Wie ich mal in China Gras gekauft habe

Was kann man in einer Stadt wie Nanning tun um die Zeit tot zu schlagen?
Ich entscheide mich mal wieder in einen Park zu gehen.
Generell geh ich ja gerne in den großen chinesischen Städte in die Parks, weil diese in der Regel schön ruhig sind und es Spaß macht den einheimischen bei ihren sportlichen Aktivitäten zuzuschauen.

image

image

image

Nach dem ich jetzt also fast den ganzen Tag in einer kleinen sehr schönen Grünanlage verbracht habe läuft mir vor dem Eingang zum Hostel Ivy über den Weg.
Die Chinesin hat sich gerade etwas zu Essen gekauft und weil ich anscheinend  sehr hungrig aussehe gibt sie mir die Hälfte ab.
Es gibt Hähnchen. ☺
Wie immer sitzen wir im Treppenhaus und lassen es uns gut gehen.
Noch bevor wir anfangen zu essen fragt mich Ivy ganz nebenbei,ob ich auch einen Chai-Mango-Eistee möchte.
Natürlich antwortete ich mit Ja und das ist dann auch schon das Ende des Gesprächs, nicht das unser Essen kalt wird.
Etwa 20 Minuten später, wir sind schon lange fertig mit essen und die Eisteefrage hab ich eh schon längst vergessen, steht plötzlich ein Mann im Treppenhaus und reicht uns 2 Becher, deren Inhalt ganz klar eiskalt, fruchtig und lecker ist.
Etwas perplex nehme ich die Becher entgegen und fange schon an nach meinem Geld zu suchen was ich mir wie ich einige Sekunden später erfahre sparen kann, weil Ivy wärend wir gegessen haben per App bestell und auch schon bezahlt hat.
Klasse Sache!
Für mich Dorfkind völliges Neuland.

Später treffe ich dann Cindy und Bart (klingt fast wie ein Schlager Duo;)) und wir gehen zusammen wieder auf den Nachtmarkt um uns die Bäuche voll zu schlagen.
Ich Gegensatz zu mir haben die Beiden heute ihre Hausaufgaben gemacht und sich schon Bustickets nach Hanoi besorgt.
Mist!
Ich war mir eigentlich ziemlich sicher, daß man im Hostel Tickets buchen kann.
Leider ist das nicht der Fall.
Jetzt ist es auch zu spät um noch eine Fahrkarte zu kaufen.
Ich nehme mir fest vor so früh wie möglich morgen aufzustehen und mir meinen Fahrschein zu besorgen.

Das frühe Aufstehen war noch nie so wirklich eine meine Stärke.
Aber wat mut dat mut.
Also quäle ich früh um kurz nach 7 Uhr aus dem Bett, ziehe mir Hose und T-Shirt an.
Gehe ins Bad und spritze mir Wasser ins Gesicht, in der Hoffnung das meine Augen wenigstens ein wenig offen bleiben.
Ich werfe einen Blick in den Spiegel und finde das irgend etwas nicht stimmt.
Nach einem längeren Kontrolle Blick mit höchster Konzentration finde ich mit Hilfe der paar Gehirnzellen die auch schon wach sind den Fehler.

10 Minuten später verlasse ich mit jetzt richtig angezogenen T-Shirt das Hostel.
Bis zum Busbahnhof sind es 1,5 Kilometer und ich bewege mich in die Richtung in der er laut Karte irgendwo sein soll.
Laufen oder gehen möchte ich die Art in der ich mich zu dieser für mich unkristlichen Zeit fortbewegen wirklich noch nicht nennen, es ist ehr ein schlurfen. (Wer sich ungefähr ein Bild davon machen möchte wie es aussieht wenn ich mich so früh durch eine Stadt schleppe sollte den Anfang von „Shaun of the dead“ schauen. @meine Eltern die DVD findet ihr in meinem Zimmer )
Das Ticket zu kaufen klappt zu Glück ohne Probleme und ich hab es sogar geschafft einem Platz im selben Bus wie Cindy und Bart zu bekommen. Glaube ich zumindest.
Wirklich wach bin ich immer noch nicht und ich mache nach dem ich diesen schweren Marsch hinter mich gebracht habe das einzig wirklich vernünftige.
Ich lege mich wieder hin.
Der letzte Tag in Nanning ist nicht gerade spektakuläre, ich packe schon langsam meine Sachen und meine einzige echte Sorge ist, daß ich meinen Reisepass und das Visum nicht rechtzeitig wieder bekomme.
Meine beiden Begleiter haben ihre gestern schon erhalten nur meiner fehlt noch.
Ohne Reisepass hätte ich ein echtes Problem und müsste noch länger hier in China bleiben.
Am Nachmittag dann werde ich endlich von meiner Angst erlöst und bekommen Pass mit Visum.
Gott sei Dank!

Am Abend gehen Cindy und ich wieder auf die suche nach etwas essbaren.
Weil wir diesesmal nicht schon wieder auf den Nachtmarkt essen möchten gehen wir in die Innenstadt um ein Restaurant zu suchen.
Wir finden auch eine ganze Menge Lokale und entscheiden uns schließlich für eines das mir großen Buchstaben „BEST FOOD IN CHINA“ anpreist.
Als wir dann unser Futter bekommen sind wir uns in einer Sache mehr als einig, so schlechtes haben wir in China noch nicht gegessen und wir müssen wohl damit leben, daß unser letztes Abendessen in China unvergesslichen bleibt.
Leider eben nicht im positiven Sinne.

Weil wir morgen schon sehr früh los müssen gehen die Französin und der Kanadier schon sehr früh schlafen.
Ich bin noch gar nicht müde deshalb setz ich mich mal wieder zu Ivy.
Thema dieses mal ist der lustige Kopfschmuck den viele Chinesinnen tragen.
Ständig sieht man hier Frauen und manchmal auch Männer mit einem Plastik Grashalm oder anderen kleinen Grünzeug auf dem Kopf auch so kleine Pilze wie bei uns manchmal im Weihnachtesgesteck zu finden sind wachsen einigen Leuten hier aus den Köpfen.

image

Yvi erklärt mir das es erst seit ein paar Monaten hier in Mode ist und sie es total albern findet.
Im gleichen Atemzug fragt sie mich ob ich so einen Grashalm haben möchte.
Natürlich nicht, antworte ich.
Diese Antwort ist aber anscheinend die falsche, weil sich die junge Chinesin jetzt in den Kopf gesetzt hat mit mir diesen lustigen Kopfschmuck zu kaufen.
Weil ich ja nur Gast in diesem Land bin und es ja unhöflich wäre zu widersprechen finde ich mich 10 Minuten später auf dem Nachtmarkt wieder.
Ivy übernimmt für mich die Verhandlungen mit der Verkäuferin und verkündet nach kurzer Zeit, daß wenn ich 2 kaufe ich das Dritte gratis bekommen.
Logisch, das ich bei so einem super Angebot zuschlagen muss.
Jetzt bin ich also stolzer Besitzer eines Grashalms, einer kleinen Blume und eines Kresse Pflänzchens.
Alles natürlich aus hochwertigem China – Plastik.

image
Sorry, mieses Handy foto

Die Kresse wird mir auch gleich ins Haar gesteckt und wir gehen so toll dekoriert wieder zurück ins Hostel.
Im Treppenhaus treffen wir dann 2 Chinesen und ein Pärchen aus England mit denen wir es uns gemütlich machen.
Es ist schon nach 1 Uhr als wir beschließen noch etwas zu essen.
Weil die Anderen auch noch Hunger haben laufen Ivy und ich wieder zum Nachtmarkt um uns mit allerlei Leckeren einzudecken.
Ein großer Vorteil ist es wenn man mit einer Einheimischen dort unterwegs ist, weil man überall probieren kann.
So koste ich z.B. eine Mais-Suppe und irgend welche Knusper-Hähnchen bevor wir mit riesen Tüten voll Futter wieder zurück zu den anderen gehen.
Zu trinken haben wir sowieso genug und ich würde mal behaupten, daß das der beste Abend in Nanning ist.
Meine kleine Plastik Blume schenke ich der Engländerin.

image

Der Grashalm ist leider schon in meiner Tasche kaputt gegangen, so daß mir nur noch meine Kresse bleibt, die ich voller Stolz den ganzen Abend trage.
Um halb 5 morgens löst sich dann unsere lustige Truppe auf und mir schwahnt schon Böses als ich den Wecker stelle.
In 2 Stunden muss ich wieder aufstehen.😯
Aber das war es wert!:mrgreen:


3 Gedanken zu “Wie ich mal in China Gras gekauft habe

  1. Wie ich mir mal zwei Fragen stellte …
    … einige weniger wichtigere und eine wichtigere:

    1. Wie hat Jobsti das bei seiner Alpen-Überschreitung (ohne Hanibal als Führer und seine Elefanten als Träger) mit dem Aufstehen auf den Hütten gehandhabt (Frühstücks-Deadline und Endlichkeit der Gewitter-Risiko-reduzierten Tageszeitbudgets) ?

    2. Reist unser Improvisations-Talent wirklich nur mit EINEM Reisepass um die Welt ? – Ich dachte immer, dass sei Punkt EINS von n (n: 2-111) in allen Guides „How to travel around the world …“, dass man sich in „Good Old Germany“ (c) erstmal x (x: 2-5) Reisepässe zwecks der ganzen Visa-Problematiken besorgt.

    FragenFrager.

    Gefällt mir

    1. 1. In den Alpen war ich immer der letzte beim Frühstück.
      2. Natürlich hab auch ich mehr als nur einen Reisepass.
      Ich benutze aber nur einen, (Reisepass mit 48 Seiten ) weil ich es schön finde wenn alle Stempel in einem Pass sind und weil ich sonnst sicher durcheinander kommen würde.
      „Oh kein Visum im Pass?! Dann versuchen Sie es mal mit dem hier.“
      Damit würde ich mir am Grenzübergang sicher keinen Gefallen tun.

      Reisepass Nummer Zwei hab ich nur zur Sicherheit und für ein besseres Gefühl dabei wenn ich z.B. irgendwo als Pfand meinen Reisepass hinterlassen muss ist der ganz nützlich.

      Gefällt mir

  2. Frage Zwei find ich super – bin ich noch gar nicht drauf gekommen. Ich dachte immer, es wäre nur dann ratsam, sich einen zweiten Pass zuzulegen, falls man nach einer Iranreise nach Israel fahren möchte. Oder umgekehrt. Vermutlich ist mir dieses Vorgehen neu, weil wir fast nur organisiert reisen, wenn es über Europa hinaus geht. Alle Stempel in einen Pass zu pappen, finde ich auch sinnvoll. Es ist wirklich schön, ab und an mal durchzublättern und in Erinnerungen zu schwelgen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s