Wie ich mal ein kleines Geschenk bekommen habe

Um 14.11 Uhr geht mein Zug.
Ich packe meine Sachen und mache einen letzten kleinen Ausflug in die Stadt.
Gegen Mittag bin ich wieder im Hostel und trinke mit den Iren noch einen letzten Kaffee.
Wärend wir gemütlich in der Sonne sitzen kommt ein deutsches Paar, das auch hier im Hostel übernachtet hat und sich jetzt fertig für die weiterreise machen.
Ich spreche die beiden an und als klar ist, daß wir den selben Zug nehmen entscheiden wir uns ein Taxi zu teilen.
Die Fahrt zum Bahnhof dauert 15 Minuten und wir haben noch genug Zeit  uns mit Knabberkram und Wasser einzudecken.
Wie in Russland wartet man auch in China nicht am Bahnsteig sondern im Bahnhof darauf das der Zug kommt.
Als es endlich so weit ist bin ich ziemlich beeindruckt, weil der Schnellzug ziemlich cool aussieht.

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Auch im Zug hat man um einiges mehr Platz und es ist wirklich eine angenehme Fahrt bis wir nach nicht ganz 3 Stunden Xi’an erreichen.
Hier herschen richtig trubel, überall sind Menschen und ich brauche ein paar Minuten um mich erstmal zu orientieren.
Mein Hostel ist im Zentrum dieses Städtchens mit 6,5 Millionen Einwohnern (was für Chinesische Verhältnise gerade so mehr als eine Kleinstadt ist) und ich entscheide die Metro zu nehmen um mein Ziel zu erreichen.
U-Bahn fahren ist hier sogar noch einfacher als in Peking, weil es nur 2 Linien gibt.
Allerding ist die Bahn stoppenvoll und ich bekomme kurz vor meiner Station etwas Angst, weil ich keine Ahnung habe wie ich mich durch die vielen Leute zum Ausgang arbeiten soll.
Zum Glück bin ich nicht der einzige, der hier raus möchte und ich lasse mich einfach mit den Massen nach draußen treiben.
Ab hier sind es nur noch 600 Meter bis zum Han Tang House, in welchen ich die nächsten 3 Nächte residieren werde.
An der Rezeption werde Ich gleich von der netten Chinesin gefragt ob ich einen Ausflug zu Terakotta Armee buchen möchte, klar möchte ich aber eigentlich hab ich das für Übermorgen geplant.
Als ich diese auch so erkläre meint die Rezeptionistin, daß sicher auch später ginge aber am morgigen Donnerstag nich ganz so viele Touristen die Ausgrabungsstätte besuchen wie am Wochenende.
Überredet!
Ich buche also gleich für morgen eine Tour zu weltberühmten Terakotta Armee für 280¥.
Am Abend treffe ich zufällig eine Australierin wieder, mit der ich mich schon in Pingyao kurz unterhalten habe.
Wir machen es uns vor dem Hostel bequem, trinken ein wenig und reden über unsere nächsten Reiseziele.
Sie war schon 6 mal in Indien und meint, das ich dieses Land unbedingt besuchen sollte.
Selbst wartet sie gerade auf ihr Visum für Tibet.
Mittlerweile denke ich wirklich darüber nach kurz in Indien vorbei zu schauen, das Problem ist das es einfach zu viele Länder gibt und ich zu wenig Zeit und Geld habe.
Irgendwann geh ich dann ins Bett, weil ich morgen Früh raus muss.

Als ich aufwache hab ich nur noch 30 Minuten Zeit.
Eigentlich bin ich viel zu müde um etwas zu unternehmen aber was muss, das muss.
Ich husche schnell unter die Dusche putze die Zähne und packe meine Sachen.
Das Sachen packen stellt sich allerdings als kleines Problem herraus, weil ich das Schloss mit dem ich meinen Schrank gesichert habe nicht auf bekomme.
Ne halbe Ewigkeit fummel ich leise fluchend an dem verdammt Zahlenschloss herrum und hab mich schon fast damit ab gefunden ohne Jacke und Kamera zu fahren als das verflixte Ding endlich auf geht.
Schnell suche ich mein Zeug zusammen und sprinte in die Lobby.
Hier warten schon ein paar Leute darauf, daß es endlich los geht.
Erleichtert stelle ich mich einfach dazu aber wo ist mein Handy? !
Ich laufe schnell noch mal ins Zimmer, wo das Telefon das macht was ich jetzt eigentlich auch gern tun würde…….im Bett liegen.
Na hoffentlich hab ich jetzt alles!
Ich gehe zurück in die Lobby, die jetzt leer ist.
Tolle Wurst!
Draußen sehe ich zum Glück wie ein paar Touristen links die Straße runter gehen.
Ich beeile mich um zu der Gruppe aufzuschließen und hoffe, das es auch wirklich meine Gruppe ist.
Wir werden auf 2 Kleinbusse verteielt und wärend der Fahrer schon los düst stellt sich unser Guide vor, danach nötigt die nette Chinesin mit dem schwierigen Englisch und dem tollen Namen Zsa Zsa uns das selbe zu tun.
„I am Patrick and i come from Germany.“
„Ah you are Patrick!“ Freut sich Zsa Zsa die mich schon in der Lobby vermisst hat.
Dann geht die vorstellen Runde weiter.
Außer mir sind noch 1 Türke, 1 Australier, 6 Spanier und 3 Deutsche im Bus.
Eine gute Stunde später erreichen wir dann endlich die Ausgrabungsstätte.
Was ich wirklich irre finde ist, daß Zsa Zsa jetzt schon alle Namen von uns drauf hat.
Nach einem Kurzen Spaziergang und etwas warten am Eingang stehen wir vor den 3 großen Hallen in denen sich die über 2 Jahrtausend alten Statuen befinden.
Wir gehen zu erst in Grube 2 welche sich in einer riesigen Halle befindet.
Leider sind die meisten der 1300 Krieger die in dieser gigantischen Halle sind zerstört.
Zsa Zsa erzählt ein wenig über die Geschichte dieser Krieger dummerweise ist es wirklich nicht einfach alles zu verstehen was die sympathische Chinesin erzählt.
Auch hat man hier die Gelegenheit sich 5 der Figuren aus der Nähe anzuschauen.

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Dann geht es wieter.
Gube 3 ist nicht so groß, dafür kann man hier 75 recht gut erhaltene Krieger und Pferde bewundern.

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Dann ist es endlich soweit und wir steuern endlich auf Grube 1 welche in der mit Abstand  größten Halle ist zu.
6000 Krieger sollen sich in dieser befinden, allerding kann man nur etwa 2000 davon hier bewundern.
Die Halle ist wirklich gigantisch und nach einer kurzen Erklärung unserer Reiseleiterin haben wir 45 Minuten Zeit uns alles in Ruhe anzuschauen.
Es ist schon beeindruckend wenn man bedenkt, das diese Krieger einiges mehr als 2000 Jahre alt sind und das jedes Gesicht dieser Figuren anders aussieht.
Allerdings muss ich ehrlich zugeben, daß ich immer dachte es wären viel mehr, und das man vor lauter Soldaten kein Ende sehen kann.
Nach dem wir alles bewundert haben und eine ganze Reihe Fotos schießen konnten.

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Ist unser nächstes Ziel ein 360 Grad Kino in dem wir noch mal die Geschichte um die Entstehung der Armee zusehen bekommen.
Bevor es mit einem Bus weiter zum nächsten Highlight geht.
Allerdings müssen wir eine Weile warten, weil der Australier fehlt.
Irgendwie versteht zwar keiner wie er es geschafft hat das Gelände zu verlassen aber er musste noch mal Eintritt bezahlen um wieder zu uns zu gelangen.

Wärend der Wartezeit und auch schon bei der Besichtigung  gab es natürlich genügend Zeit die 3 anderen Landsleute kennen zu lernen.
Lisa ist wie ich allein unterwegs und hat auch viel Zeit zum reisen.
Daniel und Blacky sind zwei ziemlich verrückt Münchner, die besonders durch ihr Heavy Metal Outfit auffallen die beiden kommen gerade von einer 9 Tägigen Reise durch Nordkorea wieder.

Das nächste Ziel ist die Gruft von (Namen vergessen) und ich muss zugeben, dass ich wenig beeindruckt bin weil wir eigentlich nur auf einen 400 Meter entfernen Hügel schauen.
Da hätte ich mir auch Zuhause den Pfaffenberg anschauen können. 😂
Aber gut warscheinlich hab ich einfach nicht genug aufgepasst als unserer Zsa Zsa alles über diesen großen chinesischen Monarchen klärt hat.

Endlich geht es weiter zum Mittagessen welches wirklich einfach nur klasse schmeckt und nach dem Essen gibt es für uns noch eine kleine Teezeremonie bevor es endgültig wieder zurück nach Xi’an geht.

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Natürlich können wir auch hier nicht sofort zum Bus gehen, weil mal wieder jemand aus der Gruppe fehlt.
Als der verrückt Australier dann irgendwann doch um die Ecke kommt steht der Heimreise dann aber nichts mehr im Wege.

Wir sind schon fast wieder am Hostel als Zsa Zsa zu mir kommt kurz leise mit mir redet um mir dann unauffällig so daß es die anderen nicht sehen einen kleinen in Zellstoff eingewickelten Gegenstand in die Hand drückt.
Am Ziel angekommen hält sie auch Daniel noch kurz an um auch ihm etwas zu geben.

Die 3 Anderen übernachten in einem Hostel das nur etwa 100 Meter von meinem entfernt ist.
Allerdings hat ihr Hostel im Gegensatz zu meinem auch eine Dachterrasse.
Klar, daß ich da abends noch vorbei schaue und wir zusammen etwas trinken vorher hab ich mir aber noch vorgenommen mir die Haare schneiden zu lassen.
Dummerweise versteht der chinesische Friseure nich ganz was ich von ihm will und er zaubert mir einen Chinesischen Haarschnitt.  An den Seiten sehr Kurz und oben lang.
Auch egal.😂
Wächst ja wieder nach.

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Frisch frisiert geht es jetzt aber endlich zu den Anderen.
Vorallem die Nordkorea Geschichten der 2 Münchner haben es mir angetan wobei jetzt für mich die Entscheidung fest steht, das ich meinen nächster Urlaub nach der Weltreise in Nordkorea machen will. Die Show die dort den Touristen vorgespielt wird und die 24 Stunden Überwachung möchte ich selbst mal mit erleben.
Später gehen wir dann in einen kleinen Imbiss gegenüber wo wir für 1,30 Euro ein geniales Abendessen bekommen wobei sich Daniel auch mal als „Nudelbäcker“ versucht.

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Gegen 2 Uhr wird es dann Zeit mich zu verabschieden und ich schländere zurück in mein Hostel.
Auch wenn der Tag blöd angefangen hat ist es doch jetzt ein unvergesslicher geworden.
An den ich mich sicher noch oft erinnern werde wenn ich den kleinen Terakotta Krieger sehe den ich von Zsa Zsa geschenkt bekommen habe.


8 Gedanken zu “Wie ich mal ein kleines Geschenk bekommen habe

  1. „Mittlerweile denke ich wirklich darüber nach kurz in Indien vorbei zu schauen, das Problem ist das es einfach zu viele Länder gibt und ich zu wenig Zeit und Geld habe. “ hey du bist auf Weltreise also Zeit und Geld die beiden Worte dürfte es eiegntlich in Deinem Wortschatz nicht geben du lebst nur einmal

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    1. Über zu wenig Zeit kann ich mich wirklich nicht beklagen. 😉
      Es gibt nur einfach viel zu viele tolle Länder, da ist es schwer sich zu entscheiden.
      Aber du hast schon recht, ich kann mich echt glücklich schätzen im Moment ein verdammt sorgenfreies Leben führen zu können.

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    1. Oh und natürlich möchte ich mich herzlich für das viele Lob über meinen neuen Haarschnitt bedanken.
      Ich bin am überlegen ob ich wenn ich wieder in Deutschland bin eine Party schmeiße auf der diese China Frisur Pflicht ist.

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