Wie ich mal Pfannkuchen-Bäcker war

Ich bin verwirrt.

Zugegeben, das ist nicht das Erste mal in meinem Leben und vor allem in den letzten Monaten war das, doch öfter als sonnst der Fall.

Ich habe Binh als ich ihm gesagt hab, das ich Lust habe noch ein paar Tage länger mit ihn und seiner Honda die Straßen Vietnams unsicher zu machen gesagt, daß es mir ziemlich schnuppe ist wo wir hinfahren.
Ist es auch!
Aber gelegentlich frage ich eben auch wo es hin geht.
Als ich gestern abend gefragt hab was wir als nächstes machen hat er geantwortet mit „Tomorrow we visit my son.“
Was ich mit Freude zur Kenntnis genommen habe, weil es ja immer schön ist die Familie der Menschen die man trifft kennenzulernen.
Heute beim Frühstück fällt mir dann aber doch eine kleine Ungereimtheiten auf.
Binh hat doch erzählt, das sein ältestes Kind 14 Jahre und ein Madchen ist.
Wie kommt es dann, das sein Sohn nicht bei ihm in Hue lebt?

Alles sehr merkwürdig aber weil ich keine Lust habe mir weiter Gedanken über das nächste Ziel zu machen, beschließe ich es einfach auf mich zukommen zu lassen.

Nach dem Frühstück verabschiede ich mich für ein Stündchen um ein wenig die Stadt zu erkunden.
Allerdings komme ich nicht sehr weit weil schon das 3. Restaurant an dem ich vorbei laufe mich mit seinem Kaffee Duft in seinen Bann zieht.
Vietnam ist übrigens auch einer der größten Kaffee Exporteure der Welt und da ich ja schon immer ein großer Fan dieses Heißgetränke bin fühle ich mich in Vietnam sehr gut aufgehoben.
Wobei der Kaffee hier etwas anders serviert und zubereitet wird.
So bekommt man hier z.B. seinen Kaffee in der Regel in einem Glas serviert auf dem ein Metall Kaffee Filter ist.

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Auch ist meist schon Zuckersirup oder gesüßte Kondensmilch in dem Glas und weil die meisten hier den Kaffee kalt trinken auch ein paar Eiswürfel.
Weil ich mir in den letzten Monaten angewöhnt hab meinen Kaffee schwarz zu trinken und ich Zucker in selbigen ganz und gar nicht mag, klingt mein „Ein Kaffee bitte. “ Hier in der Regel etwa so. „One coffee please. Hot no milk, no sugar. “
In 60% aller Versuche bekomme ich dann auch meinen heißen reinen Kaffee.
Am sonnsten trink ich ihn halt kalt, mit Milch oder Zucker.
Einmal in Sapa hab ich auch mal einen Egg-Coffee probiert.
Das ist Kaffee in den Eiweiß gerührt wird.
Eigentlich nicht schlecht aber zusätzlich kommt da noch eine riesen Ladung Zucker rein, was mir dann doch etwas zu süß war.

Aber egal, ich hab heute schließlich noch ne Menge vor.
Ich gehe also wieder zum Hotel.
Binh hat schon meine Rucksäcke auf dem Motorrad verstaut und wartet nur noch auf mich.
Ich verabschiede mich noch schnell von Ha und schon sind wir auch wieder auf der Piste.
Nach etwa einer Stunde halten wir an einem Haus.
Komisch, nach ner Bar oder nem Imbiss sieht es hier nicht aus.
Na ich lasse mich ja gerne überraschen.
Binh geht in eine Hütte und gibt mir zu verstehen, das ich ihm folgen soll.

Was mir gleich ins Auge fällt ist ein gemauerter Herd der mit den Hülsen von Reiskörnern befeuert wird.

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Nach einer kurzen Begrüßung zeigt mir die Frau die hier lebt was es mit diesen Ofen auf sich hat.
Eine Pampe die aus Reismehl und Wasser zusammen gerührt ist wird oben auf einem dünnen Stoff, der über einen dampfenden Kessel gespannt ist verteielt.
Nach etwa einer Minute hat man dann einen schönen blassen Pfannkuchen, der mit Hilfe eines Runden Holzes aufgewickelt und dann auf einem Tisch wieder abgerollt wird.
An der Sonne getrocknet erhält man so Reispappier.

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Mann kann sie auch frisch essen mit Sojasauce. Lecker, lecker!
Dann versuche auch ich mich als Pfannkuchen-Bäcker und wie ich finde stelle ich mich gar nicht so dumm an.

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Weiter geht’s bei spitzen Wetter  mit dem Motorrad durch dieses unglaublich Schöne Land.
Mittlerweile sind wir nicht mehr auf der gut ausgebauten Straße unterwegs sondern auf einem relativ schmalen Weg der immer gerade durch Reisfelder und ein paar urige Dörfer führt.
Die Einheimischen und vor allem die Kinder lachen und winken wieder wenn sie mich sehen und ich grüße immer freundlich zurück.
Nach einer Weile kommen wir über eine sandige Piste an das Ufer eines Flusses.

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Dank der Karte auf meinem Handy weiß ich das es der „Song Thu Bon“ ist.
Keine Ahnung warum wir jetzt ausgerechnet hier halten aber ich lasse es mir nicht nehmen ein paar Fotos hier zu schießen.
Binh erklärt mir, das wir auf die andere Seite müssen und hier die Fähre nehmen.
Die Fähre errinnert mich ein wenig an einen unvergesslichen Motorrad Ausflug den ich vor etlichen Jahren mit meinen Eltern und meinem Brüderchen in Srilanka gemacht hab.
Damals mussten wir mir einem Floß ein ähnliches Gewässer überqueren.
Hier ist es natürlich alles etwas moderner und unsere „Fähre“ hat sogar einen Motor.:)

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Ein paar Stunden später klärt sich auch das Mysterium um den Sohn von Binh auf, als ich ein riesiges Schild entdecke, das verkündet,  das es nicht mehr weit ist bis „My Son“ .

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Es handelt sich also nicht um ein Familienmitglied des Easy Riders sondern um eine riesige Tempel Anlage die hier vom 7. bis zum 14. Jahrhundert von der Cham Zivilisation erbaut wurde und dann bis er von französischen Truppen wieder entdeckt wurde in Vergessenheit geraten ist.
Ich nehme mir fast 2 Stunden Zeit um die beeindruckenden Ruinen von denen leider auch viele im Amerikanischen Krieg zerstört wurden zu besichtigen.

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Dann geht mit dem Motorrad immer weiter ins Landes innere.

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Neben den tollen Wasserfällen, den beindruckenden Bergen, dem dichten Dschungel und den Herzlichen einheimischen bekomme ich heute auch mal wieder ein delikates Mittagessen wo bei ich zugeben muss das mir das Händchen nicht ganz so gut geschmeckt hat.
Dafür gab es dann aber einen ordentlichen Nachschlag Larven. 😁

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Am Abend erreichen wir dann die Stadt Kham Duc.
Binh hat zwar schon vorher angekündigt, daß wir dieses mal in einem besonders schönen Hotel übernachten aber das es wirklich eine so tolle Unterkunft ist hätte ich nicht gedacht.
Ich habe ein riesiges Zimmer, mit tollen Bad, Balkon, Klimaanlage,Minibar und nen großen neuen Fernseher.
Alles ist sauber und ich muss mir mein Zimmer, das auch aus europäischer Sicht sehr gute 4 Sterne haben sollte nicht mit Binh teilen.

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Abends trinken wir etwas zusammen und Binh kommt auf die Idee ne Flasche Wodka zu bestellen.
Natürlich helfe ich meinem vietnamesischen Kumpel dabei die Flasche zu leeren. 🙂
Ich frage ihn auch wie es kommt ,das hier in einer Stadt in der anscheinend der Hund begraben ist ein so tolles Hotel steht.
Wir sind die einzigen Gäste in diesem Haus und ich verstehe nicht wie der Owner hiermit Geld verdienen kann.
Die Antwort ist einfach.
„It’s an Easy Rider Hotel.“
Und weil gerade Nebensaison ist gibt es hier im Moment kaum Gäste.
Erklärt mir Binh.
In der Saison ist hier richtig was los.
Na da hab ich ja noch mal Glück gehabt.

Als ich viel später gut angeduselt in meinem Zimmer den Fernseher einschaltet läuft „Last Action Hero“……….kenn ich schon.


3 Gedanken zu “Wie ich mal Pfannkuchen-Bäcker war

  1. Bei den Erlebnissen hat sich doch die Easy-Rider-Tour gelohnt, oder? Ich meine, so „dicht“ wärst du doch sonst vermutlich nicht an Land und Leute gekommen, richtig?

    Ich glaube, „sowas“ wäre auch meine bevorzugte Reisevariante, um eben nicht (nur) an die touristischen Hotspots zu kommen, sondern wirklich zu sehen, was das Land und die Menschen ausmachen.

    Bei MySon war mir übrigens schon bei der ersten Erwähnung die eigentliche Bedeutung klar, denn ich hatte erst kürzlich darüber (ich glaube in einem Podcast) etwas gehört. Wie das manchmal so ist. 😉

    Sehr appart übrigens die Larven. Hmmmmm…. 😉

    Gute Weiterreise!
    aba

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  2. Auch wenn ich mich wiederhole…WOW! Jeder Tag mit dir, ist wie eine neue Seite der Zeitschrift GEO. Bilder, Text, Gefühle…absolut druckreif. Wenn ich Geld übrig hätte, würde ich dich sponsern…

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