Wie ich mal meine erste Millionen in der Tasche hatte

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Ich kaufe ein „A“ und möchte lösen.
Ich könnte natürlich auch Ulan Bator schreiben aber Ulaanbaatar macht mehr Spaß.

Jetzt bin ich also in der Hauptstadt der Mongolei angekommen und werde zusammen mit den zwei Belgiern zum  Hostel gefahren.
Ein wenig mach ich mir sorgen um Mayliss, hoffentlich findet sie allein in dieser riesigen Stadt ihre Unterkunft.
Nach etwa 10 Minuten erreichen wir das UB Guesthouse wo ich mir ein kleines gemütliches Zimmer mit 3 anderen Reisenden teile.
Weil ich vorher nicht sicher war wie es hier in der Mongolei ist und mich das ständige suchen nach neuen Unterkünften etwas nervt hab ich gleich für 4 Nächte gebucht.
Das Gasthaus bietet wie alle anderen Hostels dieser Stadt auch Touren in die Gobi und aufs Land an.
Allerdings brauch man um einen halbwegs vernünftigen Preis zu bekommen andere Leute die mit fahren.
Für mich steht fest, daß ich unbedingt in die Wüste Gobi möchte und weil die Belgier ziemlich gut drauf sind frage ich die beiden einfach ob sie nicht Lust haben zusammen mit mir ne Gobi Tour zu machen.
Leider haben sie nicht so viel Zeit weil sie ihre Züge schon von Zuhause gebucht haben können Sie hier nur 2 Tages Touren machen.
Egal, ich kann mich ja auch später in ruhe damit befassen.
Erstmal brauche ich nen Kaffee und ne Dusche.
Mayliss hat sich in der Zwischenzeit auch gemeldet und ich freue mich das sie es problemlos geschafft hat ihr Hostel zu finden.
Eine Stunde nach meiner Ankunft stehe ich frisch gewaschen und hoch motiviert vor dem Eingang das Hostels.
Die aktuelle Mission ist Bargeld auftreiben.
Auch wenn man es eigentlich nicht machen soll hab ich im Zug schon meine letzten paar Rubel zu einem miserablen Kurs umgetauscht aber mit den umgerechnet etwa 15 Euro werde ich wohl nicht weit kommen.
Einen Automaten hab ich schnell gefunden.
Also fix die Visa Karte zücken, Pin eingeben und Wunschbetrag eingeben.
Für den Anfang versuche ich es mal nur mit 200000 Tögrög(ausgesprochen Tugrig)  was etwa 80 Euro sind.
Plötzlich fängt der blöde ATM an zu piepen und gibt mir meine Karte wieder.
Na toll!
Nach 4 Versuchen gebe ich auf und suche nen anderen Automaten.
In der nächsten Bank mache ich mich auch nicht gerade beliebt damit das ich fast 10 Minuten den ATM blockiere.
Ich entscheide mein Glück noch mal bei dem anderen Automaten zu versuchen.
Allerdings bekomme ich von diesem auch wieder an Stelle von Bargeld nur ein lautes Pipskonzert .
Am nächsten ATM hab ich dann endlich Glück und ich hebe gleich 400000 „Mongolische Taler“ ab weil ich keinen Bock hab mich so schnell wieder mit den scheiß Automaten auseinander setzten zu müssen.

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Fast 10 Euro

Nach dem dieses Problem gelöst ist beginne ich ein wenig die Stadt zu erkunden.

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Ich bin gerade mal 20 Minuten unterwegs als mich ein Mann vollquatscht, ob ich aus Russland komme möchte er wissen.
Ich erkläre ihm kurz das ich aus Deutschland bin aber gerade ein paar Wochen bei den Sowjets verbracht hab.
Jetzt beginbt er mir in einem Mix aus englisch, mongolisch und russisch seine Lebensgeschichte zu erzählen.
Wärend ich so tuh als ob ich ihm inerressiert zuhöre überlege ich nur wie ich den jetzt wieder los werde.
Plötzlich hör ich eine Frauenstimme und ich bin für eine Sekunde etwas verwirrt weil was sie sagt eindeutig an mich gerichtet ist.
„Mensch was für ein Zufall, das wir uns jetzt hier wieder treffen! “
Ich Blicke mich um und wen sehe ich?!
Katja!
Sie erzählt mir, das sie und ihr Freund mit dem Bus nach Ulaanbaatar gekommen sind und sich hier mit einen Kumpel getroffen haben.
Dann schaut sie den alten Man an und fragt mich ob sie irgendwie stört.
Ganz und gar nicht!
Ich gebe dem Typen zu verstehen das wir jetzt ohne ihn weiter gehen und er hält die Hand auf.
Das wär ja noch schöner, das ich dem jetzt noch etwas von meinem schwer erarbeiteten Bargeld gebe.
Ich behaupte also das ich nix habe und wir verschwinden.

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Wir gehen was essen und entscheiden vielleicht zusammen eine Tour zu machen.
Ich erzähle auch von Mayliss und das ich es gut fände wenn sie auch mit kommt.
Was ich weiß ist das sie unbedingt auf nem Pferd reiten möchte und das sie wie ich am liebsten in die Gobi fahren würde.
Weil Kati noch einige Sachen für ihr neues Russland Visum erledigen muß trennen sich nach etwa einer Stunde unsere Wege wieder.
Ich geh zurück ins Hostel, waschen meine Wäsche und surf ein wenig im Internet.

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Gegen 18 Uhr bekommen ich eine Nachricht von Mayliss, sie ist in einer Bar in der Nähe und fragt ob ich Lust und Zeit habe vorbei zu kommen.
15 Minuten später sitzen wir zusammen auf der Terrasse der Bar trinken Bier, schmieden Pläne und beobachten die anderen Gäste.
Später bekomme ich auch eine Nachricht von Kati, die Drei sind in einem Restaurant und fragen ob wir Lust haben auch noch vorbei zu kommen.
Weil wir aber nicht wissen wo genau das ist und uns weder Google noch unser Kellner (der im übrigen einen lausigen Job macht) uns weiter helfen können bleiben wir wo wir sind.
Gegen halb 1 machen wie uns auf den Heimweg.
Weil ich Mayliss nicht alleine durch das nächtliche Ulaanbaatar laufen lassen möchte gehe ich einen kleinen Umweg und begleite sie die Hälfte ihres Weges.
An einer Kreuzung verabschieden wir uns und jeder geht seiner Wege.
Es ist nicht mehr weit bis zum Guesthouse aber der Gedanke an die mahnenden Worte die in meiner Unterkunft aushängen,  das man nicht nachts allein durch diese Stadt laufen sollte lassen mich doch etwas zügiger gehen.
Auch das mir eine Gruppe Jugendlicher „Touristen“ hinterher rufen steigert nicht gerade mein Wohlbefinden.
Ich hab es fast geschafft, da versperrt mir ein verschlossenes Tor den Weg.
Weil ich keine Lust habe nach einem anderen Weg zu Hostel zu suchen kletter ich einfach drüber.
Geschafft die Tür zu meiner Bleibe wird mir nach dem ich ein paar mal geklingelt hab geöffnet und ich kann es mir in meinen Zimmer bequem machen.
Auch eine Nachricht von Mayliss verrät mir, dass sie sicher angekommen ist.

Ich schlafe lange und brauche ewig, bis ich in die Gänge kommen.
Ich bin schon fast fertig als plötzlich Kati, ihr Freund Fips und deren Kumpel Andy in der Tür stehen.
Die 3 klappern die Hostels ab um sich verschiedene Angebote für Ausflüge machen zu lassen.
Ziemlich clever!
Ach hier lassen wir uns Vorschläge für Touren geben, bevor das Trio weiter zieht.
Wir verabreden und für den Nachmittag an einer Bar wo wir zusammen mit Mayliss entscheiden wollen wir es weiter geht.
Mayliss kommt viel zu spät, bringt aber dafür eine Belgierin die sie in ihrem Hostel kennengelernt hat mit.
Monika ist 22 und hat hier die letzten Wochen als Volunteer Kinder auf dem Land unterrichtet.
Jetzt hat sie noch etwas Zeit und möchte das Land etwas erkunden.
Dummerweise starte sie morgen einen 10 Tage Gobi Trip und kann uns deshalb nicht begleiten.
Beim Vergleich der verschiedenen Angebote hat „Top Tour Mongolia“ am besten abgeschnitten.
Die Chefin war hier am freundlichsten und das Angebot das sie gemacht hat klingt auch nicht übel.
10 Tage Zentral und Nord Mongolei inklusive Pferde und Kamel reiten bei 5 Personen für 52$ pro Tag und Nase.

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Wir sind uns schnell einig, daß wir diese Tour zusammen machen und gehen nach dem wir gegessen und getrunken haben zu dem Guesthouse welches dieses Angebot gemacht hat um die Einzelheiten zu besprechen. 
Der Trip klingt super allerdings verkürzen wir auf 9 Tage, weil Kati und Fips wegen des Russland Visums früher in Ulaanbaatar sein mussen.
Auch gut, dann kostet unser Ausflug nicht mehr 1.032.200 MNT sondern nur noch schlappe 928.920 Schleifen.
Bleibt nur noch das kleine Problemchen an das Geld zu kommen, weil wir natürlich gleich in bar zahlen müssen.
Gemeinsam gehen wir zu der Bank bei der ich gestern erfolgreich Geld abheben konnte.
Weil ich meine Kreditkarte nicht mit hab, laufe ich schnell zu Hostel um meine Visa zu holen und los geht das wilde Geld abheben.
Natürlich ist es nur möglich 400.000 auf einmal abzuheben also muss ich den Automaten 3 mal bearbeiten bis ich endlich 1,2 Millionen in meiner Tasche hab.
Nachdem wir die Rechnung beglichen haben geht Mayliss zum Wäsche waschen und Kati, Fips, Andy und ich besuchen noch ein Restaurant bevor auch wir gegen 22 Uhr nach hause gehen um unsere Sachen zu packen.

Morgen früh um 8 Uhr geht es los.


2 Gedanken zu “Wie ich mal meine erste Millionen in der Tasche hatte

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