Wie ich mal ganz alleine eine Fahrkarte in die Mongolei gekauft habe

Mein letzter Tag am Baikalsee, das Wetter ist schön und auch der Qualm hat sich etwas verzogen.
Ich bin wieder mal zu spät beim Frühstück.
Heute bekommen ich meine Mahlzeit  in einem großen Napf seviert, was eigentlich passt, weil ich mich ziemlich erkältet hab und mich hunde-elend fuhle.
Der Inhalt der Schüssel ist so eine Art Frisch Käse auf dem eine recht süße Sauce und ein Berg Zucker gekippt wurden.

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Ich fange an zu essen und sofort ist klar, daß mag ich nicht.
Auch nach dem ich den Pamps wie es mir die Wirtin gezeigt hat gut verrühre schmeckt es nicht wirklich besser, nach einer halben Schüssel gebe ich auf, trinke meinen Kaffee aus und verabschiede mich.
Im Camp ist nix los und ich beginne langsam meine Sachen zu packen.
Gegen 11 Uhr bin ich fertig noch 3,5 Stunden bis mein Bus geht.
Im Zeit totschlagen bin ich mittlerweile ein echter Profi, ich lese etwas, trinke Kaffee und genieße die Sonne.
Auch Alissa, Vicki und Kola machen heute einen entspannten Tag und fahren erst gegen 13 Uhr nach einer überschwänglichen Verabschiedung und dem Versprechen das sie nen Englisch Kurs besuchen werden zum Strand. (übrigens wussten die Drei schon vorher was es heute zu Frühstück gibt und sind deshalb nicht essen gegangen).
Nach dem ich jetzt 2 Tage mit dem Trio verbracht hab fällt es schon ein wenig schwer Abschied zu nehmen.

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Um 13.30 Uhr schnappe ich mir mein Gepäck und gehe langsam zur Bushaltestelle.
Hier angekommen will ich noch mal schauen wie spät es ist und stelle fest, dass mein Handy nicht mehr da ist.
Panisch durchsuche ich alle Taschen aber das Telefon bleibt unauffindbar.
Schnell schulter ich meinen Rucksack und laufe wieder zurück Richtung Camp und tatsächlich scheint mir das dumme Ding als ich losgegangen bin aus der Tasche gefallen zu sein, weil ich es mitten auf der staubigen Straße wieder finde.

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Glück gehabt!
Ich schreibe der Kati schnell eine SMS , in der Hoffnung, daß sie wirklich eine günstige Mitfahrgelegenheit zu den Mongolen gefunden hat.
Fast pünktlich um 14.30 Uhr startet der kleine Bus in dem bis auf einen Touristen (mich) nur Russen sitzen mit dem Ziel Irkutsk.
4 mal müssen wir anhalten, weil der Fahrer irgend etwas am Motor machen muss aber wir schaffen es trotzdem pünktlich um 19 Uhr in der  Stadt zu sein.
Weil ich den Weg dorthin schon kenne hab ich wieder 2 Nächte in dem selben Hostel wie vor ein paar Tagen gebucht.
Ich komme an und werde gleich von einigen Bekannten die ich bei meinem vorherigen Aufenthalt getroffen hab begrüßt und sogar der Chef ist diese mal extrem freundlich zu mir.
Weil ich die letzten Tage wieder vollkommen vom Internet abgeschnitten war bleibe ich im Hostel und verbringe die Zeit damit zu schauen was es neues in der Welt gibt.
Den nächsten Tag hab ich mir reserviert um eine Fahrkarte in die Mongolei zu besorgen.
Weil ich von Kati nichts mehr gehört habe versuche ich es jetzt auf eigene Fast.
Im Internet finde ich eine Seite auf der man Tickets für die Bahn kaufen kann und ich schaffe es auch einen passenden Zug zu finden.
Die Karte soll 140 Euro kosten und gerade als ich buchen möchte poppt ein Fenster auf, welches mich auffordert noch mal 80$ extra zu zahlen.
So habe ich mir das nicht vorgestellt und ich breche den Vorgang ab.
Ich hab natürlich auch einen Plan B.
Ich zieh mir etwas bequemes an und laufe an diesem extrem heißen Sommertag zum Bahnhof.
Ich hab mir vorher einen Screenshot von der Buchungsplatform gemacht auf dem alle wichtigen Infos wie Zug Nummer und Abfahrtzeit stehen.
Am ersten Schalter an dem ich mein Glück versuche erklärt man mir das ich falsch bin weil es die Karten für Züge in die Mongolei nur eine Etage weiter oben gibt.
Hier treffe ich auch einen Finnen, der im Prinzip das selbe vor hat wie ich aber mit dem Zug nur bis Ulan Ude fährt und weil es dann um einiges billiger ist mit dem Bus weiter zu fahren  ab da versuchen will einen Platz im Bus zu ergattern.
Weil ich aber keine Lust habe mir ab Ulan Ude wieder Gedanken machen zu müssen wie es weiter geht halte ich an meinem ursprünglichen Plan fest und gehe rauf zum nächsten Schalter.
Natürlich spricht auch hier niemand englisch aber ich schaffe es dank Handy der Dame klar zu machen was ich möchte.
Zu meiner Freude muss ich sogar feststellen, daß die Karte nicht ganz 100 Euro kostet.:)
Zur Belohnung hab ich mir ein Eis verdient. 😀

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Ab jetzt bin ich total im Vorbereitungs-Modus, die Fahrt dauert diesesmal zwar nur knapp 24 Stunden dafür bin ich mir aber nicht sicher wie viel Zeit ich an der Grenze verbringe.
Brot, Wurst, Käse, Äpfel und ein extra großes Glas Nescafe Gold sollten mir genauso wie 2 neue Bücher und etwas Musik die ich mir runterlade die Zeit im Zug verkürzen.
Nach kurzer suche im Netz ist auch ein Hostel gefunden und ich buche gleich 4 Nächte im „UB Gasthouse“.
Nach dem Alles so gut vorbereitet ist kauf ich mir noch ein Bier im Supermarkt um die Ecke und mach es mir auf dem Balkon des Hostels bequem.

Irgendwann irgendwann bekomme ich dann sogar einen Email meines gerade gebuchten Hostels mit der Frage ob ich den kostenlosen Pickup Service vom Bahnhof in Anspruch nehmen möchte.
Natürlich möchte ich:mrgreen: und wärend einige der anderen Hostelgäste noch in die Stadt gehen bleibe ich brav „Zuhause“ weil ich morgen Früh aus den Federn muss.


4 Gedanken zu “Wie ich mal ganz alleine eine Fahrkarte in die Mongolei gekauft habe

  1. Oh Gott, das Handyding.. mein Herz…
    Dass dir der Abschied schwer gefallen ist, nachdem ich das Duo gesehen habe, kann ich mir lebhaft vorstellen 😉
    Gute Besserung (die vermutlich mittlerweile bereits eingetreten ist) und gute Fahrt, Jobsti.

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