Wie ich mal beim Full Moon Festival war (2mal)

Wie immer ist die Bahn mehr als pünktlich und ich verlasse zusammen mit einer riesen Horde Chinesen den Zug.
Vor dem Bahnhof heißt es sich erst mal orientieren.
Ich hab es mir hier in China wo Google Maps gesperrt ist angewöhnt mir nach dem ich mein Hostel gebucht habe auf der Karte anzuschauen wo genau es liegt und die Position dann auf meiner offline Karte zu markieren. (Die App Maps.me ist wirklich Gold wert).
Bevor ich aber Gelegenheit habe auf mein Handy zu schauen zieht etwas anderes meine Aufmerksamkeit auf sich.
Ein großer hellblauer Rucksack und dieser hängt an einer Frau die ganz klar nich asiatisch ist und ganz klar auch versucht mit dem Handy den besten Weg zum Hostel zu finden.
Natürlich gehe ich sofort zu ihr rüber und nach einem kurzen Plausch sind schonmal 2 Dinge klar:
1. Sie kommt aus Frankreich
2. Wir haben das selbe Hostel gebucht

Bis zu unserer Unterkunft sind es etwa 1,5 Kilometer und wir stapfen gemeinsam los.
Am Ziel angekommen bin ich dann etwas verwirrt weil das Hostel das ich gebucht hab „Nanning Travelling With Hostel“ heißt aber über dem Eingang in ein Hochhaus das schon ein wenig in die Jahre gekommen ist „Green Forest Hostel“ steht.
Anscheinend hat die französische Backpackerin sich im Vorfeld etwas besser als ich über unsere gebuchte Unterkunft informiert, weil sie nach dem sie meinen leicht verwirrten Blick bemerkt mir erklärt, daß das Hostel vor 2 Monaten den Namen geändert hat.
Sie hat Recht, oben in der 3. Etage in der sich das Hostel befindet steht sogar der aktuelle Name über der Tür.
Gebucht habe ich für 6 Euro 3 Nächte in einem sechs Bett Dorm.
Das Zimmer ist soweit auch ganz ok, wenn man von dem Putz der langsam von den Wänden bröckelt und den verdammt alten Doppelstockbetten in denen wir schlafen und ich immer wenn ich mich darauf setze das Gefühl hab das alles gleich zusammen bricht absieht.
Immer hin ist das wichtigste Gerät das man bei der tropischen Hitze die hier herrscht dringend braucht vorhanden.
Wir haben eine Klimaanlage.
Es gibt noch einen anderen sehr guten Grund warum ich mir gerade dieses Hostel ausgesucht hab, man bietet hier nämlich einen Visum – Service für Vietnam an.
Für Europäer ist es zwar möglich 15 Tage ohne Visum in dieses Land einzureisen aber ich bin mir sicher das 2 Wochen zu wenig sind um in Ruhe Vietnam zu erkunden.
Die logische und für mich einzige vernünftige Lösung ist ein 30 Tage Touristen Visum für 40€.
Also gebe ich genau wie die Französin die ich übrigens ab jetzt Cindy nenne,
(Ihre Eltern übrigens auch:)) meinen Reisepass und 2 Passbilder an der Rezeption ab und die nette junge Chinesin die unsere Dokumente in Empfang nimmt versichert uns, daß wir unsere Pässe mit Visum in 4 Tagen wieder bekommen.
Ich bin ein wenig skeptisch, weil das genau am Nationalfeiertag wäre aber gut, ich lasse mich ja gerne überraschen.
Als das alles erledigt ist erzählt mir das Mädel von der Rezeption noch etwas sehr Interessantes, heute ist Full Moon Festival und noch wärend sie mir das mit leuchtenden Augen  erzählt reicht sie mir einen mit Marmelade gefüllten Keks.
Auch wenn sie mir versucht zu erklären was das alles auf sich hat bin ich mir nicht ganz sicher was dieses ganze Spiel soll und ich schau noch mal bei Wikipedia nach um wenigstens ein bisschen im Bild zu sein.

Das Mondfest wird in Asien am 15. Tag des 8. Mondmonats nach dem traditionellenchinesischen Kalender begangen. Im Altertum opferten die Kaiser im Frühling der Sonne und im Herbst dem Mond. Traditionell werden am Mondfest Mondkuchen mit verschiedenen Füllungen, z. B. süße, salzige, mit Fleisch oder vegetarischer Füllung, gegessen. 

Kann ich unter anderen in der online Bibliothek lesen.

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Logisch, das ich an einem so wichtigen Tag nicht im Hostel bleiben kann.
Zusammen mit Cindy mache ich mich also auf den Weg um ein wenig mit zu feiern.
Direkt hinter dem Hostel gelangt man zu Promenade am Ufer des Yujiang und hier ist wirklich richtig was los.
Überall sind Menschen die in dieser warmen Nacht am Fluß entlang flanieren, es gibt an einigen Ecken Musik und am wolkenlosen Himmel sind neben dem wunderschönen Vollmond auch immer wieder Himmelslaternen zu sehen.

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Besonders eine junge Sängerin die hier an der Promenade mit ihrer tollen Stimme und ihrem nicht asiatischen aussehen die Leute in ihren Bann ziehen hat es uns angetan und wir lauschen lange ihren Liedern. (Ich versuche auch hier mal das kurze Video das ich hier gemacht hab am Ende hochzuladen )
Als wir ein paar Stunden später völlig erschöpft wieder ins Hostel kommen werden wir vom Manager der Hauses angesprochen ob wir nicht Lust haben mit ihm und ein paar anderen Gästen eine Runde zu Full Moon Festival zu gehen.
Im Gegensatz zu Cindy hab ich seht wohl noch mal Lust mich ins Getümmel zu stürzen und schließe mich der kleinen Gruppe an.
Was sich auch als gute Idee entpuppt weil es zwar eigentlich nichts Neues zu sehen gibt aber wir dafür tolle Geschichten über die Stadt und einige Gebäude und Denkmäler zu hören bekommen.

Also wir dann recht spät an Abend zurück ins Hostel kommen, sitzt die junge Chinesin von der Rezeption im Treppenhaus,anscheinend hat sie gerade Feierabend.
Kurzerhand geselle ich mich zu ihr und wir reden ein wenig über das Reisen und meine Eindrücke von China.

Ich erkläre ihr unteranderem, das ich sehr beeindruckt bin von dem Land und den Leuten aber es mal abgesehen von der Internet-Zensur, es 2 Dinge gibt die ich einmal ziemlich nervig und ein mal etwas ekelig finde.
Ich nenne diese beiden Dinge „The Sound of China“.

Der nervige „Sound of China“ kommt von den  hunderttausenden Elektro – Scootern die es hier gibt und die ALLE eine Alarmanlage haben mit IMMER den gleichen nervigen gefiepe. „Hui -Hui -Hui –Hiiu-Hiiu-Hiiu-Wää-Wää-Wää“ hört man hier wirklich immer und überall.

Und der etwas eklig „Sound of China“ ist, daß es hier völlig normal ist auf der Straße zu spucken.
Vom kleinen Kind bis zur alten lieben Omi, wirklich so ziemlich Jeder spuckt hier auf die Straße wobei es kein normales ausspucken ist.
NEIN normale Spucken hat ja keinen Sound, das kann man ja relativ leise und Heimlich machen.
NEIN, die Chinesen spucken anders.

Ich würde es ja wirklich gerne etwas netter umschreiben, wie das genau hier abläuft aber ich wüsste beim besten Willen nicht wie.
Und weil ich es wirklich nicht besser weiß beschreibe ich es mit dem Satz den ich als 15 jähriger Rotzlöffel benutzt hätte.
Wobei Rotzlöffel in diesem Zusammenhang eigentlich schon wieder seht gut passt.

So passiert es hier mehr als nur einmal am Tag das die nette alte Dame die neben einem läuft einen Grünen von gaanz unten mit dem passenden Geräusch hoch holt und auf den Gehweg spuckt.*

Die junge Chinesin deren „englischer Name“ Ivy ist und ich wir sind uns auf jeden Fall einig, daß das nicht gerade schön ist und sie versichert mir, das sie soetwas nie tut.

Der nächste Tag ist dann ziemlich ereignislos.
Ich bleibe lange im Hostel bis ich dann irgendwann nachmittags entscheide doch mal für ein paar Stunden durch die Stadt zu schlendern.
Ich verbringe viel Zeit am Fluß und schaue den Chinesen beim spucken zu.
Außerdem geh ich später noch mal in die Innenstadt, welche mich hier so ein wenig an deutsche Innenstädte errinnert, allerdings fehlen die für Deutschland typischen Kaufhaus Namen und weil alles schon für den Nationalfeiertag vorbereitet ist, wird man hier auch duch ganz dezente Dekoration unterschwellig überall daran erinnert in welchem Land man sich gerade befindet und es schwer möglich ist hier einen Karstadt oder C&A zu finden.
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Irgendwann gehe ich zurück ins Hostel und wärend ich zusammen mit Cindy in der Lobby sitze und überlege wo wir heute abend am besten essen gehen können, checkt ein neuer Gast ein und meine Freunde ist riesig, als ich den Man an der Rezeption sehe.
Bart der Kanadier mit dem ich in Peking schon essen war hat sich auch entschieden Nanning zu besuchen.
Klasse Sache, jetzt sind wir also zu Dritt.
Bart plant genau wie wir nach Vietnam weiter zu reisen aber zu erst haben wir eine viel größere Mission: Irgendwo gut und günstig essen gehen.
Wir verlassen das Hostel und der Kanadier übernimmst sofort die Führung.
Ich weiß nicht warum aber sowohl Cindy als auch ich sind immer wenn wir die Unterkunft verlassen haben nach rechts oder geradeaus gegangen, weil da auch immer viel Trubel war.
Bart aber geht nach links.
Ich erzähle der Französin das wir einfach mit gehen sollten, weil der Kanadier schon in Peking immer die besten Plätze an denen man essen kann gefunden hat und auch hier hat er den richtigen Riecher, weil wir nach nicht einmal 100 Metern auf einem großen lauten Food  Market mit dutzenden Ständen stehen.
Zu erst verschaffen wir uns einen kurzen Überblick bis wir uns dann an einem Stand für frisch gebratene Nudeln mit Tofu und Gemüse entscheiden.
Wir finden auch einen kleinen Tisch mit Plastik Hocker auf denen wir es uns gemütlich machen und das Treiben hier beobachten.
Inklusive Bierchen hat der ganze Ausflug 2 Euro gekostet.

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Wo man mal echt nicht meckern kann.
Im Hostel sitzen wir noch ein wenig  zusammen bevor die Beiden schlafen gehen.
Weil ich wirklich noch gar nicht müde bin setze ich mich noch ein wenig zu Ivy  die eh gerade Feierabend hat und wir trinken noch etwas und essen zusammen eine Pomelo. Welche ich kurzer Hand zu meinem lieblings „China Obst“ erkläre.

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*Ich hab lange darüber nachgedacht aber mir ist wirklich kein passender vernünftiger Satz eingefallen, Sound of China 2 vernünftig beschreibt.
Sorry.


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