Wie ich mal 2 Inder mit 5 Kilo Reis getroffen hab

Das Wetter ist immer noch schlecht, es regnet ist windig und auch ein wenig frisch als wir das Camp verlassen.
Heute steht wieder ein langer Tag im Auto auf dem Programm.
Mir geht es zum Glück im Gegensatz zu gestern viel besser.
Wir fahren ein Stück über matschige Wege bis Tugsuu nach etwa 2 Km den Wagen an einem Platz an dem eine mongolsche Familie mit Rentieren zum stehen bringt.
Wir schauen uns hier kurz um aber weil es immernoch wie wild regnet und weil die Leute für Fotos von den Tieren Geld haben möchten machen wir nur einen recht kurzen Stop.
Der See an dem wir die letzten Tage verbracht hatte lag ja schon auf 1624m aber heute sollte es noch höher gehen.
Über holprige Wege bringe uns Tugsuu und sein UAZ immer weiter.

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Gegen Mittag biegt er wieder vom Weg ab weil es mal wieder Zeit wird Einen Happen zu essen.
Weil es aber immer noch in Strömen regnet fällt unser Lunch diesesmal etwas anders aus.
An Stelle des von mir so heiß geliebten Picknicks bleiben wir im Wagen und Hama verteilt die von ihr schon im Ger vorbereiteten Sushi Rollen.
Für den obligatorischen Tee/Kaffee gibt es natürlich auch eine Lösung, der Gaskocher wird einfach auf die Motorhaube (die wie ich ja schon mal geschrieben hab zwischen Fahrer- und Beifahrersitz ist) gestellt und in null Komma nix haben wir unser heißes Wasser.

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Frisch gestärkt kann unsere holprige Fahrt weiter gehen.
Wir sind schon fast auf 2000 Meter Höhe als wir auf den Bergen in der Nähe weiße Gipfel entdecken.
Das wird doch wohl kein Schnee sein?!
Einige Zeit später sind wir sicher…..es ist Schnee und wir sind mitten drin.

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Mittlerweile haben wir eine Höhe von 2200 Metern erreich und es kommt ein wenig Weihnachtsstimmung auf als wir bei einer kurzen Pause Schneebälle werfen und eine Herde Yaks an uns vorbei stapft. Natürlich wären Rentiere passender aber wenn man sich das Anführer-Yak mit roter Nase vorstellt kommt das auch fast hin.

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Irgendwann, es sind nur noch etwa 15 km bis in das Bergdorf welches unser heutiges Ziel ist kommen  2 Mongolin wild winkend aus einer Jurte die in der Nähe ist zum Weg auf dem wir unterwegs sind gerannt.
Nach einem kurzen Gespräch mit unserem Fahrer gehen sie zurück zu ihrem Ger wärend wir weiter fahren.
Wir fragen um was es ging und Hama erklärt uns, das die beiden gefragt haben ob wir eine alte Frau mit in das Dorf nehmen.
Wir alle sind der Meinung das noch genug Platz in unserem Auto ist und überreden Tugsuu wieder um zu drehen.
Man sieht schon vom weiten wie sehr sich die 2 Frauen die noch immer in der Nähe der Straße im Schneegestöber stehen freuen als sie bemerken das unser UAZ wieder zurück kommt.
Es dauert ein paar Minuten bis eine altere Frau in unser Auto steigt.

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Losfahren können wir noch nicht, weil aus einem anderen Ger noch eine nett lächelnde ältere Mongolin zu unserem Auto gebracht wird.
Jetzt sind wir also zu neunt in dem russischen Kleinbus in dem es plötzlich ein wenig wie in einer Jurte riecht.

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Als wir das Dörfchen erreichen und uns die netten Damen verlassen stehen wir vor einem kleinen Problem, weil für den nächsten Tag hier im Ort ein Fest ansteht ist unser Hotel ausgebucht.
Jetzt haben wir zwei Möglichkeiten.
Entweder wir bleiben hier und übernachte bei einem Einheimischen oder wir fahren weiter in das Nachbardorf und suchen uns dort eine Unterkunft.
Wir entscheiden uns für die 2. Option und Tugsuu steuert unseren UAZ weiter über abenteuerliche Wege in den 60 Kilometer entfernten Ort den wir nach etwa 1,5 Stunden erreichen.
Das hiesige Hotel hat auch noch ein Zimmer mit 5 Betten für uns frei.

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Große und tiefe Pfützen machen es uns nicht so leicht unser Gepäck in das Zimmer zu bringen und im Zimmer selbst haben wir dank Dauerregen und undichter Fenster auch so einige Wasserlachen.
Im Nachbar Haus ist eine Gaststube eingerichtet in der Hama unser Abendessen zubereitet.
Wir sind hier nicht allein einige Mongolen sind am Nachbartisch und auch 2 Inder haben es sich hier bequem gemacht.
Schnell kommen wir mit den beiden ins Gespräch und wir staunen nicht schlecht, als sie uns erzählen, dass sie sich in Ulaanbaatar Fahrräder geliehen haben und mit diesen durch die Mongolei radeln.
Ein andere zimlich kurioser Sachen ist das Gepäck, das sie dabei haben.
Weil einer der beiden Vegetarier ist und er sich nicht sicher war ob der Reis in diesem Land so gut ist wie seiner hat er mal eben 5 Kilo davon aus Indien mitgebracht.

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Natürlich haben sie auch ihre eigenen Gewürze dabei was für uns eine willkommene Abwechslung ist, weil es die Mongolen nicht so sehr mit dem würzen haben.

Die Nacht in unserer Unterkunft ist kalt und feucht und ich achte sehr darauf gut in meinem Schlafsack verpackt zu sein um meiner abklingenden Erkältung keine Chance zu geben schlimmer zu werden.

Am nächsten Morgen ist das Wetter immernoch nich viel besser geworden und wir balancieren über Bretter und Steine die in die riesigen braunen Pfützen gelegt wurden um in den Gastraum wo unser Frühstück von Hama vorbereitet wurde.

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Abenteuerlich sind in diesem Hotel übrigens nicht nur die feuchten Wege und Zimmer auch die Toilette ist hier etwas besonderes.
Daran das hier auf dem Land die Toiletten Löcher im Boden um die ein kleiner Brerrerverschlag gezimmert ist haben wir uns schon gewöhnt.
Hier steht das kleine Häuschen über einem wenigsten 3,50 Meter tiefen Loch auf das ein paar Bretter gelegt wurden.
Wenn man nicht nüchtern und schwindelfrei ist kann des Geschäft hier zu einer echten Herausforderung werden.

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Nach dem Frühstück verstauen wir all unser Hab und Gut im Auto, verabschieden uns von unseren indischen Freunden und machen uns auf den Weg zum nächsten Ziel.

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