Wie ich mal in Omsk im Plattenbau gelebt hab

Die Frau die mich in Empfang nimmt ist super freundlich, mitte Fünfzig und schaut für mich etwas asiatischen aus.
Ich kann meine Freude kaum unterdrücken, endlich raus aus den nassen Klamotten und dann schön schlafen und die Freude wird noch größer weil sie noch einen Satz sagt, der für mich einfach nur wunderschön klingt.
„Wir können auch deutsch reden.“
Sie lernt zwar noch und wir verfallen (was meist meine Schuld ist) oft mitten im Gespräch ins englische aber ich finde es einfach nur großartig endlich wieder ein wenig meine Muttersprache zu hören.
Jetzt erfahre ich auch warum es kein Schild mit Hinweis auf dieses Hostel gibt, es sind noch nicht alle Genehmigungen da um offiziell ein Hostel zu sein.
Sehr interessant. 😁
Aber ganz so lange scheint hier wirklich noch kein Hostel Betrieb zu sein, denn hinter der nicht ganz so schönen Fassade verbirgt sich eine klasse Unterkunft, die Einrichtung wirkt sehr neu und vor allem Bad und Küche sind super sauber.

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Nach dem ich alles gezeigt und erklärt bekommen hab beziehe ich mein Bett und schlafe sofort ein.
Gegen Mittag ist es dann aber mit meiner Ruhe vorbei.
Hab ich zwar bis eben das Zimmer für mich allein gehabt, bekomme  jetzt 2 russische Mitbewohner.
Beide können kein Englisch was sie aber nicht davon abhält mich über irgendwelche Bekannten in Deutschland auszufragen.
Zum Glück geben sie nach ner halben Stunde mit der Erkenntnis das ich zwar aus dem kleinen Deutschland komme aber nicht jeden aus Pforzheim kenne und das ich genauso wenig russisch verstehe wie sie englisch auf.
Das Wetter bessert sich und ich gehe ein wenig in die Stadt.
Als erstes besuche ich die schöne Kirche hier in Omsk.

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Weil in der Kirche aber meine Schuhe die einzigen sind die bei jedem Schritt laut quitschen schau ich mir den Altar nur vom weiten an und verlasse nach recht kurzer Zeit das beeindruckende Gotteshaus.
Ich schlendern dann noch ein wenig durch die Stadt bevor ich zurück ins Hostel gehe, um mich schon langsam mit meiner nächsten großen Herausforderungen zu stellen.
Ein Ticket nach Irkutsk besorgen. 😐
Mein Plan ist ganz einfach, ich frag die Frau vom Hostel ob sie mir einen Zettel  auf dem mein Anliegen steht schreibt und mit diesem gehe ich dann zum Bahnhof.
Die Frau hat allerdings eine andere Idee,  ich soll warten bis ihr Mann kommt und der hilft mir dann.
Als dieser gegen 20 Uhr auftaucht beginnt er auch eifrig im Internet zu suchen und wir finden auch einen passenden günstigen Platz, allerding klappt die online Buchung nicht.
Wäre ja zu schön, wenn irgendwas auf Anhieb funktionieren würde. 😣
Kein Problem, ich soll mir schnell die Schuhe anziehen, dann fahren wir zum Bahnhof.
Keine 10 Minuten später stehen wir an der Straße und steigen in einen Kleinbus.
Mein Guide gibt dem Fahrer etwas Kleingeld und schon fahren wir los.
Bis zum Bahnhof brauchen wir etwa 25 Minuten und es ist mittlerweile schon fast 22 Uhr.
Obwohl es so spät ist herrscht hier richtig viel Betrieb.
Anscheinend hat sich halb Omsk entscheiden spontan noch eine Fahrkarte zu kaufen und was für ein Zufall, halb Omsk hat es anscheinend geschafft kurz vor uns da zu sein um sich in langen Schlangen an die 3 offenen Schalter zu stellen in denen heute die besonders langsamen Kartenverkäuferinen Dienst haben.
Nach ner gefühlten Stunde sind wir endlich an der Reihe und ich bekommen meine Fahrkarte wieder zum Schnäppchen Preis von nicht ganz 60 Euro. 🙂
Jetzt müssen wir nur wieder zurück fahren und alles ist in Butter..
Allerdings stellt sich das als nicht ganz so einfach heraus, weil ab 11 Uhr kaum noch Busse fahren. 
Wir stehen eine halbe Ewigkeit bis endlich einer kommt der uns mit nimmt.
Der Fahrer macht uns allerdings auch gleich klar, daß er uns nur bis zur Hälfte unserer Strecke mitnehmen kann.
Was sich im ersten Moment blöd anhört entpuppt sich dann als Glücksfall weil ich so auf dem restlichen Weg noch eine kleine nächtliche  Stadtführung bekommen.:)

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Wieder zurück wird mit den restlichen Gästen Fernsehen geschaut(was sich für mich als ziemlich langweilig herausstellt). 😂

Am nächsten Tag ist das Wetter spitze und ich erkunde die Stadt.

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Omsk hat eine tolle Promenade mit einem schönen Strand, an dem ich den halben Tag vertrödel hier spricht mich dann auch ein Opi mit Hund an.
Gute 5 Minuten redet er mit mir und weil er keine Pause beim sprechen macht hab ich auch keine Gelegenheit ihm zu verklickern, das ich kein Wort verstehe.
Also mach ich das was ich im Hotel bei der Arbeit auch immer mal gemacht hab lächeln, interessiert gucken und ab und zu nicken.
Hat funktioniert, der ältere Herr hat sich gefreut, das ihm jemand so toll zuhört.:mrgreen:

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Beim Essen Lotto waren meine Teigtaschen mit ich würde sagen Blumenkohl gefüllt alles in allen also ein gelungener Tag in Omsk.
Der nächste Tag ist nur für die Vorbereitung auf meine bevorstehende Zugfahrt reserviert.
Außerdem hab ich mir fest vorgenommen auszuschlafen.
Der Plan länger zu schlummern ist schon mal aufgegangen.
Um halb 11 komme ich endlich aus den Federn.
Weil es ok ist das heute länger bleibe muss ich nicht mal ein schlechtes Gewissen haben.
Jetzt ist erstmal Frühstück angesagt und danach nehme ich die letzte Dusche für die nächsten 2 Tage.
Einkaufen gehen ist ganz wichtig und dieses Mal nehme ich zusätzlich zu den 5 Minuten Terieinen auch eine gute Portion Schokoriegel und Kekse mit.
Im Hostel schmiere ich mir noch eine riesen Ladung Käsebrote (Käsebrot ist ein gutes Brot) und beginne langsam meinen Rucksack zu packen.
Gegen 15 Uhr verabschiede ich mich dann von meinem Gastgeber und mache mich auf die Socken.

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Der Chef der Hauses

Weil ich schon am Vortag gesehen hab, das man in einem Park in der nähe mit Vorbereitungen für ein großes Fest getroffen hat beschließe ich dort mal hin zu stiefeln in der Hoffnung, daß schon am heutigen Freitag etwas los ist.

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Und ich habe auch Glück, auf einer der vielen Bühnen die hier aufgebaut sind wird schon Musik gespielt und auch die vielen Stände sind schon geöffnet.
Das Fest muss wohl eine Art russische BuGa sein, überall sind tolle Bilder aus Blumen gepflanzt.
Da es hier auf der „RuGa“ 😂sehr voll ist und ich mit all meinem Gepäck doch etwas mehr Platz als andere brauche versuche ich dann aber doch dem Trubel zu entkommen.
Ich geh also relativ zügig weiter und lerne dabei etwas über die Einwohner dieser tollen Stadt  was sonnst sicher noch keinem aufgefallen ist: Die Omsker springen gern. Anders kann ich mir die Unmengen an Hüpfburgen nich erklären. :mrgreen:

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Ein Stück laufe ich dann noch, bis ich mich entschließe einen der Kleinbusse zu nehmen.
Um 16.30 Uhr bin ich am Bahnhof und reise in die Vergangenheit. ……..Hier ist es 13.30 Uhr (Moskau Zeit) .
In 1,5 Stunden fährt mein Zug und ich freue mich wirklich endlich wieder für 2 Tage in der Transsibirischen Eisenbahn zu leben.
Nach dem mich diese Stadt mit Regen empfangen hat verabschiedet sie sich mit blauem Himmel und Sonnenschein. 🙂

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