst einmal eine 12 Stunden fahrt im Schlafbus auf der Agenda.
Leider funktioniert im Bus das WLAN nicht und mit meiner vietnamesischen Sim Karte komme ich zwar ins Internet allerdings sehr langsam.
Von Vu habe ich nichts mehr gehört aber das ist eigentlich halb so wild, zur Not suche ich mir am Ziel eine Unterkunft.

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Lkw hat etwas Ladung verloren

Ich bin schon etwa 5 Stunden unterwegs als plötzlich der Busfahrer auf mich zu kommt.
Ob ich Patrick bin möchte er wissen.
Ich antworte etwas verdutzt mit ja.
Woraufhin der Fahrer lächelt und meint, das er eine SMS von meinem Kumpel bekommen hat und weiß wo er mich absetzen soll.

Unglaublich!

*Ly vom Mojzo Dorm war so nett und hat mir ein paar Bilder von ihrem Hostel geschickt, die ich hier im Blog posten darf.


6 Gedanken zu “Wie ich mal mit dem Busfahrer geredet habe

  1. Die Busfahrer sind einfach die Besten. Aber es wieder mal sehr interessant, wie freundlich die Menschen doch sein können, auch wenn man sich nicht kennt. Tolle und unbezahlbare Erfahrungen, die dir keiner nehmen kann. Aber warum hast du die ganzen Dosen vom Moped geschmissen? Das war aber nicht lieb 😉

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  2. Das ist ja wirklich cool mit dem Bus.
    Wir haben ähnliches erlebt. Unser Guide in Hanoi war richtig cool und wir haben uns angefreundet. Er wollte uns unbedingt noch frischen Tee schenken. Leider hatte es in Hanoi nicht mehr geklappt.
    Er meinte wir sollen ihm sagen wann wir in Saigon sind und wo wir schlafen.
    Eines Nachmittags kamen wir von nem Ausflug in Saigon zurück und an der Rezeption überreichte man uns den Tee.
    Ich habe das Gefühl in Vietnam ist alles möglich 😀

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