Wie ich mal mit einem 2 Euro Stück in der Tasche durch Pingyao gelaufen bin

Zurück im Hostel mache ich Bekanntschaft mit meinem neuen Mitbewohner.
Kevin ist Kanadier und lebt schon eine ganze Weile in China als Englischlehrer.
Anscheinend ist das ein verdammt beliebter Beruf für Ausländer.
Kevin ist ne ziemlich coole Socke und weil wir durstig sind beschließen wir irgendwo etwas trinken zu gehen.
Auswahl gibt es hier genug und wir entscheiden uns für einen kleinen Laden mit Tischen auf dem Gehweg um 1-2 Bierchen zu trinken.

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Von ihm erfahre ich zum ersten mal, das es auch möglich ist nach Nordkorea zu reisen, was er vor 2 Wochen mal gemacht hat.
Echt ne spannende Sache aber im Moment für mich etwas zu teuer und zu schwierig an ein Visum zu kommen.
Auf jeden Fall sorgen seine Geschichten dafür das ich echt ein wenig neugierig auf das Land geworden bin.

Am nächsten Tag kommt der Kanadier auf die Idee frühstücken zu gehen.
Ich bin natürlich sofort dabei.
Nur irgendwie hab ich mir das Frühstück dann doch anders vorgestellt.
Bis jetzt hab ich ja wenn dann immer im Hostel gefrühstückt aber Kevin möchte ein chinesisches Frühstück worunter ich mir nicht wirklich viel vorstellen kann.
Wenig später sitzen wir vor einem Restaurant auf der Terrasse und das einzige was mir zu einem „normalen“ Frühstück ein wenig fehlt sind Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade und Kaffee.
Dafür gibt es reichlich Nudelsuppe.
Gut wieder etwas gelernt und jetzt kann ich immerhin von mir behaupten, daß wie ein echter Chinese gefrühstückt habe.
Zurück im Hostel packt Kevin seine Sachen, weil er heute weiter Richtung Norden fahren möchte, ich nutze die Zeit und das gerade gut funktionierende WLAN um mir 2 neue Apps runterzuladen.
Zum einen habe ich jetzt „Pleco“ womit ich auch offline von englisch ins Chinesische übersetzen kann.
Die andere App heißt „Ctrip“ um mir Zugverbindungen hier in China suchen zu können.
Mit dieser App finde ich dann auch einen freien Platz in einem Schnellzug nach Xi’an.
Nur irgendwie komm ich mit der online Buchung für das Ticket nicht zurecht.
Kein Problem, Kevin muss eh zu Bahnhof und ich begleite ihn dorthin wo er mir hilft mein Ticket  zu kaufen.
Übermorgen geht es also weiter nach Xi’an die Stadt in deren Nähe die weltberühmte Terakotta Armee gefunden wurde.
Den Rest des Tages verbringe ich in der Altstadt, wobei ich stets darauf bedacht bin um die Massage Salons einen großen Bogen zu machen.

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Für den nächsten Tag hab ich mir etwas Kultur vorgenommen.
Ich kaufe für 170¥ eine Eintrittskarte mit der ich die vielen Chinesischen Höfe und die Stadtmauer von Pingyao besuchen kann.
Am Eingang zum ersten Hof werde ich von der Chinesin am Eingang gefragt woher ich komme.
Als ich mit Königerode Germany Antwort zeigt sie mir einen Zettel auf dem in englisch steht, das sie Münzen sammelt.
Ich gebe ihr zu verstehen, ich im Moment leider keine Münzen dabei habe, wo für ich einen ziemlich traurigen Blick bekomme.
Nach dem 5. Hof entscheide ich fürs erste genug gesehen zu haben und gehe richtig Stadtmauer.

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Auf der Mauer wimmelt es von Chinesischen Touristen allerdings haben diese ihre ganz eigenen Art die Mauer zu erkunden.
Wirklich jeder geht am Eingangstor auf die Mauer, schießt ein paar Fotos, macht ein Selfie und geht dann wieder runter.
Ich nicht!
Wenn ich hier oben bin möchte ich auch ein wenig rumlaufen und ich muß sagen das ist eine der besten Ideen die ich heute hatte.
Fast 2 Stunden stapfe ich auf auf der Mauer herrum und in der Zeit hab ich nicht nur ne super Aussicht auf die Stadt, ich bin auch bis auf 2 Begegnungen ganz allein hier oben.
Ich beschließe zurück ins Hostel zu gehen und erstmal nen Kaffee zu trinken.

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Außerdem hab ich mir fest vorgenommen der Chinesin die mich so nett nach Münzen gefragt hat ein Euro Stück zu bringen und ich bin sicher, daß irgendwo in meinem Rucksack noch der ein oder andere Euro zu finden ist.
Bewaffnet mit einem 2 Euro Stück mache ich mich dann wieder auf den Weg in die Altstadt, blöd nur, daß jetzt jemand anders am Eingang die Karten kontrolliert.
Ich mache das Beste draus und besuche noch ein halbes Dutzend Höfe.
Als ich 2 Stunden später wieder am Eingang der ersten Hofes vorbei komme ist von der jungen Frau immer noch nix zu sehen und ich beschließe für heute genug unternommen zu haben.

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Im Hostel lerne ich ein australisches und ein irisches Paar kennen.
Die 4 sind gut drauf und nach nem Bierchen beschließen wir auf den Nachtmarkt zu gehen um etwas zu essen.

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Die Iren erzählen mir das sie letzte Woche in Guilin waren und zeigen mir Fotos von beeindruckenden Bergen.
Als ich die Bilder sehe steht mein nächstes Reiseziel welches ich nach Xi’an besuchen möchtet fest.


2 Gedanken zu “Wie ich mal mit einem 2 Euro Stück in der Tasche durch Pingyao gelaufen bin

  1. Ich habe auch immer ein 2-Euro-Stück in der Tasche, ich muss mal darauf achten, ob hier auch Geld gesammelt wird von netten Damen (oder Herren). Achso, doch, ich erinnere mich, das wird hier ja auch praktiziert.

    Was mich interessiert: fegen die in Pingyao eigentlich von morgens bis abends die Straßen? Kein Hälmchen, kein Stäubchen, alles glänzt und blitzt. Wie machen die das?

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    1. Zum Thema Sauberkeit in Pingyao:
      Ich hab immer bevor ich ein Foto gemacht hab die Straße sauber gemacht.😂

      Mal im Ernst, gerade die Hauptstraßen wo die vielen Touristen sind werden natürlich sauber gehalten und es gibt auch jede Menge Mülleimer aber eigentlich ist Pingyao schon sehr staubig wobei sich der Müll auf den Straßen wirklich meist in Grenzen hält.

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