Wie ich mal einem Easy Rider begegnet bin

Die letzte Nacht im Catba Central Hotel hab ich in einer anderen Schachtel in einem 8 Bett Zimmer verbracht.
Heute wird es Zeit weiter zu reisen.

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Ich hab eine Nachricht von Cindy bekommen.
Sie ist in Hue und fragt ob ich nicht auch Lust habe in diese Stadt zu fahren.
Die Fahrt nach Hue würde etwa 20 Stunden dauern, warum also nicht?!
Ich habe genug Zeit und im Bus schaffe ich es vielleicht sogar etwas für meinen Blog zu schreiben.
Ich besorge mir im Hostel mein Ticket nach Hue.
Um 13 Uhr werde ich am Hotel abgeholt, dann gehe es mit dem Bus ab zu Fährhafen, den wir nach etwa 40 Minuten erreichen.
Wärend der Überfahrt habe ich einen Wie ich finde ziemlich guten Gedanken und ich beschließe diesen bevor ich ihn vergesse aufzuschreiben. *
Diesesmal geht es nicht mit der normalen Fähre Richtung Festland sondern mit der „Speed Fähre“ die zwar wirklich um einiges schneller als die einfache Fähre unterwegs ist aber weil wir einen weiter entfernten Hafen ansteuern genauso lange braucht.
Als das Etappen Ziel endlich erreicht ist kommt erstmal Verwirrung auf.
Es sind etwa 12 Backpacker zusammen mit mir zum Festland gefahren und wir werden alle von einem Man in Empfang genommen der laut fragt ob wir weiter nach Ninh Binh fahren wollen und anscheinend alle wollen das auch, nur ich nicht.
Ich will ja nach Hue.
Ich frage nach aber irgendwie scheint der Typ mich nicht zu verstehen.
Also gehe ich zu einer Vietnamesin und frage sie wo ich meinen Bus finde.
Leider kann mit die Frau auch nicht weiter helfen.
Die anderen steigen schon in den Bus, nur ich stehe immer noch da wie bestellt und nicht abgeholt.
Ich frage noch mal nach und mir wird gesagt ich soll in dem Bus nach Ninh Binh steigen und obwohl ich mir immer noch nicht wirklich sicher bin ob das alles so hin haut mache ich das auch.
Wärend der recht langen Fahrt schaue ich zur Sicherheit schon mal nach Hostels in Ninh Binh aber aus irgend einem mir nicht wirklich klaren Grund fährt der Bus einen riesen Umweg und hält dann irgendwann  (es ist mitlerweile schon dunkel ) in dem kleinen Ort Tam Coc der etwa 15 Kilometer vom eigentlichen Ziel entfernt liegt.
Es beruhigt mich ein wenig das ich nicht der einzige bin, den die ganze Sache etwas verwirrt.
Ich steige aus, nehme meinen Rucksack und versuche herauszufinden wie es denn nun weiter geht.
Draußen werde ich von allen Seiten von Restaurant Besitzern und Taxifahrern belagert.
Eine Vietnamesin die unbedingt möchte, das ich in ihrem Lokal esse ist besonders nett und ich verspreche ihr hoch und heilig, das ich sobald ich rausgefunden hab Wie ich weiter komme bei ihr essen gehe.
Ich erfahre das angeblich gegen 21 Uhr ein Bus kommt, der mich weiter nach Hue mit nimmt.
Somit bleiben mir 2,5 Stunden um bei der netten Vietnamesin etwas zu essen.
Nach dem ich also auf der Terrasse der Bar die gleich in der Nähe der Bushaltestelle liegt etwas gegessen und getrunken hab spiele ich noch ein wenig mit dem Handy herrum und halte es für eine gute Idee den fast leeren Akku zu laden.
Jetzt gibt es nur ein Problem.
Ich Trottel hab meine Powerbank mit der ich auf langen Busfahrten in Zügen und auch sonnst sonnst wenn gerade keine Steckdose in Reichweite ist mein Handy aufladen im Hostel vergessen.:?
So ein verflixter Mist!

Das Teil war echt praktisch und hat mir schon unzählige Male gute Dienste geleistet.
Für die Solarzellen, die mir mein Kumpel Cherry zum Abschied mit gegeben hat ist es zu dunkel und das der Akku bis nach Hue durchhält bezweifle ich.
Bleibt mir also nur noch die Besitzerin des Restaurants zu fragen ob ich mein Handy hier aufladen darf.
Logisch darf ich, allerdings ist die einzige freie Steckdose draußen an der Straße.
Ich stöpsel also mein Telefon an der Treppe zum Eingang des Lokals ein und verstecke es unter einer Vitrine.
Außerdem suche ich mir einen Platz von dem aus ich eine gute Sicht auf die Stelle hab und mache es mir gemütlich.
Nein Handy braucht etwa eine Stunde bis es voll geladen ist und ich muss sagen, das die Chefin des Ladens echt goldig ist, weil sie sich in jeder freien Minute die sie hat draußen auf die Treppe setzt um mein Telefon zu bewachen.
Gegen halb Zehn kommt dann endlich ein Bus.
Ich sprinte los um meinen Rucksack, den ich im Hotel gegenüber gelassen hab zu holen, stelle mich an den Eingang des Busses und freue mich wie Bolle als ich drinnen 2 Holländerinnen die ich schon von Cat Ba kenne entdeckt.
Die Beiden winken mir zu, rufen meinen Namen, der Busfahrer macht die Tür zu und fährt los.
Eine Kleinigkeit stimmt bei der ganzen Sache allerdings nicht und weil ich ja so ein blitzgescheites Kerlchen bin, bin ich auch der Erste, der den Fehler findet.
Ich stehe noch draußen auf der Straße. 😮

Tolle Wurst!
Wenn das so weiter geht schaffe ich es wohl nicht mehr nach Hue.
Ich frage im Hotel was ich jetzt machen soll und man erklärt mir, das es kein Problem ist weil in 10 Minuten noch ein Bus kommt.
Und wirklich, eine dreiviertel Stunde später fährt ein Bus vor und ob wohl es so aussieht als ob er schon voll ist, bekomme ich noch die letzte freie Koje.
Jetzt kann ja nix mehr schief gehen, ich mache es mir so gut wie möglich bequem und versuche ein wenig zu schlafen.
Morgens um kurz vor 9 Uhr ist es endlich geschafft.
Ich steige aus dem Bus und werde von dem üblichen Begrüßungskomitee empfangen  (Begrüßungskomikaffee wär mir jetzt zwar lieber aber man kann halt nicht alles haben).
Zwei meiner Vietnamesen sind besonders hartnäckig  (allerdings auch sehr freundlich).
Wo ich hin will möchten die beiden wissen.
Ich antworte das ich eigentlich laufen möchte und meine Unterkunft in der Nähe des Stadions ist. „Ah Kim’s Homestay no problem, come with me only 80.000 Dong.“
Da hat der Taxifahrer allerdings die Rechnung ohne den anderen Typen gemacht.
Der mir sofort anbietet mich mit dem Motorrad für die Hälfte zu meiner Unterkunft zu fahren.
Weil mir der Gedanke mit dem Motorrad mit zu fahren irgendwie gefällt, endschuldige ich mich bei dem Taxifahrer und gehe mit dem anderen Typen mit.
Keine Minute später stehe ich also auf dem Parkplatz neben einer blauen Honda.
Bevor der Mann mich aber zu meiner Bleibe fährt machen er und sein Kumpel, der mittlerweile dazugekommen ist mir ein Angebot.
Eine 2 Tage Motorrad-Tour, erst nach Westen in die Berge und der Dschungel auf dem anscheinend berühmten „Ho Chi Ming Trail“ und dann ab an die Küste nach Hoi An von wo ich laut ihrer Aussage ja bequem mit dem Bus weiter fahren kann.
Die beiden zeigen mir stolz ein Gästebuch, das sie immer dabei haben und die Einträge die darin stehen sind wirklich verdammt gut und es klingt für mich nach Spaß und vielen interessanten Eindrücken.
Als ich nach dem Preis frage antworten die beiden das mich der Spaß alles inklusive 160 kosten würde.
160.000 Dong sind gerade mal 6,50 Euro und für das Geld kann man das ruhig machen finde ich.
Ich sage den beiden also, das ich auf jeden Fall interessiert bin aber doch erstmal einen Kaffee brauche und in meine Unterkunft möchte.
15 Minuten später sitze ich im Hof von Kim’s Homestay, habe eine große Tasse Kaffee vor mir und blättere noch ein wenig in dem Buch der beiden Biker und jetzt fällt mir etwas auf: „Es ist zwar etwas teuer aber was man für das Geld bekommt ist einmalig. ……“ lese ich.
Etwas teuer?!
Ich frage noch mal nach und endlich verstehe ich.
Die beiden wollen 160$ für die Tour.
Für so viel Geld kann ich in Vietnam 4-5 Tage gut leben! Das is zu viel!
Genau das sage ich den Beiden auch aber die versichern mir, das es nicht zuviel ist.
Ich hab echt schön angefangen mich auf die Tour zu freuen aber so viel Geld möchte ich eigentlich nicht ausgeben.
Jetzt fangen die beiden an mir die Vorzüge der Tour anzupreisen, es ist alles inklusive und ich muss mich um nix kümmern, gutes Hotel tolles Essen und, und, und. ……..
Ich versuche den Preis wenigstens etwas zu drücken aber die Beiden bleiben stur.
Für 130$ ginge auch aber dann ohne Essen und Getränke.
Das finde ich allerdings auch doof.
Ach auch egal, ich hab jetzt Bock darauf mit dem Motorrad durch Vietnam zu düsen und für 155 $ (140€)wäre ich dabei.
Also schreiben wir einen kleinen Vertrag,  das ich wirklich alles inklusive hab, ich mache eine Anzahlung von 1.5 Millionen und wir verabreden uns für den nächsten Morgen 8 Uhr.
Bevor die Beiden mich verlassen geben sie mir noch den Rat mich nicht von Roller Fahrern die hier überall in der Stadt unterwegs sind bequatschen zu lassen.
Ich bedanke mich und beziehe erstmal mein neues Quartier.
Cindy ist anscheinend irgendwo in der Stadt unterwegs also bin ich erstmal allein.
Wobei allein nicht ganz stimmt, weil ich ja bei der super lieben Kim und ihrer tollen Familie wohne, die mich auch gleich einlädt mit ihnen gemeinsam Etwas zu essen.

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Kim ist klasse und als sie hört, das ich alleine bin bietet sie mir an eine passende Frau zu suchen.😂
Natürlich hat sie auch mit bekommen, das ich morgen eine Motorrad-Tour mache.
Es gibt wohl eine ganze Menge dieser Easy Rider und leider wohl auch ein paar schwarze Schafe unter ihnen.
Kim’s Rat: „Trinke abends nicht zu viel mit ihnen, sonnst kann es ganz schnell passieren das du eine Menge Geld los wirst.“
Ohjeh! Ich kenne mich und auch wenn ich ihr sage, daß ich mich daran halten werde bin ich nicht ganz sicher ob ich das auch wirklich kann.
Auf jeden Fall nehme ich mir fest vor, erstmal vorsichtig an die Sache ran zu gehen.
Als nächstes brauche ich etwas Geld und eine neue Powerbank.
Also mache ich mich auf den Weg zum nächsten ATM und dann Richtung Zentrum.
Alle 2 Minuten werde ich von Roller Fahrern angesprochen und alle 2 Minuten wimmel ich diese Leute freundlich ab.
Blöd nur das ich zwar schon 2 Handy Geschäfte gefunden hab, ich in beiden aber keine Powerbank kaufen konnte.
Ich beschließe mich doch auf die Hilfe eines Roller Fahrers ein zu lassen.
Ein Fahrer der mir relativ nett erscheint verklicker ich was mein Plan ist und der Man bringt mich auch für kleines Geld zu Einen großen Markt in dem ich das Objekte der Begierde auch kaufen kann.
Den Rest des Tages verbringe ich in einem gemütlichen Restaurant und am Abend treffe ich Cindy und wir gehen etwas essen und später in eine gemütliche kleine Bar.

7 Uhr morgens klingelt mein Wecker.
Ich bin ob wohl mein Bett in Kim’s Homestay echt bequem ist sehr spät eingeschlafen und dem entsprechend auch hundemüde.
Gut, was muss, das muss.
Pünktlich um kurz vor 8 Uhr sitze ich mit gepackten Sachen und meinem 2.Kaffee auf dem Hof in der Sonne und warte darauf abgeholt zu werden.
Ein paar Fragen sind noch offen, auf die mich gerade Cindy gestern gebracht hat.
Zum einem ist mir die Route nicht ganz klar und zum anderen weiß ich gar nicht ob ich ein eigenes Motorrad bekomme oder einfach nur mit fahre.
Is mir ehrlich gesagt auch schnuppe.
Ich bin im Urlaub und egal was kommt ich mache das Beste draus.

Mein Fahrer ist sehr pünktlich und nach dem all mein Gepäck auf dem Motorrad verstaut ist kann das Abenteuer beginnen.
Hoffentlich geht das mal gut.😂

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* Ich habe heute auch hier in meinem Blog die Seite „Gedanken“ hochgeladen.
Allerdings ist diese noch Passwort geschützt, weil ich mir selbst nicht ganz sicher bin ob ich diese hier für jeden frei zugänglich machen möchte.
Vielleicht ändere ich das noch oder ich verstecke das Passwort auch gelegentlich in meinen Texten.
Ich weiß es noch nicht.


Ein Gedanke zu “Wie ich mal einem Easy Rider begegnet bin

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