Wie ich mal fast in Hanoi ein Schnitzel gegessen hab

Der Wecker klingelt und ich hasse ihn dafür.
Das heißt ich würde ihn hassen aber im Moment bin ich noch viel zu müde für Emotionen.
Cindy ist natürlich schon fertig und auch Bart wartet mit Sack und Pack in der Lobby.
Ich muss aber erst unter die Dusche bevor ich überhaupt zu anderen Dingen in der Lage bin.
Etwa 20 Minuten später bin auch ich startklar und bereit mit meiner Kresse am Rucksack China zu verlassen.

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Ich verabschiede mich natürlich noch schnell von Ivy und bedanke mich für die tolle Zeit hier in Nanning bevor ich zusammen mit Bart und Cindy im Taxi zum Busbahnhof aufbrechen.
Im Bus gibt es für jeden Fahrgast eine Kleinigkeit zu essen und eine Flasche Wasser auch wenn mir Kaffee um Längen lieber wäre freue ich mich riesig über den tollen Service.
Nach etwa 3,5 Stunden fahrt erreichen wir die Grenze.
Passagiere und Gepäck werden in Golfwagen verfrachtet welche uns zus chinesischen Passkontrolle bringt.
In langen Schlangen warten wir auf die Abfertigung, als ich endlich an der Reihe bin, nimmt der Beamte meinen Reisepass schaut mich an und fragt grinsend „Do you speak chines?“
Warheit gemäß antwortete ich mit „No.“
und finde es eine lustige Idee ihn zu fragen on er deutsch spricht.
Diese Frage wird von ihn lachend verneint und ich darf die Kontrolle passieren.
Mit dem Bus geht es dann ein Stück weiter, bis wir wieder in Golfkarts steigen um die vietnamesische Kontrolle zu passieren.
Hier läuft es ein wenig anders.
Erst wir das Gepäck durchleuchtet und danach müssen wir unsere Reisepässe abgeben, die wohl in einem Nebenzimmer gecheckt werden.
Eine Viertelstunde stehen wir in einem extra Wartesaal und alle paar Minuten kommt eine Chinesin mit ein paar Reisepässen und ruft die Namen der Besitzer auf.
Da fast alle Wartenden Chinesen sind fällt ihr das auch recht leicht.
Als sie dann endlich mit meinem Pass vorbei kommt wirft sie einen langen Blick hinen, Patrick Jobst ist für sie dann wohl zu schwer auszusprechen weshalb sie erst aufs Passbild und dann auf mich schaut. „You!“ Ruft sie dann und ich bin erleichtert, das dieser Grenzübertritt so einfach funktioniert.

„Good by China!“
„Good morning Vietnam!“

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Wieder werden wir mit kleinen Elektro-Karts zu einem etwa 1 Kilometer entfernten Parkplatz gebracht.

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Wir müssen kurz warten bis es in einem Bus weiter geht.
Ich komme Deutschland langsam wieder immer näher.
Waren es in der Mongolei noch 7 Stunden Zeitunterschied und in China immer hin noch 6 Stündchen bin ich hier in Vietnam nur noch 5 Stunden vorraus. Auch sonnst scheint speziell hier im Bus etwas mit der Uhr anders zu sein. Immerhin geht sie richtig.

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Einige Stunden sind wir in Vietnam unterwegs und die Landschaft beeindruckt mich jetzt schon.

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Oslo, Moskau, Ulaanbaatar, Peking es ist wohl nur Zufall, daß ich in jedem Land, das ich besuche bis jetzt immer in der Hauptstadt angefangen habe, auf jeden Fall beginnt mein „Vietnam – Abenteuer“ in Hanoi was perfekt in meine Serie passt.
Gebucht haben wir alle Drei im „Hanoi Rocks Hostel“ die Herausforderung ist nun nur noch dieses zu erreichen.
Ein Blick auf die Karte verrät, das es fast 5 Kilometer bis zur Unterkunft sind.
Zum laufen eindeutig zu weit.
Ein Taxi scheint für uns die einzige gute Lösung zu sein.
Dummerweise ist es irgendwie gar nicht so einfach eins zu finden, das uns mit nimmt.
Taxen gibt es am Busbahnhof zwar genug aber alle Fahrer die wir fragen verlangen einfach zu viel Geld oder haben einfach keine Lust uns mitzunehmen.
Wir haben uns schon fast damit ab gefunden zu laufen als es Bart gelingt ein Taxi anzuhalten.
Egal was das kost, ich will da jetzt mit fahren!
Und für 200000 Dong darf ich das auch.
Bevor jetzt die Frage kommt wieviel das den in Euro ist verrate ich an dieser Stelle das ich für einen Euro etwa 25000 Dong bekomme.
Ich befinde nich also in einem Land in dem es nur so von Millionären wimmelt und kann mich selbst auch zu dieser elitären Gruppe zählen.

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20 Minuten dauert die fahrt duch mit Motorrollern überfüllte Straßen bis wir unser Hostel erreichen.
Hier lerne ich dann schnell eine sehr wichtige Lektion:
Wenn man alleine reist und aus dem Partyalter schon ein paar Jährchen raus ist sollte man wenn möglich kein Hostel für 5 $ die Nacht buchen bei dem jeden abend 2 Stunden Freibier mit inklusive sind.
Das Hostel ist zwar sauber, die Lage ist super und das Personal mehr als freundlich aber wenn Bart nicht ware, wär ich der älteste in dieser Herberge.
Noch dümmer von mir war das ich einen Platz im 18 Bett Dorm gebucht hab.
Aber ok. Das wird schon alles irgendwie gehen.
Wärend ich mich noch in meinem Bett einrichte und meine Sachen ein wenig sortiere macht sich Bart schon auf den Weg die Stadt zu erkunden.
Gegen 19 Uhr bequeme auch ich mich langsam nach Unten zu gehen um auch etwas von dem Freibier abzubekommen.
Hier treffe ich auch Cindy, die die selbe Idee hatte.
Nach 3 Bierchen entscheiden wir nach etwas essbaren zu suchen und verlassen das Hostel.
Die Straße vor unserer Unterkunft hat sich in den letzten Stunden stark verändert.
Die Massen von Motorrollern sind verschwunden und dafür sind auf der ganzen Straße unzählige Verkaufsstände aufgebaut und es wuselt nur so von Menschen.
Wir stürzen uns auch ins Getümmel und nach etwa einer halben Stunde laufen wir Bart über den Weg.
Weil wir bis auf die paar Dong die wir an der Grenze gegen unsere letzten Yen eingetauscht haben kein Geld haben beschließen wir dieses als erstes zu ändern.
Wir finden auch ziemlich schnell einen Geldautomaten und heben einer nach dem Anderen je 3 Millionen Dong ab.
Als Bart an der Reihe ist gibt es allerdings ein kleines Problem.
Übrigens ist der einzige Grund warum ich es ein kleines Problem nenne der, daß es nicht mir passiert sondern dem Kanadier.
Hätte der Automat meine Kreditkarte nicht mehr rausgegeben hätte ich es warscheinlich als Katastrophe oder Desaster bezeichnet und damit nicht annähernd die Tragweite des „Problemchens“ beschreiben können.
Das ist jetzt auch das erste Mal, das ich Bart richtig wütend erlebe.
Jetzt ist guter Rat teuer.
Der ATM, der die Karte geschluckt hat steht im Eingang eines Kleinen Restaurants und wir fragen erst mal bei der Besitzerin nach was wir jetzt am besten tun können und ob sie uns ihr Handy leihen kann, so daß wir bei der Bank anrufen können.
Spätestens wärend des Gesprächs welches Bart dann mit der Bankangestellten führt merkt man das der sonnst so fröhliche und lebenslustige Kanadier auch ganz anders kann und ich frage mich mal wieder was dieser Man wohl mal beruflich gemacht hat.
Das er jetzt sein Geld mit Aktien verdient ist ja nichts neues für mich weil er regelmäßig mit dem Laptop im Hostel sitzt und Geld verdient.
Aber ich bin mir sicher, daß er vorher schon etwas gemacht haben muß wo er ganz klar das Sagen hatte.
Wo ich gerade beim Thema bin, Cindy hat es auch ziemlich gut getroffen.
Sie arbeitet eigentlich bei Peugeot.
Weil das Unternehmen Geld sparen muß hat sie 2 Jahre bezahlen Urlaub bekommen und diese Zeit nutzt sie jetzt zum reisen.

Weil Bart doch länger braucht machen wir es uns in dem kleinen Restaurant bequem um etwas zu essen.
Und was entdecke ich da in der Speisekarte? !
Da steht doch tatsächlich Schnitzel!
Ich freue mich wie Bolle und selbst Bart der eigentlich im Moment andere Sorgen hat lacht sich schlapp, weil er laut seiner Aussage seit er mich kennt öfter das Wort Schnitzel gehört hat als je zuvor.
Ja ich gebe es hiermit ganz offiziell zu man kann so viel reisen wie man will und auch so viel essen wie man will für mich gibt es einfach nichts besseres als das Schnitzel in Königerode im Schwarzen Adler bei Mutti.
Ich bestelle also freudestrahlend bei der netten Vietnamesin ein Schnitzel und hoffe das ich nicht soetwas wie in Ulaanbaatar bekomme, wo ich damals auf der Karte „Burmel Schnitzel“ gefunden hab.
Was ich da bekommen habe war auf jeden Fall Burmel aber kein Schnitzel.
Trotz alle dem bestelle ich Freude strahlend mein Leibgericht und bekomme als Antwort. …..“Ham wer im Moment nicht.“*
Na gut, dann nehme ich halt Frühlingsrollen.:?

Bart hat in der Zwischenzeit immerhin erreicht, das er morgen Früh zur Bank gehen kann und dort angeblich seine Karte wieder bekommt.
Ich drücke mal die Daumen, daß es klappt.
Da die Stimmung eh im Eimer ist gehen wir recht früh wieder ins Hostel.
Allerdings ist an schlafen lange nicht zu denken weil die Bässe die ganze Nacht wummern  (was mich nicht wirklich stört) und ständig irgendwelche besoffenen Jugendliche durchs Zimmer stolpern (was mich ein wenig stört ).
Mit dem Gedanken an die Heimat und das ich mit meinen Kumpels hier sicher viel Spaß haben könnte schlafe ich irgendwann ein.

*Von mir frei aus dem englischen übersetzt.


2 Gedanken zu “Wie ich mal fast in Hanoi ein Schnitzel gegessen hab

  1. Ja, was soll ich sagen… so ein kleines Problemchen hatten wir in Laos. Wir waren gerade aus dem Flugzeug gestiegen (und hatten noch knapp drei Wochen Urlaub vor uns, da es der erste Tag in Asien war), gingen an den ATM im Flughafen und schwupps, war die Karte weg. O!M!G!!!!! Wir waren fertig, hatten aber zum Glück einen einheimischen Reiseleiter dabei, der sich schlapp lachte über unser Entsetzen. Er rief irgendwo an, irgendwann kam ein Mann auf einem Moped, der machte die Kiste auf und schon hatten wir die Karte zurück. Oh Mann, danach konnte es nicht mehr schlimmer werden und genau so war das dann auch, von dem Moment an war alles nur noch toll. Unsere Route war: Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam.

    Gute Reise!!!

    Gefällt 1 Person

    1. Da scheint ja hier etwas einfacher zu laufen als in Europa.
      Wo ich deine Route sehe hast du villeicht ein paar Tips (mal abgesehen von Ankor ) für Kambodscha? Weiß nämlich noch nicht ob sich da ehr der Norden oder der Süden lohnt.

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