Wie ich mal bei einer Hmong Familie gewohnt habe

Jetzt bin ich also ganz allein auf irgend einem Berg im dichten Nebel irgendwo in Vietnam.
Ganz so toll finde ich das nicht und ich gehe noch ein wenig schneller um wieder zu meiner Gruppe aufzuschließen.
Dann das nächst kleine Problemchen, eine T-Kreuzung. ……..rechts oder links,  das ist hier die Frage.
Ganz in der Nähe sehe ich eine einheimische Frau und halte es für eine gute Idee ihr genau diese Frage zu stellen.
Die Antwort ist Rechts und ich hoffe inständig, daß es die richtige ist.
Als nach 5 weiteren Minuten im dichten Nebel immernoch nichts von den Anderen zu sehen ist werde ich doch etwas unruhig.
Haben die etwa immernoch nicht gemerkt, das der wichtigste Man der Gruppe fehlt?!
Ich gehe noch einen Schritt schneller und nach weiteren 2 Minuten  (die mir doch etwas länger vorkommen) kann ich endlich weiter vorne ein paar Gestalten aus machen, die aussehen wie 5 Franzosen, 2 Polen, 2 Israelis und 2 Hmong Frauen. :mrgreen:
Das ist ja noch mal gut gegangen.
Irgendwann erreichen wir ein Restaurant und Mama Tuh erklärt uns das es Zeit für eine Mittagspause ist und das die Aussicht von hier eigentlich atemberaubend ist.
Wie man sich sicher denken kann ist die Aussicht heute atemberaubend weiß.
Aber gut, so kann man sich wenigstens ein wenig fühlen wie in einer Duglas Adams Geschichte und ich taufe dieses Wirtshaus „Das Restaurant am Ende des Universums“.

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Essen und Stimmung sind gut und nach etwa einer Stunde kann der Marsch weiter gehen.
Irgendwann an einer Kreuzung trennen sich unsere Wege und Mama Tuh verkündet das 2 der anderen Gruppe mit uns kommen.
Ich freue mich, weil ich die Israelis wirklich dufte finde aber die Ernüchterung kommt schnell, weil es die Polen sind die und begleiten.
Ok. Auch nicht so schlimm und ich muss zugeben, daß die beiden eigentlich ganz nett sind wie ich im laufe des Tages noch feststellen kann.
Am späten Nachmittag lichtet sich der Nebel ein wenig und wir erreichen endlich das Dorf von Mama Tuh.

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Ein paar Hütten in den Reisterassen und in einer dieser Hütten leben wir die nächsten Stunden.

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Zusammen mit Hühnern, Enten, Schweinen, einem Hund und 5 zuckersüßen Kindern.
Fließend Wasser haben wir das über Bambusrohre vom nahegelegenen Bach direkt bis zur Hütte geleitet wird.
Den ganzen restlichen Tage verbringen wir damit die Kinder zu unterhalten.😁
Abends kocht Mama Tuh ein super essen und präsentiert uns später eine große Flasche „Happy Water“ (Hausgemachter Reiswein) die wir im Laufe des Abends auch brav leeren. Mama Tuh scheint nicht ganz so viel zu vertragen, weil sie doch ziemlich angeduselt ist.😂

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Kuche

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Rechts Mama Tuh und links ist ihre Schwester Muh

Als es Zeit wird schlafen zu gehen wird es noch mal spannend, das polnische Pärchen bekommt ein eigenes kleines Kämmerchen und für uns sechs bleiben jetzt noch 3 große Betten und unsere Gastgeberin bestimmt, das die 3 Französinnen sich das größte Bett teilen, Zipp sein eigenes Bett bekommt und Cindy ihren Schlafplatz mit mir teilen darf.
Ich hätte diese kleine Geschichte also auch „Wie ich mal mit Cindy im Bett gelandet bin“ nennen können. 😂

„Bonne nuit.“

Es ist ein schöner Tag,  ich stehe unter einem Baum und genieße die Aussicht.
Es ist ganz still bis plötzlich ein Summen die tolle Stimmung irgendwie stört.
Nur wenige Sekunden später imschwirrt mich ein Schwarm Bienen und diese verdammten Viecher sind ziemlich agressiv.
Ich schliße die Augen und schlage um nich um diese Biester abzuwehren, ich treffe auch.
Allerdings fühlt sich das was ich getroffen hab nicht wie eine Biene an.
„Aua!“
Ich öffne die Augen und weder Bienen noch Landschaft sind zu sehen.
Stattdessen liege ich in einem dunklen Raum auf einem harten Bett und neben mir liegt Cindy die sich vor lachen kaum noch halten kann.
„You hit me.“
Hier also der 2. alternative Titel für den Beitrag :“Wie ich mal eine Französin verprügelt habe“.
Ich erkläre ihr das es mir leid tut aber ich gegen Bienen kämpfen musste und hoffe, das ich nicht zu fest zugeschlagen hab.

Ich schlafe wieder ein und erst als es Zeit wird zu frühstücken wache ich wieder auf.
Mama Tuh tafelt richtig auf, es gibt eine halbe Tonne Pancakes, frische Früchte und Kaffee.
Blöd für mich nur das der Kaffee pappsüße ist.

Irgendwann wird es Zeit weiter zu ziehen und unser Trupp wandert runter ins Tal wo uns Mama Tuh einen Wasserfall zeigen möchte, bevor wir wieder zurück nach Sapa wandern.
Das Wetter ist mittlerweile übrigens auch ein kleines bisschen besser.
Am sehr schönen Wasserfall der wohl ein beliebtes Ziel für Touristen ist, werden wir von Hmong Frauen umlagert die uns alle etwas verkaufen wollen.
Aber wir bleiben standhaft und haben irgendwann sogar ein paar Minuten Ruhe.

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Weiter geht es über einen schmalen Pfad immer bergauf durch einen Bambus Wald.
Dann über Reisterassen und durch kleine Dörfer immerweiter Richtung Sapa.

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Je näher wir der Stadt kommen um so mehr Westliche Besucher laufen uns über den Weg und ich bin heil froh diesen Ausflug gemacht zu haben, weil Sapa doch schon sehr touristisch geworden ist und ich so wenigstens einen kleinen Einblick in das Leben der Einheimischen gewinnen konnte.
Gegen halb 5 sind wir wieder in Sapa und ich bin ein wenig hibbelig, weil ich schon als ich in Hanoi war meine nächste Unterkunft gebucht hab.
Diese befindet sich allerdings in einem Dorf etwa 15 Kilometer von Sapa entfernt und weil ich mir schon auf der Wanderung gedacht hab, das ganz in der Nähe meiner nächsten Bleibe seien müssen und ich unterwegs gesehen hab Wie die Straße dorthin aussieht bin ich mir nicht sicher ob ich es wirklich schaffe mit dem Taxi zum Mai Training Homestay zu gelangen.
Außerdem weiß ich das es in spätestens 1,5 Stunden dunkel wird und der Gedanke Nachts nach meiner nächsten Bleibe zu suchen gefällt mir gar nicht.
Weil die anderen natürlich alle Zeit der Welt haben und mit die das Rumgetrödel langsam zu viel wir verabschiede ich mich von allen, mache mit Cindy aus, das wir uns in Ha Long Bay wieder treffen und laufe zum Hostel in dem ich den größten Teil meines Gepäcks gelassen habe.
Hoffentlich kann man mir von dort auch noch ein Taxi oder ein Motorradfahrer rufen, der mich dann zu meinem nächsten Ziel bringen kann.


2 Gedanken zu “Wie ich mal bei einer Hmong Familie gewohnt habe

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