Wie ich mal einen Arnold Schwarzenegger Film verschlafen hab

Ich werde für meine Verhältnisse  extrem Früh wach.
Jetzt habe ich auch Zeit über das Angebot, das mir Binh gemacht hat nachzudenken und ich glaube, daß es ne gute Idee ist auf diese Art Land und Leute kennenzulernen.
300$ möchte Binh für 4 weitere Tage.
Ne Menge Geld und wenn man eigentlich immer versucht so günstig wie möglich zu reisen passt das mal so gar nicht ins Budget.
Außerdem ist da ja noch das Geld das ich ihm gestern abend geborgt habe und ich bin mir immer noch nicht sicher ob das eine gute Idee war ihm die Millionen Dong (40€) einfach so zu geben.
Meine Entscheidung steht fest, ich werde noch länger mit dem Easy Rider aus Hue durch das Land fahren, wenn ich sicher bin das er mich wirklich nicht übers Ohr haut.
Ich gehe nach unten und werde gleich freudig von meinem vietnamesischen Kumpel begrüßt.
Wir gehen einen Kaffee trinken und wärend ich meine 2 Tasse trinke frage ich Binh ob er sich noch an die Millionen von gestern abend erinnert.
Klar weiß er das noch und er zückt den Zettel auf den wir unseren „Vertrag“ geschrieben haben um dort das geliehene Geld von dem was ich noch zu bezahlen hab abzuziehen.
Das reicht mir vollkommen und ich erzähle ihm das ich über sein Angebot nachgedacht habe und ich bereit wäre für 4 weitere Tage 280$ zu bezahlen.
Binh zögert lang und eigentlich sind ihm 280 zu wenig.
Ich erkläre das für Vietnam 280$ ne Menge ist und das wir beide mit dem Preis „Happy“ sind.

Abgemacht!

Tages Ziel Heute ist Hoi An, ein Stadt die direkt am Meer liegt.

Wir starten früh, wie auch am gestrigen Tag legen wir gelegentliche kleine Pausen ein.
Schauen uns dieses mal eine Tee Plantage an und als es Zeit wird etwas zu essen stoppen wir wieder in einem sehr einfachen Lokal irgendwo an der Straße.

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Natürlich hat Binh mitbekommen wie viel ich am Abend zuvor gegessen hab und genau das nimmt er heute zum Anlass sich erstens dafür zu entschuldigen, wie wenig es am Vortag zum Mittag für mich zu futtern gab. Was nicht nötig ist weil es wirklich außreichend war.
Und zweitens lässt er heute richtig auftafeln und ist ständig damit beschäftigt mir noch mehr Essen auf den Teller zu schaufeln.😂
Ich nutze natürlich auch die Zeit um etwas mehr über den Vietnamesischen Easy Rider zu erfahren.
Das er 42 Jahre ist weiß ich ja schon.
Bis 2002 hat Binh als Fischer auf einer Insel gelebt und gearbeitet.
Vor 14 Jahren hat er nach einem schlimmen Taifun für sich entscheiden etwas anderes zu machen und in seine Heimat nach Hue zurück zu kehren.
Er ist seit 14 Jahren verheiratet und hat 3 Kinder und ist seit der Zeit auch schon als Easy Rider unterwegs.

Alles in allem ein vernünftiger Kerl und ich bin mir mittlerweile recht sicher, ich einen der Guten Fahrer erwischt habe.
Je näher wir der großen Stadt (in dem Fall „Da Nang“) kommen um so besser und breiter wird die Straße.
Jetzt winken die Kinder auch nicht mehr wenn schon wieder ein Ausländer durch die Straßen der Stadt gekutscht wird.

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Wir fahren einen Berg rauf und an einer Stelle ziemlich weit oben in der Nähe alter Bunkeranlagen (an der man Spuren längst vergangenen Zeit erkennen kann) machen wir halt.
Es sind schon einige Easy Rider hier die es sich an den Tischen und Stühlen die hier von planen überdacht aufgebaut sind bequem gemacht haben.
Mr Binh meint das ich wenn ich möchte zum Gipfel des Berges wandern kann.
Lust hab ich auf jeden Fall.

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Ne halbe Stunde brauche ich um oben anzukommen.
Die ganze Zeit bin ich allein, die Aussicht auf das Meer ist atemberaubend und mir geht es blendend.
Ich überlege noch ein Stück weiter zu gehen weil es die Möglichkeit gibt noch ein wenig höher auf den nächsten Gipfel zu gelangen.
Warum nicht?!

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Heute werden die Bunker etwas anders genutzt

Ich folge also weiter dem Weg immer bergauf.
Nach ein paar hundert Metern treffe ich auf 2 sehr agessive Hunde und die beiden Kläffer wollen einfach nicht aufhören mir laut bellend und Zähne fletschend zu folgen.
Mist Viecher, was ihr könnt kann ich auch, also fange ich an die beiden lautstark auf deutsch zu beschimpfen.
Das funktioniert und die Köter lassen mich endlich in ruhe.
Fast oben angekommen gibt es ein 2. Kleines Hindernis, ein geschlossenes Tor. 👿
Pfff! Ich hatte eh keine Lust ganz nach oben zu gehen.
Also wieder zurück.
Wieder ein „Diskussionen“ mit den beiden Hunden und dann gemütlich weiter zum Parkplatz.
Binh spendiert mir nen noch etwas zu trinken, eine Vietnamesin versucht mir irgend einen Krempel zu verkaufen dann geht es wieder mit der Honda den Berg runter in die Stadt.
Der Kilometer lange Strand von Da Nang ist unser nächstes Ziel und ich schätzt mal weil Nebensaison ist, treffe ich hier bei meinem Strandspaziergang relativ wenig andere Leute.

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Nach 2 weiteren Stops in kleinen Imbiss Buden in denen wir einfach nur gemütlich sitzen, etwas trinken und ich die Gelegenheit habe mich mit den alten Leuten die hier leben zu unterhalten  (Binh spielt den Dolmetscher) erreichen wir unsere heutige Unterkunft.

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Binh erklärt mit das er für ein Zimmer hier 25$ bezahlen muss und weil bei 2 Zimmern ja zwei Drittel seines Tages Budgets für das Hostel drauf gehen würden fragt er ob es ok ist wenn wir uns hier einen Raum teilen.
In den letzten Monaten hab ich mir schon mit so vielen Menschen ein Zimmer geteilt, da ist das natürlich vollkommen in Ordnung für mich.
Weil es im hier zu teuer ist gehen wir irgendwo in der Stadt zum Abendessen.
Später machen wir es uns dann im Hotel gemütlich und trinken etwas.
Eine der Hotel Angestellten ist besonders nett anscheinend kennen sie Binh schon länger und sie nutzt jede freie Minute um sich zu uns zu setzen.
Ihr Name ist Ha und sie ist mir auf Anhieb sympathisch.
Weil ich ja generell an den Arbeitsbedingungen  in der Hotellerie interessiert bin frag ich wie ihre Arbeitszeiten sind.
Die Antwort ist ziemlich imposant wie ich finde.
Ha arbeitet hier im Hotel jeden 2.Tag und dann für 24 Stunden.
An ihren freien Tagen hilft sie (obwohl sie stolz ist ein eigenes kleines Apartment zu haben) meist ihrer Familie.
Ziemlich beeindruckend wie ich finde.
Ich geh recht früh ins Bett und wärend es sich Binh vorm Fernseher bequem macht, aktuell läuft „Last Action Hero“, schlafe ich ein.


3 Gedanken zu “Wie ich mal einen Arnold Schwarzenegger Film verschlafen hab

  1. Die Arbeitszeiten gebe ich mal meinen Fahrern weiter 😉 nicht zu glauben, aber es ist und bleibt einfach eine extrem andere Kultur. Wir hängen an deinen Fersen…gedanklich jedenfalls.

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