Wie ich mal 84 km zu weit geflogen bin

22.07.2015 heute ist es also soweit.
Es ist 7.00 Uhr, in 5 Stunden muss ich in Berlin Schönefeld sein weil um13.50 Uhr mein Flieger geht.
Ich bin wach und habe ein leicht flaues Gefühl.
Das liegt aber weniger an der Aufregung sondern eher an den 3 Buchstaben (GIN) die es gestern in Verbindung mit Tonic gab.
Komisch, ich sollte wirklich aufgeregt sein aber eigentlich bin ich ganz entspannt.

Es ist ja nicht das erste mal, das ich das Elternhaus verlasse und dank der Norwegen Tour bin ich auch was den Inhalt meines Rucksacks angeht ziemlich sicher, dass ich alles dabei hab.
Nach dem ich noch etwas zum naschen  (für alle hessischen heimlich Mitleser: gemeint ist Schnupp ) von Onkel und Tante  bekommen hab und mich von meinem Opa herzlich verabschiedete ging es auch schon ab Richtung Berlin.
Am Flughafen dann ein letzter Kaffee mit meinen Eltern bevor es zum check in geht.

Hab ich eigentlich schon erzählt wo es hin geht? und warum ich nen sehr teuren Flug mit 6 Stunden umsteigen  genommen hab? Und was die letzten 5 Tage meine größte Sorge war?
Noch nicht?!
Dann wird das jetzt nachgeholt….

Am Freitag erreichte mich lang ersehnte Post, mein Reisepass der jetzt um ein China und ein Russland Visum reicher war.
Beginn meines Visums war Montag der 20.07. ab diesen Zeitpunkt durfte ich mich in diesem riesigen Land für 30 Tage aufhalten.
Dummerweise hatte ich weder Flug noch Hotel gebucht wollte jetzt aber um so viel Zeit wie möglich zu haben schnell loslegen.
Blöde nur, dass die Flüge jetzt doppelt so viel kosten wie letzte Woche.:?
Nach einigen suchen hab ich mich dann  für die Weißrussische Fluggesellschaft „Belavia“ entschieden welche mich erst von Berlin nach Minsk und nach einem 6 stündchen Aufenthalt weiter nach Moskau bringen sollte.
Für den ganzen Spaß sollte ich 170 Euro berappen und wegen Mangel an günstigen Alternativen hab ich das auch gemacht.
Jetzt wurde es endlich Zeit sich auf den langen Urlaub zu freuen.
Die Freude hielt aber nicht ganz so lang, weil eine Nachricht des Buchungsportales mich etwas stützen ließ.  Ich sollte auch daran denken das ich Russland Visum und eventuell ein Transitvisum für Weißrussland brauche.
Natürlich war am Freitag abend niemand mehr zu erreichen.
Was ich dank Google zum Thema Transitvisum Minsk gefunden hab war nicht sehr beruhigend.
So das ich wohl Montag schnell mal nach Berlin fahren müsste um mir das visum zu besorgen.😯
Montag früh gleich nach dem ich mir meine letzte Impfung hab geben lassen hab ich erst mal bei Belavia angerufen und was für ein Glück,  der nette Herr am Telefon konnte mich beruhigen, weil laut seiner Aussage ein Transitvisum für diese Strecke seit einem Jahr nicht mehr nötig ist.:)
Bleibt nur zu hoffen, daß die in Minsk das auch schon wissen.

Jetzt steh ich also hier in Berlin in der Schlange zur Gepäck Abgabe.
Hinter mir ein nörgelnder Herr und ein paar Meter weg hinter einer Absperrung meine Eltern. 
Als der Rucksack endlich auf dem Gepäckband ist verabschiede ich mich ein letztes mal kurz von meinen Ellis und dann ab Richtung Flugzeug.
Der Flieger sah doch ziemlich einfach aus.

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Keine Monitore und Radio gab es auch nicht.
Trotzdem wurden der Flug wirklich klasse, weil es Bonbons und später sogar Kaffee und Schokolade gab.
Allein deshalb bin ich ab heute Fan von Belavia.

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Damit hat Belavia mein Herz erobert.

Nach der Landung in Minsk gab es auch noch etwas, das ich auch schon lange nicht mehr erlebt hab…..Aplaus für den Piloten. :mrgreen:

Jetzt wird es spannend, hoffentlich gibt es wegen dem fehlenden Visum keinen Ärger.

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MINSK

Den Weg zu Transitbereich hab ich recht schnell gefunden, allerding ist hier auch schon die erste Passkontrolle.
Es dauert ewig, bis ich endlich an der Reihe bin.
Wie ich es bei den Leuten vor mir gesehen habe reiche ich der Beamten meinen Reisepass, Flugticket und Gepäckschein.
Jetzt sollte sie wie bei jedem Anderen vor mir sich alles genau anschauen, sich irgend etwas notieren, mir alles wieder geben und mich weiter zur nächsten Kontrolle schicken.
Macht sie aber nicht!😓
Sie wirft nur einen kurzen Blick über meine Unterlagen, schaut mich mit ernster Miene an, nimmt ihren Telefonhörer und fängt sofort an zu reden.
Da sie recht laut spricht meine ich unter anderem folgendes verstanden zu haben:

Я также хотел бы, чтобы упасть и иметь пиво.
Реклама: Шварцер Адлер в Königerode с родителями есть вкусный шницель.
Иди сюда быстро, до меня очень хороший парень.

Keine Minute später steht eine Flughafenangestellte neben mir und fragt mich auf englisch aus.
Danach gehen wir zu einer Sicherheit Kontrolle und dann ohne Worte weiter in einen recht leeren Teil des Flughafens.
Jetzt gesellt sich auch noch jemand vom den Sicherheitskräfte dazu.😐

Endlich spricht sie wieder mit mir.
Ob ich eine Imigration card ausgefüllt habe möchte sie wissen.
Natürlich habe ich keine.
Ich werde auf eine Bank verfrachtet und muss warten.
Nach etwa 5 Minuten bekommen ich die Imigration Card welche ich ausfüllen muss.
3 Minuten später , immer hin hab ich schon über die Hälfte geschafft  ,kommt ein Wachmann brabbelt etwas russisches und nimmt mir das Formular weg, um dann nach einer Weile wieder zu kommen um mir meine fertig ausgefüllte Karte zu geben.
Ich werde zum Warte Bereich gebracht an dem ich nun viel Zeit und kein WLAN habe.

Als es endlich in den Flieger nach Moskau geht ist meine Anspannung doch ziemlich groß.
Hoffentlich geht am Flughafen in Russland alles gut.
Endlich in Moskau gelandet geht dann alles recht fix, keine 2 Minuten bis ich meinen Rucksack habe, den Transitbereich verlasse und von einer Horde russischen Männern die Taxischildern um den Hals haben belagert werde.

Weil ich wusste, das ich erst nach Mitternacht in Moskau lande war ich so clever und hab mir im Vorfeld schon ein Hostel in Flughafen Nähe gesucht.😁

Vor dem Flughafen bequatscht mich mit dem Hinweis das keine Busse mehr fahren schon der nächste „Taxifahrer“.
Weil er wenigstens ein wenig englisch kann und einen Bruder in Deutschland hat😂erkläre ich ihm das ich nur zum SkyPoint Hostel um die Ecke möchte.
Klar sagt er SkyPoint kennt er, für 3500 Rubel fährt er mich hin, es ist kaum Verkehr da schaffen wir das in ner Stunde fahrt.
Jetzt folgt eine ellenlange Diskussion weil ich ganz fest der Meinung bin, das der mich verarscht.

Erst nachdem ich selbst einen Blick auf mein Handy werfe ist klar, ich bin am falschen Flughafen und mein gebuchtes Bett in der Nähe ist 84 Kilometer entfernt. 😣
Immerhin hat das diskutieren gebracht, daß ich nur noch 3000 Rubel (50 Euro) für die fahrt berappen muss.
Natürlich ist das „echte“ „Taxi“ sein schwarzer Skoda der irgendwo abseits parkt.
Wenigstens ein neues Auto, auf der nächtlichen Fahrt gab es einige spektakuläre Gefährte zu sehen….spannend auch wie viele kaputte Rücklichter es hier gibt.
Gegen 2 Uhr erreiche ich dann endlich mein Hostel in dem ich schon sehnsüchtig erwartet werde.


2 Gedanken zu “Wie ich mal 84 km zu weit geflogen bin

  1. Oh Jobsti, meine Nerven! Wenn das so weiter geht, bin ich am Ende deiner Reise ergraut. Trotzdem, so aus der Ferne betrachtet, hast du mir doch ein paar Lacher bereitet. Eine gute Zeit für dich. 🙂

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